01.09.2024
NFL 2024: Texans, Jaguars, Colts, Titans im Check
Die Houston Texans gehen nach der starken letzten Saison und einer produktiven Offseason als Favorit in die neue Saison in der AFC South. In einer Division mit vier noch sehr jungen Starting-Quarterbacks wollen aber auch die anderen drei Teams für Furore sorgen. Die AFC South im kicker-Check.

Im vergangenen Jahr überraschten die Houston Texans auf jeglicher Ebene. Unter anderem dank Head Coach Demeco Ryans, der das Ruder vor der Saison übernommen hatte, sowie sowohl dem offensiven als auch dem defensiven Rookie des Jahres in Quarterback C.J. Stroud beziehungsweise Edge-Rusher Will Anderson Jr., schafften es die Texaner sensationell bis in die Divisional Round (10:34 gegen Baltimore). Im eigentlich angedachten Rebuild hat Houston dadurch gewissermaßen mehrere Jahre übersprungen.
Mit dem Trade für Star-Receiver Stefon Diggs sowie der kostspieligen Verpflichtung von Minnesotas jahrelangem und verlässlich starken Quarterback-Jäger Danielle Hunter haben die Texans in der abgelaufenen Offseason auch gleich ihre neuen Ambitionen untermauert und sich prominent verstärkt: Sofern Stroud - der mit Diggs, Nico Collins und Tank Dell nun eines der besten Passempfänger-Trios vorfindet - nicht wider erwarten einen Schritt zurück macht, kann es für die Texans erneut weit gehen. Favorit auf den Divisionssieg sind sie auf alle Fälle.
Dahinter dürften aber auch die Jacksonville Jaguars ein Auge auf die Krone im Süden der AFC haben. Seit Jahren gelten die Jags im Grunde als Geheimfavorit - nicht nur innerhalb ihrer Division. Das liegt allen voran natürlich an Quarterback Trevor Lawrence. Mehr als eine Playoff-Teilnahem vor zwei Jahren (Aus gegen Kansas City) ist dabei aber noch nicht herumgekommen. Nach einer nicht zufriedenstellenden letzten Saison, in der auch die Endrunde verpasst worden war, lag nun eine der Prioritäten der Jags darin, Lawrence zu bezahlen. Ein Vertrauensbeweis und auch mehr Verantwortung für den 24-Jährigen, dessen Pässe neben Christian Kirk und Tight End Evan Engram in der kommenden Saison Neuzugang Gabe Davis und Rookie Brian Thomas Jr. fangen sollen.

In der Defensive haben die Jaguars nachgerüstet und mit Arik Armstead einen starken Defensive Tackle von den San Francisco 49ers losgeeist, der mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet wurde. Allen voran, um die Last etwas von den Schultern von Josh Hines-Allen, einem der besten Edge-Verteidiger der Liga, zu nehmen. Und womöglich kann eine weitere Säule in der Defensive Line auch dabei helfen, das Potenzial von Travon Walker, den First Overall Pick des Jahres 2022, zu entfalten.
Bei den Indianapolis Colts ruhen die Hoffnungen wie bereits im vergangenen Jahr auf Anthony Richardson, dessen Auftritte durchaus Lust auf mehr gemacht haben. Aber vor allem ruhen die Hoffnungen darauf, dass sich der 22-jährige Quarterback nicht erneut nach vier Spielen verletzt. Wenn Richardson seinen Körper besser zu schützen weiß als in der vergangenen Saison, sind die Colts durchaus ein interessantes Team - mit einer guten Offensive Line, einem aufstrebenden offensiven Playcaller in Shane Steichen und jungen, talentierten Offensivkräften wie Running Back Jonathan Taylor sowie den Receivern Michael Pittman Jr., Josh Downs oder Rookie Adonai Mitchell.
Dem gegenüber steht eine Defense, die mit Defensive Tackle Deforest Buckner einen alteingesessenen Anführer hat - auf den Edge-Positionen dagegen ruhen die Hoffnungen auf Rookie Laiatu Latu, auch weil der nächste Entwicklungsschritt des bereits in sein viertes NFL-Jahr schreitenden Kwity Paye nach wie vor ausgeblieben ist. Dazu bleibt die Ungewissheit auf Cornerback. Neben dem erfahrenen, aber vornehmlich im Slot eingesetzten Kenny Moore II vertrauen die Colts auf die 2023 gedrafteten JuJu Brents (2. Runde) und Jaylon Jones (7. Runde). Zwei junge Spieler, denen ein Entwicklungsschritt zuzutrauen ist, der aber auch kommen muss, wenn dies nicht zu einer Problemzone verkommen soll.
Mit knapp über 238 Millionen US-Dollar an kumuliertem Gesamt-Vertragsvolumen haben die Tennessee Titans in der Free Agency jede Menge Geld in die Hand genommen - nur die Atlanta Falcons (unter anderem für Kirk Cousins) und die Carolina Panthers waren noch spendierfreudiger. Darunter die stattlichen Vierjahresverträge für Receiver Calvin Ridley oder Center Lloyd Cushenberry sowie die Dreijahresverträge für Running Back Tony Pollard oder Cornerback Chidobe Awuzie. Und in dieser Aufzählung wird der Vertrag des von Kansas City Chiefs per Trade geholten Cornerbacks L'Jarius Sneed noch nicht einmal berücksichtigt.
Stehen und Fallen tut in "Music City" letztlich aber alles damit, ob der neue Head Coach Brian Callahan die Offense um den in sein zweites Jahr gehenden Quarterback Will Levis - mit das größte Fragezeichen bei den Titans - auf ein neues Level hebt. Mit einem Receiver-Trio bestehend aus eben Ridley, DeAndre Hopkins und dem ebenfalls geholten Tyler Boyd sowie einer O-Line um den an Position 7 gedrafteten Left Tackle J.C. Latham ist ein durchaus stabiles Gerüst zumindest mal vorhanden. Nach dem Abgang der jahrelangen Walzmaschine Derrick Henry (Baltimore Ravens) soll es fortan als Läufer der ehemalige Cowboy Tony Pollard richten.
fys