17.09.2024
Cap-Space-Problemen und Alter wird getrotzt
Die New Orleans Saints machen Spaß und haben sich nach den ersten beiden NFL-Wochen zum mit Abstand offensiv erfolgreichstem Team aufgeschwungen. Allen voran die "Oldies" liefern ab - und lassen die Fans nun träumen.

Seit dem Karriereende von Legende Drew Brees (2020) und dem Abschied von Trainer Sean Payton, die dem 1966 gegründeten Franchise den bis heute einzigen Super-Bowl-Sieg (2009/10) beschert hatten, verkamen die New Orleans Saints zum klassischen Mittelmaß der NFL.
Denn nach der letzten Playoff-Teilnahme 2020/21 meldete sich das Team aus "The Big Easy" regelmäßig aus dem Rennen der Besten ab, erreichte kein einziges Mal mehr die Endrunde und schloss die jüngsten drei Spielzeiten in der ohnehin nicht qualitativ übermäßig starken NFC South mit den Bilanzen 9-8, 7-10 und wieder 9-8 ab. Mittelmaß eben.
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Schon das konnte übrigens als eine Art Erfolg gewertet werden, weil die Saints seit Jahren quasi Probleme mit dem Cap Space haben und Jahr für Jahr genau schauen müssen, wer überhaupt wie bezahlt werden kann. Ein Beispiel: Aktuell hat New Orleans nur noch etwas mehr als fünf Millionen US-Dollar übrig, um im 53 Mann starken Kader hantieren zu können. Nächstes Jahr sind es Stand jetzt minus 96 Mio.
Immer wieder war deswegen von Kritikern zu lesen, dass es vielleicht mal an der Zeit wäre, einen kompletten Umbruch/Neuanfang zu starten und eben keine routinierten Spieler wie Quarterback Derek Carr (2023 für vier Jahre und bis zu 150 Millionen US-Dollar geholt) oder Running Back Alvin Kamara (schlägt aktuell mit fast 20 Mio. US-Dollar gegen den Cap zu) mehr zu bezahlen. Die Folge wären ziemlich sicher noch schwächere Bilanzen am Saisonende, dafür ergäbe sich aber vielleicht die Chance auf langfristigen Erfolg.
Oder aber: Man vertraut wie Besitzerin Gayle Benson weiterhin dem aktuellen Gespann und darf sich - zugegebenermaßen nach erst zwei gespielten Wochenenden - vollends bestätigt fühlen.
Denn die Saints sind mit Spielmacher Carr, Läufer Kamara und Head Coach Dennis Allen (Nachfolger von Ex-Trainer Payton und 2022 als jahrelanger Defensive Coordinator befördert worden) bärenstark in diese Regular Season gestartet. Einem 47:10 über die Carolina Panthers, die wohl weiterhin das schlechteste NFL-Team bleiben werden und wo manch einer noch nicht viel Lob an New Orleans verteilt hatte, ließ das Team nun nämlich direkt noch ein 44:19 beim Duell mit den hocheingeschätzten Dallas Cowboys folgen.
91 verbuchte Punkte aus den ersten beiden Saisonspielen - an diesen Wert reicht bei weitem keine der anderen 31 Mannschaften. Und auch in der bisherigen NFL-Geschichte ist das kaum überboten worden. Etwa 2009 von den Brees-Saints (93) und 1968 von den Raiders (95).
"Ich spreche nur für die Offensive: Wenn man da rausgeht, abliefert, sich nicht selbst ins Knie schießt und einen explosiven Plan dabei hat, dann sind einem keine Grenzen gesetzt", freute sich am Sonntag etwa Running Back Kamara (29) beim Gespräch mit den US-Medien - und hatte selbst allen Grund dazu. Denn nach seinen 110 Total Yards plus Touchdown beim Auftakt ließ er dieses Mal 180 Total Yards und vier (!) Scores folgen. "Im Moment fühlt es sich natürlich gut an", schloss er seine Analyse, wollte aber von einem Hype noch nichts wissen. Dafür erkannte der in sein achtes NFL-Jahr gehende Saints-Profi (über 10.000 Yards und 82 TDs) selbst, dass die Saison noch jung ist.
Dennoch: Nach der Trennung vom jahrelangen Offensive Coordinator Pete Carmichael scheint der Angriff mit dem neuen Mann Klint Kubiak (zuletzt bei den Vikings, Broncos und 49ers aktiv) frischen Wind eingehaucht bekommen zu haben. Besonders auch Quarterback Carr, der mit seinen 33 Jahren hochmotiviert wirkt und äußerst akkurat wirft. Abgesehen von einer Interception im vierten Viertel nun gegen die Cowboys führte der Routinier sein Team in 16 Drives jeweils zu Punkten - und strich dabei selbst 443 Yards plus sechs TDs ein.
Wie weit es am Ende wirklich gehen kann - Super Bowl LIX (59) steigt Anfang Februar 2025 in New Orleans -, könnten schon die nächsten Wochen zeigen. Denn mit dem Heimspiel gegen Philadelphia (Sonntag, 19 Uhr), dem Gastauftritt in Atlanta (13. Oktober) und dem Match beim amtierenden Super-Bowl-Champion Kansas City (8. Oktober im Monday Night Game von Week 5) warten drei Playoff-Kandidaten.
mag