23.09.2024
Quarterback Dalton liefert für Carolina ab
Die Carolina Panthers waren nach den ersten beiden Spielen direkt drauf und dran, auch 2024/25 das schwächste NFL-Team zu werden. Die Maßnahme weg vom Quarterback-Talent hin zum Oldie hat aber direkt gefruchtet.

Erst vor wenigen Tagen hatten sich die Verantwortlichen der Carolina Panthers - darunter der neue Head Coach Dave Canales und der exzentrische Besitzer sowie Multi-Milliardär David Tepper - dazu entschlossen, Bryce Young auf die Bank zu verfrachten.
Trotz extrem schwieriger Umstände für den 23-jährigen First Overall Pick des NFL Drafts 2023 wie wenig zur Verfügung stehendem Top-Personal oder eine schwache Offensive Line hatte Young insgesamt nicht gut ausgesehen. Nach einer schwachen Vorsaison mit lediglich 2877 Yards, elf Touchdowns und zehn Interceptions ließ das vielversprechende Talent nur 245 Yards, keinen TD und drei Int. folgen.
Aus dem zweiten Glied rückte deswegen vor dem letzten Wochenende (Week 3) Andy Dalton auf als neuer Anführer der Mannschaft.
Wahrlich kein Unbekannter der National Football League: Bereits 2011 war der heute 36-jährige Routinier in die Liga gekommen - einige Jahre als Starting Quarterback der Cincinnati Bengals (2011 bis 2019) inklusive. Doch schon in seinen letzten Cincy-Jahren sowie in der Folge bei den Dallas Cowboys (2020), Chicago Bears (2021) und New Orleans Saints (2022) war sein Stern mehr und mehr gesunken.
Bis zum jetzigen Spiel bei den Las Vegas Raiders, als der einst mit Cincinnati in vier Playoff-Partien aufgetauchte Dalton (vier Niederlagen) sich und seine Kollegen zu einem eindrucksvollen 36:22 führte.
Mit 26 angebrachten Pässen bei 37 versuchten verbuchte der Oldie stolze 319 Passing Yards, leistete sich keinen Fehler und warf obendrein für gleich drei Touchdown-Pässe. Das Besondere dabei: Der schon beim Aufwärmprogramm cool agierende und für Fotos posierende kommentierte seine von allen Seiten gefeierte Leistung genüsslich-trocken.
Er habe einfach durch die Chance, im höheren Alter wieder als Starting Quarterback auftreten zu dürfen, die Möglichkeit gehabt, "einfach ich selbst sein und Spaß dabei haben zu dürfen. Einfach auch, weil du in diesen Sport so viel Arbeit steckst." Dass er dabei für Beobachter lässig wirken kann, ist für ihn nichts Neues: "Ich bin grundsätzlich einfach ruhig und relaxed."

Und diese Art darf er aus Panthers-Fansicht und aus Sicht des gesamten Franchises gern weiter auf dem Feld zeigen. Denn dass ein Quarterback Spaß verspührt und dabei noch äußerst erfolgreich ist, das hat es lange nicht mehr gegeben. Überhaupt: Welcher Beobachter hatte ernsthaft daran geglaubt, dass die Panthers nach dem 10:47-Auftakt gegen New Orleans und dem 3:26 gegen die L.A. Chargers ernsthaft binnen weniger Tage einen kompletten Turnaround hinlegen würden? Und dass der wegen seiner rötlichen Haare auch "Red Rifle" genannte Dalton zum ersten Spielmacher in dieser Saison avancieren würde, der über 300 Yards plus drei TDs erreicht?
Womöglich auch nicht Cheftrainer Canales, der nach diesem ersten Saisonsieg (Bilanz somit bei 1-2) nur sichtlich positiv gestimmt anmerkte: "Ich strahle innerlich über beide Ohren." Es seien anstrengende Tage gewesen, weswegen er jetzt auch "komplett erschöpft" sei. Aber gerade wegen Daltons Performance könne er sich mal wieder beruhigter schlafen legen. Einer Performance, die Panthers-Receiver Diontae Johnson wie folgt beschrieb: "Er hat einfach eine starke Präsenz." Dalton habe Carolina das gegeben, was lange Zeit vermisst worden war: "Er hat uns angeführt, hat gepunktet, abgeliefert. Und zusammen als Team haben wir dadurch den Fokus bis zum Sieg behalten."
mag