25.09.2024
Texaner bringen die PS nicht auf die Straße
Da stehen sie, die einmal mehr äußerst ambitionierten Dallas Cowboys. Und zwar im Regen. Denn nach drei Spieltagen in der NFL befinden sich die Texaner direkt in einer kleinen (Ergebnis-)Krise.

Der Druck in Dallas ist bekanntlich immens. Das Franchise ist schließlich das wertvollste der National Football League - und Milliardär sowie Besitzer Jerry Jones, der die Cowboys 1989 als damals schlechtes Team gekauft hatte, sehnt nichts sehnlicher herbei als den ersten Super-Bowl-Sieg seit 1995/96. Damals war den einst in den 70er Jahren glorreichen Texanern ein 27:17 gegen die Pittsburgh Steelers und damit der fünfte Super-Bowl-Coup insgesamt geglückt, der dritte unter Patron Jones.
Seither herrscht Dürre.
Immerhin: In den letzten Jahren stimmten an sich die Resultate wieder. Gleich dreimal in Folge schlossen die Cowboys hier die Regular Season mit einer 12-5-Bilanz ab, holten so zweimal die Krone der NFC East und zogen als Finalanwärter in die Playoffs ein. Dort aber folgte stets eine herbe Enttäuschung - Anfang dieses Jahres etwa mit einer krachenden 32:48-Heimniederlage gegen die Green Bay Packers.
Und nun? Momentan sieht es so aus, als müssten sich die vielen, vielen Fans Sorgen machen um einen weiteren Einzug in die Endrunde ab Januar 2025.
Zwar war in Week 1 ein souveräner 33:17-Erfolg bei den Cleveland Browns geglückt, seither aber setzte es ein deutliches 19:44 gegen die New Orleans Saints sowie ein erst gegen Spielende verschönertes 25:28 gegen die Baltimore Ravens.
Aushängeschilder wie der erst kürzlich mit einem Top-Vertrag ausgestattete Quarterback Dak Prescott, Star-Receiver CeeDee Lamb (ebenfalls fürstlich entlohnt) oder auch Defense-Maschine Micah Parsons, der im nächsten Jahr wohl den nächsten teuren Vertrag kassieren wird, hinken mit dem gesamten Team der großen Erwartungshaltung hinterher.
Und in einer US-Umfrage von WFAA-TV in Dallas haben sich 70 Prozent der Teilnehmer dafür ausgesprochen, dass die Hauptschuld für den 1-2-Start bei Besitzer Jones liegt. Dieser hat darauf in der Shan and RJ-Radioshow wie folgt reagiert: "Mir ist bewusst, dass man viel Kritik einstecken muss - gerade nach so einem Fehlstart." Sein Konter direkt: "Man kann viel Kritik einstecken und am Ende trotzdem die Trophäen in die Höhe strecken. Darum geht es hier." Kurzum: Am Ende der Saison werde Kritik akzeptiert, bis dahin vertraue er dem ganzen Team und schätze auch das vorhandene Talent sehr.
Etwas mehr Ruhe in Form von besseren Ergebnissen - sprich Siegen - wird dennoch zügig gebraucht. Das weiß auch Jones. Doch dazu braucht es mit Head Coach Mike McCarthy und seinen Assistenten einen Turnaround auf dem Rasen - in vielen Bereichen. Denn die Statistik spuckt Deutliches aus: Mit 185,7 zugelassenen Rushing Yards pro Spiel stellen die Cowboys etwa die schwächste Abwehr der NFL (Platz 32), allein in den beiden jüngsten Partien haben sie insgesamt 464 Rushing Yards erlaubt. Selbst wird dagegen pro Spiel nur zu 73,7 Yards gerannt (Rang 30). Der längste Lauf dabei in bislang drei Saisonspielen? Zwölf Yards - und die auch noch von Receiver Lamb.

Lamb selbst meldete sich am Wochenende nach dem 25:28 gegen die bis dato sieglosen Ravens ebenfalls zu Wort und sagte nach seinen mageren vier Catches für 67 Yards kleinlaut: "Ganz ehrlich: Ich habe mich selbst im Stich gelassen. Und natürlich habe ich das Team im Stich gelassen, was die Leistung angeht und was die Rolle des spielentscheidenden Spielers für das Team angeht."
Besser soll es direkt in der kommenden Nacht von Donnerstag auf Freitag (2.20 Uhr MESZ) werden, wenn Dallas Week 4 mit dem Thursday Night Game bei den New York Giants (1-2) eröffnet - und auch deswegen einen Sieg einfahren muss, weil die danach anstehenden Prüfungen immens schwer erscheinen. Es geht nämlich weiter bei den Steelers (3-0), gegen die Lions (2-1), bei den 49ers (1-2) und bei den Falcons (1-2).
mag