04.10.2024
Head Coach Saleh "liebt" seinen Spielmacher
Die New York Jets verweilen in diesen Stunden in London, um sich auf das bevorstehende und sehr wichtige NFL-Spiel vorzubereiten. Star-Quarterback Aaron Rodgers hat indes etwas klargestellt.

Die New York Jets sind mit recht mageren Offensivvorstellungen in diese Regular Season gestartet. Vor allem deswegen steht das äußerst ambitionierte Franchise aus dem "Big Apple", das schon seit 2010/11 keinen Playoff-Football mehr gesehen hat, nur bei einer 2-2-Bilanz.
Dem nach seinem Achillessehnenriss wieder fitten Aaron Rodgers sind allerdings schon gute Leistungen geglückt, wie auch kicker-Experte Adrian Franke in seinem neuen Power Ranking nach Week 4 erkennt. Allerdings hat das jüngste 9:10 gegen die Denver Broncos, als sich "A-Rod" unter einem Handtuch "begraben" hatte, für Verwunderung gesorgt. Auch wenn das Wetter hier schlecht war.
Seither ranken sich wieder Berichte über ein Zerwürfnis zwischen Jets-Cheftrainer Robert Saleh und Spielmacher Rodgers, zwischen denen es schon einige Male Interpretationsstoff gegeben hat. Im Juni etwa ist der Quarterback vom Head Coach mit einer Geldstrafe versehen worden. Der Grund: Obwohl ein kleines Trainingslager angesetzt war, befand sich Rodgers zu diesem Zeitpunkt im Urlaub in Ägypten.
Dazu gab es nach dem souveränen Sieg über die Patriots (24:3) eine komisch wirkende Szene zwischen den beiden, als Saleh mit dem 40-jährigen Ex-Packer inniglich jubeln wollte und dieser den Anschein machte, seinen Cheftrainer etwas wegzustoßen.
Im Anschluss ans jüngste 9:10 gegen Denver, während dem die New Yorker Offense gleich fünf Fehlstarts fabriziert hatte, hatte der in der Kritik stehende Saleh außerdem sinngemäß Rodgers' Tonfall während der offensiven Snaps kritisiert. Und dass dieser eventuell die Mitspieler verunsichere. Dabei ist der einmalige Super-Bowl-Champion bekannt dafür, mit seinen Ansagen gegnerische Abwehrreihen regelmäßig in die Falle tappen zu lassen. Oder war das alles am Ende gar keine Kritik vom Head Coach? Das wird zumindest aktuell beteuert.
Rodgers etwa, der sich aktuell mit seiner Mannschaft in London für das am Sonntag (15.30 Uhr) anstehende Duell mit den bei 4-0 stehenden Minnesota Vikings vorbereitet, hat etwa Folgendes mitgeteilt: "Wir sind wirklich gute Freunde. Wir genießen es, einander zu haben. Wir verbringen fast jeden Tag zusammen in seinem Büro, um über alles Mögliche zu sprechen - über die Energie des Teams, den Fokus des Teams und wie wir den Erfolg auf den Weg bringen. Auch wie ich ihm dabei helfen kann, wie er mir helfen kann. Wir pflegen eine gute Beziehung miteinander."
Vor Tagen in der Pat McAfee Show hat er zudem angemerkt: "Es wird immer Narrative geben. Da hat man zwei Möglichkeiten. Man kann auf der Welle, die einer Achterbahnfahrt gleichkommt, reiten. Oder man kann sagen: 'Scheiß drauf, mir egal.'" Er sei im letzteren Lager und kümmere sich nicht um Themen, "die außerhalb der Jets-Organisation stattfinden".
Saleh reiht sich in diesen Kontext ein und sagt über seinen Anführer auf dem Feld: "Alles fantastisch. Ich liebe diesen Typen."
Klar ist: Sollten die Jets im Tottenham Hotspur Stadium zu London einen Sieg erringen, die Vikings schlagen und sich selbst auf 3-2 zu verbessern, alle Nebengeräusche würden erst einmal abgestellt werden. Ein gutes Vorzeichen dafür: Gegen keinen anderen Gegner als gegen die Vikes, die "A-Rod" in seiner Green-Bay-Zeit (2005 bis 2022) oft gesehen hat, sieht die Bilanz besser aus. Rodgers hat gegen Truppen aus Minneapolis bereits 57 Touchdown-Pässe bei nur acht Interceptions verbucht. Das hat überhaupt kein NFL-Quarterback seit 1970 geschafft.
Und dass gerade in der Metropole und Medienhochburg New York schnell aus Mücken Elefanten und jegliche Themen aufgegriffen sowie teilweise aufgebauscht werden, das weiß Head Coach Saleh zur Genüge. Sein Kommentar - versehen mit einem Grinsen: "Druck? In New York?" Seiner Meinung nach könne ein neues Team im Aufbau kommen, der Druck wäre genauso groß. "Es spielt keine Rolle. Sie müssen gewinnen. Es ist New York; die Erwartung ist, zu gewinnen. Wenn man gewinnt, geht's in den Super Bowl. Wenn Sie verlieren: alle feuern."
mag