20.10.2024
NFL, Week 7: Tränen bei Clevelands Quarterback Watson
Die bis dato unbesiegten Minnesota Vikings haben bei einem dramatischen Duell mit den Detroit Lions die erste Niederlage kassiert und zugleich die NFC-North-Krone abgegeben. Eagles-Star Saquon Barkley hatte derweil mächtig Spaß mit seinem ehemaligen Team - und die Green Bay Packers können sich doch wieder auf einen Kicker verlassen.

Ein Field Goal aus 44 Yards sollte bei diesem mit Spannung erwarteten Duell das Zünglein an der Waage sein. Genauer gesagt der erfolgreiche Schuss von Detroits Kicker Jake Bates, der 15 Sekunden vor Ablauf der Uhr aus einem 28:29-Rückstand den 31:29-Sieg eintütete.
Es war ein großartiges Spiel, das sich zwischen den stark gestarteten NFC-North-Teams aus Minneapolis (5-1) und Detroit (5-1) vor fast 70.000 lautstarken Fans im U.S. Bank Stadium ereignete - mit dem besseren Start für die heimischen Vikings. Running Back Aaron Jones etwa eröffnete mit einem tollen Lauf über 34 Yards zum 7:0, ehe sein Gegenüber Jahmyr Gibbs (150 Total Yards) das Spiel an sich riss. Der Läufer der Lions, die nach Quarter eins 0:10 zurückgelegen hatten, spulte über 45 und acht Yards gleich zwei TD-Spurts im zweiten Viertel ab. Außerdem fand Quarterback Jared Goff, der an diesem Tage auf 280 Yards und zwei Scores (keine Interception) kam, den deutsch-amerikanischen Receiver Amon-Ra St. Brown für 35 Yards. Und so hatte "Motor City" plötzlich einen 21:10-Pausenvorsprung hergestellt.
Doch Spielmacher Sam Darnold (259 Yards, ein TD, eine Int.) gab mit seinem Team nicht auf, Top-Receiver Justin Jefferson sowie ein Fumble Return zum Touchdown von Linebacker Ivan Pace Jr. stellten bis Ende des Spiels plötzlich den 29:28-Vorsprung wieder her.
Der Rest ist bekannt: Die Lions kamen nochmals zu einem erfolgreichen Drive, ehe Kicker Bates zur Tat schritt. Und ganz nebenbei seine famose Serie fortführte. Der Profi aus Detroit nämlich steht in dieser Regular Season bislang bei zehn von zehn verwandelten Field Goals.
Knapp hinter den bei 5-1 stehenden Lions und Vikings positionierten sich die Green Bay Packers (4-2), die das intensive und sehr knappe Duell mit Top-Team Houston (5-2) wie Detroit erst kurz vor Schluss endgültig auf ihre Seite zogen.
Auch hier spielte ein Kicker die Hauptrolle. Sein Name: Brandon McManus. Der 33-Jährige, lange Jahre in Denver aktiv und zuletzt für die Jaguars im Einsatz, war nach den schwachen Auftritten des inzwischen entlassenen Rookies Brayden Narveson erst vor wenigen Tagen verpflichtet worden. Ohne viel Training und viele Testversuche war der Routinier nun drei Sekunden vor Schluss ins kalte Wasser geworfen worden - beim Stand von 21:22. Gleich zweimal - einmal nahm Texans-Cheftrainer DeMeco Ryans noch eine Auszeit kurz vor dem ersten Versuch - verwandelte McManus aber sicher aus 45 Yards und stellte damit Green Bays gefeierten und wichtigen 24:22-Heimsieg her.
Zuvor war es teils hin- und hergegangen, auch weil sich Packers-Spielmacher Jordan Love (220 Yards) abgesehen von seinen drei starken Touchdown-Pässen - einer davon auf den erstmals in sechs Jahren beim 212. Catch als Receiver in Richtung Endzone erfolgreichen Running Back Josh Jacobs (NFL-Rekord) - auch wieder zwei Picks erlaubt hatte. Allerdings wussten die Texans um den stark aufgehaltenen C. J. Stroud (nur 86 Passing Yards) nur läuferisch mit Joe Mixon (115 Yards und zwei TDs) zu überzeugen - letztlich zu wenig.
Groß im Blickpunkt in dieser Week 7 stand auch Saquon Barkley. Der bärenstarke Running Back, der als Second Overall Pick des NFL Drafts 2018 zu den New York Giants gekommen war und dort bis zu seinem Wechsel zu den Philadelphia Eagles in dieser Offseason erfolgreich als Publikumsliebling gespielt hatte, schlug schließlich zur früheren Sonntagsstunde bei seinem ehemaligen Team auf.

Aufregung war dem 27-Jährigen dabei nicht anzusehen. Vielmehr riss Barkley das Spiel dieser beiden rivalisierten NFC-East-Kontrahenten im MetLife Stadium komplett an sich, wenngleich die Eagles auch im sechsten Saisonspiel wieder nicht auf Punkte im ersten Quarter kamen. Am Ende spulte der Running Back aber mit 17 Läufen stolze 176 Yards - 10,4 per carry im Schnitt - inklusive einem Touchdown ab.
Die Defense der New Yorker, die den ehemaligen Star mit Buhrufen empfangen hatten, fanden nie ein Mittel - auch nicht gegen Eagles-Quarterback Jalen Hurts, der neben 114 Yards samt TD-Wurf auch noch zwei kurze Touchdown-Läufe via "Tush Push" verzeichnete. Am Ende verbesserte sich Philadelphia mit einem nie gefährdeten 28:3-Erfolg auf 4-2, während die in vier sieglosen Heimspielen erst bei einem Touchdown stehenden "G-Men" um Spielmacher Daniel Jones (99 Passing Yards, kein TD, keine Int.) auf 2-5 abrutschten.
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Die schwach gestarteten Cincinnati Bengals (3-4) kommen immer besser rein und tüteten beim internen AFC-North-Vergleich mit dem zuletzt angezählten Cleveland (1-6) einen 21:14-Erfolg ein. Während Star-Quarterback Joe Burrow dabei mit 181 Yards und zwei Touchdown-Pässen auf seine Top-Receiver Ja'Marr Chase und Tee Higgins zu überzeugen wusste, mussten die Browns noch in der ersten Hälfte den Verlust von Spielmacher Deshaun Watson verkraften. Der kritisch gesehene Profi riss sich vermutlich die Achillessehne, brach beim Abtransport in Tränen aus und erhielt dabei von den Rängen höhnischen Applaus von den eigenen Fans. Das gefiel Defensive End Myles Garrett gar nicht, der im Gespräch mit US-Medien anmerkte: "Wir sollten uns für so ein Verhalten schämen. Das hat keiner verdient."
Nach 3:0-Saisonstart und 3:3-Einbruch kam Seattle in dieser Week 7 zurück in die Erfolgsspur - mit einem beachtlichen 34:14 auswärts bei den ebenfalls als Play-off-Team gehandelten Atlanta Falcons (4-3). Nach drei schwachen defensiven Auftritten wusste dabei vor allem die Defense der Seahawks mit gleich drei erzwungenen Turnovers gegen Spielmacher Kirk Cousins (232 Yards, ein Touchdown, zwei Interceptions plus Fumble) wieder zu gefallen. Genauso gefiel Seattles Quarterback Geno Smith, dem neben 222 Total Yards zwei Scores gelangen.
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