02.12.2024
Jaguars-Quarterback erleidet Gehirnerschütterung
Die unschönste Szene an diesem NFL-Wochenende ereignete sich beim Vergleich zwischen Jacksonville und Houston. Texans-Übeltäter Azeez Al-Shaair meldete sich inzwischen zu Wort.

Gerade erst war Jaguars-Quarterback Trevor Lawrence nach wochenlanger Verletzungspause (Schulter seines linken Armes) auf den Rasen zurückgekehrt, schon erwischte es den Spielmacher wieder.
Dieses Mal allerdings unverschuldet: Im zweiten Quarter beim Heimspiel gegen die Houston Texans (20:23, die Texaner damit im Playoff-Rennen mit 8-5 weiter gut dabei) lief Lawrence bei einem Spielzug selbst und links raus, ehe er nach einigen Yards freiwillig zum Slide ansetzte.
Bei einem Quarterback-Slide endet der Spielzug an dieser Stelle - und Tacklings sind strengstens untersagt. Houstons Linebacker Azeez Al-Shaair aber hatte durchgezogen und einen rücksichtslosen Hit in die Kopfgegeng seines Gegenspielers gesetzt. Der Jaguars-Quarterback, der mit seinem Team bei 2-10 steht und keine Aussichten auf ein Endrunden-Ticket mehr hat, blieb in der Folge liegen.
Doch mehr als das: Während sich Akteure beider Teams in der Folge eine gewatige Rudelbildung lieferten, musste Lawrence mehrere Minuten liegend auf dem Platz untersucht und behandelt werden. Dabei ballte er beide Hände zu Fäusten - ein typisches Anzeichen einer schweren Gehirnerschütterung. Das Ballen ist in Fachkreisen auch bekannt als Fechtreaktion (fencing response).
Linebacker Al-Shaair, der nach seinem brutalen Foulspiel vom Spiel ausgeschlossen worden war, wurde beim Verlassen des Innenbereichts von wütenden Fans bestimmt. Und auch nach der Partie war diese Aktion das Dauerthema. "Das ist ein Spielzug, der in unserer Liga nichts zu suchen hat", sagte etwa Jaguars-Cheftrainer Doug Pederson im Anschluss an die Partie.
Und auch DeMeco Ryans, Head Coach der siegreichen Texans, stimmte mit ein: "Das ist nicht das, was wir lehren. Wir wollen einfach in allem, was wir tun, klug sein und unser Team nicht verletzen. Ich wollte die Rudelbildung und all die Folgen nicht sehen. Das ist nicht das, wofür wir stehen."
Immerhin: Später meldete sich Spielmacher Lawrence noch aus dem Krankenstand zu Wort und verkündete via Instagram: "Vielen Dank an alle, die sich gemeldet und für mich gebetet haben. Ich bin zu Hause und fühle mich besser." Eine genaue Ausfallzeit ist nicht bekannt, ein Risiko werden und müssen die Jaguars aber nicht mehr eingehen - zumal diese Regular Season sowieso gelaufen ist.
Inzwischen äußerte sich auch Übeltäter Al-Shaair - und entschuldigte sich ausführlich bei Quarterback Lawrence. In einem offiziellen Statement an die NFL und den verletzten Akteur schrieb der Linebacker auf Social Media: "Ich habe das Spiel immer so hart gespielt, wie ich konnte. Nie aber mit der Absicht, jemanden zu verletzen. Jeder, der mich kennt, weiß das [...] Ich habe wirklich nicht gesehen, dass er zum Slide ansetzte, bis es zu spät war. Das alles passiert in einem Wimpernschlag. Bei Trevor entschuldige ich mich aufrichtig für das, was passiert ist. Vor dem Spiel haben wir miteinander gesprochen und ich habe dir gesagt, wie schön es war, dich wieder auf dem Spielfeld zu sehen und habe dir alles Gute gewünscht. Ich würde nie wollen, dass ein Spieler wegen eines von mir verursachten Hits verletzt wird - vor allem nicht, wenn dieser als 'spät' oder 'unnötig' eingestuft wird."
mag