20.01.2025
NFC-North-Konkurrent schlägt zu
Dass die Detroit Lions wohl ihre beiden starken Coordinator an andere NFL-Teams verlieren würden, schien längst klar. Nun steht fest, wohin es den langjährigen und erfolgreichen Offensive Coordinator Ben Johnson ziehen wird.

Obwohl sich die Chicago Bears vor dieser NFL-Saison massiv verstärkt und ihren clever ertauschten First Overall Pick für den NFL Draft 2024 für Quarterback Caleb Williams aufgewendet hatten, verpasste das stolze und sehnsüchtige Franchise aus der "Windy City" die Playoffs (nur sechs Teilnahmen in den jüngsten 30 Jahren - zuletzt 2020/21) deutlich.
Nach sogar noch ordentlichem Regular-Season-Start liefen die Bären mit Abstand als Letzter der NFC North ein (5-12) - auch weil die direkte Konkurrenz aus Green Bay (11-6), Minneapolis (14:3) und Detroit (15-2) allesamt stark unterwegs waren und sich jeweils für die Endrunde qualifizierten.
Ihren Trainer Matt Eberflus, erst 2022 als Hoffnungsträger eingestellt, hatten die Bosse in Chicago derweil schon nach einer bitteren wie kuriosen Thanksgiving-Niederlage entlassen - und sich seither auf der Suche nach einem neuen, vielversprechenden Head Coach befunden.
Diese Suche endete nach mehreren Gesprächen mit insgesamt 17 (!) potenziellen Kandidaten (u. a. Pete Carroll, Ron Rivera, Brian Flores) an diesem Montag bei Ben Johnson. Der Deal ist laut ESPN quasi durch, die Unterschrift dürfte in naher Zukunft erfolgen. Am Abend (Ortszeit) bestätigte dann auch Johnsons Berateragentur Priority Sports die Entscheidung. Damit geht der bisherige Offensive Coordinator der Detroit Lions zum direkten NFC-North-Konkurrenten.
Johnson war seit 2019 in verschiedenen Positionen als Assistenztrainer beschäftigt, ehe er die Offense ab 2022 komplett verantwortete - und ihr einen famosen Touch verlieh (mit 28,2 Punkten im Schnitt pro Spiel zwischen 2022 und 2024 der Top-Wert innerhalb der NFL). Zusammen mit Head Coach Dan Campbell (früherer Tight End der Lions und seit 2021 im Amt) ließ Johnson begeisterten Football mit jeder Menge kreativer Einfälle spielen - und führte das leidgeplagte sowie ohne Super-Bowl-Titel dastehende Franchise mit Akteuren wie Quarterback Jared Goff, Receiver Amon-Ra St. Brown oder Running Back Jahmyr Gibbs zuletzt zur besten Saison der eigenen Geschichte (Top Seed mit 15-2).
Besonders stark auch, dass sich Johnson nach verbrieftem Interesse von zahlreichen Teams überhaupt noch einmal für seinen OC-Job für diese Spielzeit 2024/25 entschieden hatte - nur leider musste er an diesem Wochenende den großen Traum vom Super-Bowl-Triumph erneut begraben. So stand nach der NFC-Finalniederlage 2024 (31:34 gegen die San Francisco 49ers) dieses Mal schon im Divisional-Heimspiel gegen die überraschenden Washington Commanders das Aus fest (31:45).
In Defensive Coordinator Aaron Glenn, seit 2021 im Amt, stehen die Detroit Lions übrigens vor einem weiteren Verlust. Das hat Cheftrainer Campbell längst angedeutet. Der gebürtige Texaner wird von mehreren Seiten umworben, ist etwa auch mit den Chicago Bears in Kontakt gewesen.
Die neue Kolumne von kicker-Experte Adrian Franke: Baltimores Playoff-Problem - und schließt sich das Fenster der Lions schon wieder?
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