04.02.2025
Die besten Free Agents 2025
Der Super Bowl steht noch an, doch für 30 Teams geht der Blick längst Richtung Offseason. Das heißt konkret: In der Zeit des Jahres werden Free-Agent-Profile ausgearbeitet und ein Plan für den März erstellt. Wie sieht die diesjährige Klasse überhaupt aus? Welche Stärken und Schwächen bietet der Markt? kicker-Experte Adrian Franke fasst die Free Agents zusammen und sortiert die besten Kandidaten in seinem Top-30-Ranking.

Interessant ist dieses Jahr die Qualität in den Trenches. In der Offensive Line gibt es mehrere gute Guard-Optionen. Einige davon finden sich in der Top 30 wieder, dazu kommen einige Veterans, wie etwa James Daniels. Auf Tackle wären Tyron Smith und Morgan Moses zu den unten aufgeführten Optionen zu nennen.
Die Defensive Line bietet noch mehr. Calais Campbell spielt auch mit 38 Jahren noch auf einem Level, auf dem er eine Hilfe sein kann. Cincinnatis B.J. Hill ist fast zehn Jahre jünger und ein rundum solider Interior-Defender, der einer Front insbesondere gegen den Run mehr Stabilität verleihen kann. Detroits Levi Onwuzurike ist eine jüngere Interior-Pass-Rush-Option. Demarcus Lawrence hatte eine weitere verletzungsgeplagte Saison und wird 33 im April, eine kurzfristige Pass-Rush-Hilfe ist er aber immer noch.
Wer nach jüngeren, langfristigeren Möglichkeiten auf Edge sucht: Azeez Ojulari von den Giants war schon zur Trade-Deadline jemand, der bei anderen Teams gehandelt wurde. Malcolm Koonce von den Raiders hatte eine sehr vielversprechende 2023er Saison, verletzte sich dann aber im vergangenen September drei Tage vor Saisonstart am Knie und verpasste die gesamte Saison. Koonce könnte sich als Steal entpuppen.
Drei große Namen stechen auf der Running-Back-Position dieses Jahr hervor - der Tie-Breaker zwischen Najee Harris und Minnesotas Aaron Jones ist das Alter: Jones ist im Dezember 30 Jahre alt geworden, Harris wird im März 27. Insbesondere auf dieser Position ist das ein gewichtiges Argument.
Vielleicht der spannendste Kandidat aus dem Trio ist aber J.K. Dobbins, sollten die Chargers ihn gehen lassen. Nach mehreren schweren Verletzungen hatte Dobbins eine spektakuläre Comeback-Saison, in welcher er zum ersten Mal in seiner Karriere über 160 Runs in einer Saison abliefern konnte, und 27 Runs über mindestens zehn Yards auflegte. Ebenfalls persönlicher Karriere-Bestwert.
Rico Dowdle, Cam Akers, Javonte Williams - und, je nachdem, was mit ihm passiert, Nick Chubb komplettieren das Running-Back-Bild. Es ist eine klar schwächere Gruppe als letztes Jahr, während gleichzeitig die Running-Back-Draft-Klasse deutlich stärker ist als im Vorjahr. Erwartet dementsprechend einen langsamen Markt auf dieser Position.
Und dann wären da noch die Quarterbacks. Russell Wilson hat in dieser Saison klar unterstrichen, was er an diesem Punkt seiner Karriere ist: Er hat noch immer den Deep Ball im Arm, aber konstantes Ballverteilen als Passer sollte man von ihm nicht erwarten. Man muss eine sehr spezifische Offense mit Wilson spielen - will das noch jemand 2025 machen? Oder setzt sogar noch jemand eher auf die Athletik von Justin Fields, dessen Limitationen als Passer aber früh in der Saison ebenfalls sichtbar waren.
Vermutlich ist Sam Darnold der einzige legitime Starter dieser Gruppe. Und selbst bei Darnold bleibt abzuwarten, inwieweit diese Aussage außerhalb des Vikings-Ökosystems tatsächlich gilt.
Eine Knöchelverletzung inklusive Operation Anfang Dezember beendete Martins Saison vorzeitig. Der mehrfache All-Pro schlug sich zusätzlich mit einer Schulterverletzung herum. Es war die zweite Saison in Folge, in der Martin mit Verletzungen zu kämpfen hatte, und auch die zweite Saison in Folge, in der seine Leistung nachließ.
Martin wurde 34 im vergangenen November und über fast zehn Jahre war er einer der besten Guards in der NFL. Die letzten beiden Jahre legen aber nahe, dass diese Ära im Rückspiegel liegt. Ein kurzfristiger Vertrag, um eine Interior Line vorübergehend zu stabilisieren - vielleicht in Houston? -, ist das wahrscheinlichste Szenario für Martin.

Ein Ende Oktober erlittener Kreuzbandriss wird ein maßgeblich bestimmender Faktor für Diggs' Free Agency sein. Receiver jenseits der 30 - Diggs wurde im November 31 Jahre alt - haben in der Regel ohnehin nicht den stärksten Markt; in der Reha nach einer schweren Verletzung gilt das umso mehr.
Vor diesem Hintergrund halte ich es für denkbar, dass Diggs letztlich schlicht in Houston verlängert. Denn für die Texans war er bis zur Verletzung ein sehr verlässlicher Receiver. Diggs spielte in seiner ersten Saison in Houston so viel, wie noch nie in seiner Karriere im Slot, und war dort ein produktives Target für C.J. Stroud.
Gut möglich, dass ein Positionswechsel noch konsequenter nach innen Diggs' Karriere ein wenig verlängern kann. Und kein Team kennt Diggs spezifisch in dieser Rolle, oder hinsichtlich seiner Reha-Fortschritte besser.
Nach einer durchwachsenen Vorsaison in Washington und San Francisco hatte Young bei den Saints in schwierigeren Umständen eine überraschend gute Saison. Der einstige Nummer-2-Overall-Pick zeigte seine Physis als Pass-Rusher, 66 Quarterback-Pressures bedeuten die Einstellung seines persönlichen Bestwerts für eine Regular Season.
Young hat sich nie in den Elite-Pass-Rusher entwickelt, den man aus dem College und selbst noch nach seiner Rookie-Saison erwartet hatte. Aber er hat in der vergangenen Saison gezeigt, dass er immer noch ein solider Starter sein kann. Und er wird im April gerade mal 26 Jahre alt.
Als die Bills Cooper Mid-Season via Trade aus Cleveland holten, war die Idee dahinter klar: Cooper sollte Buffalos sehr auf Quick Game und Underneath-Targets ausgelegter Passing-Offense die Nummer-1-Option geben. Den Receiver, der Coverages diktieren und Räume öffnen, aber auch einen Ausweg bieten kann, wenn Gegner die Mitte des Feldes im Passspiel sowie das Run Game weg nehmen.
Die Ergebnisse waren gemischt, bestenfalls. Cooper hatte einzelne gute Spiele, kam aber auf kein 100-Yard-Spiel, und sein einziges Bills-Spiel mit mehr als fünf Catches war der wilde Shootout gegen die Rams (42:44): Da hatte Cooper sechs Catches für 95 Yards, sein produktivstes Spiel - allerdings auch bei satten 14 Targets. In keinem anderen Spiel hatte er mehr als fünf.
Cooper wird im Sommer 31 und sollte an diesem Punkt seiner Karriere nicht mehr als Low-End-Nummer-1 betrachtet werden. Realistischer ist, dass er noch eine solide Nummer 2 als kurzfristige Lösung sein kann, im Windschatten eines Top-Receivers. Ich denke da beispielsweise an die Bengals, sollte Cincinnati Tee Higgins tatsächlich gehen lassen.
Nach der 2022er Saison wirkte Hufanga wie der nächste hochspannende Top-Safety. Doch ein Kreuzbandriss beendete die 2023er Saison frühzeitig, 2024 konnte er infolge von Verletzungen am Knöchel und am Handgelenk nur sieben Spiele absolvieren. In Woche 18 erlitt er zum Abschluss der Saison zudem eine Gehirnerschütterung.
Was Hufanga in puncto Physis, Explosivität und Antizipation - sowohl wenn er auf Routes vor sich triggert, als auch wenn er nach vorne in seine Gap gegen den Run kommt - 2023 und 2022 gezeigt hat, sollte genug sein, um ihm trotz der äußerst frustrierenden letzten eineinhalb Jahre einen guten Markt zu bescheren. Ein wenig mehr Projection als noch vor zwei Jahren gehört allerdings dazu.
Douglas hatte dieses Jahr mehr Probleme in Coverage als wir es von ihm gewohnt sind - und da hilft es nicht, dass er Ende August 30 Jahre alt wird. Ein Alter, das auf der Cornerback-Position häufig einen Karriere-Cutoff-Punkt einleitet.
Über die Jahre davor war er ein exzellenter Outside-Corner, in Green Bay und dann nach dem Trade zu den Bills. Douglas ist ein sehr großer, physischer Corner, und ich will nicht ausschließen, dass er nochmal näher an seine 2023er Form ran kommt. Aber mit Blick auf das Alter und die Saison, aus der er kommt, reden wir höchstwahrscheinlich über etwas in der Richtung eines Zweijahresvertrags und definitiv über eine kurzfristige Lösung.
Der im Super Bowl erlittene Achillessehnenriss nahm Greenlaw fast die gesamte 2024er Saison, lediglich 34 Snaps spielte der 27-Jährige spät im Jahr noch.
Davon ausgehend, dass er mit einer vollen, gesunden Offseason wieder näher an sein eigenes Level herankommt, ist Greenlaw ein spannender Free Agent: Linebacker ist eine Position, bei der ich mehr und mehr der Meinung bin, dass ich sie weitestgehend ausschließlich über die Free Agency mit Veterans besetzen will. Es ist eine der schwierigsten Projections vom College in die NFL, und selbst wenn man mit einer Analyse richtig liegt, dauert es häufig mehrere Jahre, bis sich Linebacker in der NFL zurechtfinden.
Diese Fragen gibt es bei Greenlaw nicht. Er kann einer Front sofortige Stabilität verleihen, und das ist viel wert.

Bei Brown gehört ein wenig Fantasie in der Projection mit dazu, aber gerade in dieser Free-Agency-Receiver-Gruppe ist er ein Kandidat, auf den ich eher setzen würde, als auf einige der älteren Receiver wie Diggs, Cooper oder auch Chiefs-Kollege DeAndre Hopkins.
Von einem kurzfristigen Vertrag sprechen wir auch hier, das Risiko wird also überschaubar sein. Aber Brown wird im Sommer erst 28 Jahre alt, und die große Frage lautet: Bleibt er fit?
Eine Fußverletzung prägte bereits seine letzte Saison in Arizona 2023, und die laufende Saison verpasste er infolge einer Schulterverletzung fast komplett.
Der Medizincheck und die medizinische Einschätzung der jeweiligen Teams wird bei ihm also eine vergleichsweise große Rolle einnehmen. Ich halte ihn immer noch für einen Receiver, der als Nummer 2 eine Offense öffnen kann. Sein Speed ist nach wie vor da, Brown kann damit auch Underneath und über die Mitte des Feldes arbeiten.
Ich will ihn in einer Situation sehen, in der er keine tragende Rolle einnehmen muss und eher Räume einerseits nutzen, andererseits aber auch für andere Receiver öffnen kann.
Zwei Jahre als überdurchschnittlicher Starting-Left-Tackle für die Rams für den einstigen Undrafted Free Agent sind eine spannende Rampe Richtung Free Agency.
Ein großer Tackle mit guten Movement-Skills, der sich in einen verlässlichen Pass-Blocker entwickelt hat und im Sommer erst 27 Jahre alt wird: Jackson ist fast immer noch ein wenig unter dem Radar, ich bin gespannt, ob sein Markt das widerspiegelt. Dann könnte er ein Steal werden.
Eine Wadenbeinverletzung beendete Fries' Saison in Woche 5 - nicht nur bitter mit Blick auf seine anstehende Free Agency, sondern auch, weil er bis dato seine mit weitem Abstand beste Saison gespielt hatte.
Das könnte reichen, um dafür zu sorgen, dass Fries vielleicht gar nicht auf den Markt kommt: Es ist kein Geheimnis, dass die Colts in der Free Agency bevorzugt ihre eigenen Free Agents halten. Fries ist ein physischer Run-Blocker mit Power, der hier auch eine gewisse Attitude mitbringt.
Fries wird im April 27 und wenn er ansatzweise das bestätigen kann, was er in den ersten fünf Wochen dieser Saison gezeigt hat, kann er für mehrere Jahre ein Fixpunkt für eine Interior Line sein.
In drei Regular Seasons bei den Jets hat Mekhi Becton 1.621 Snaps auf Left Tackle, sowie 101 Snaps auf Right Tackle gespielt. Das wars. Kein einziger Snap innen.
Die Eagles sahen eine Chance, einen physisch zweifellos hochveranlagten Spieler anderweitig einzusetzen, und gaben Becton als Free-Agency-Schnäppchen in die vertrauensvollen Hände von Line-Coach Jeff Stoutland. Unter dem hatte Becton prompt seine bis dato vielleicht beste Saison - auf Right Guard. Trotz seiner enormen Größe funktionierte der einstige Nummer-11-Overall-Pick der Jets hier überraschend gut und war von Woche 1 an ein fester Starter in Philadelphias Line.
Becton wird im April erst 26 Jahre alt, und natürlich liegt ein wenig Risiko darin, darauf zu setzen, dass er auch außerhalb von Stoutlands Führung diesen eingeschlagenen Pfad fortsetzen kann. Und: Verletzungen waren bisher ein steter Begleiter in seiner Karriere.
Aber der Guard-Markt ist zuletzt explodiert, und ich denke nicht, dass wir hier am Ende schon angekommen sind. Becton wird bei einigen Teams noch immer mit Pre-Draft-Einschätzungen hoch im Kurs stehen, und seine jüngste Entwicklung auf Guard sollte ihm einen netten Zahltag bescheren.
Jenkins komplettiert das Guard-Trio. Jenkins' NFL-Karriere startete auf Left Tackle, doch schon in seiner zweiten Saison wurde er auf Guard umgeschult - wo er sich deutlich besser zurechtfand. 2024 war sein erstes Jahr, in dem er ausschließlich Left Guard spielte, und das ebenfalls mit Erfolg.
Verletzungen waren allerdings auch bei ihm bislang stets ein Thema. Der einstige Zweitrunden-Pick der Bears konnte bislang in keiner Saison 750 Snaps spielen. Das wird Jenkins' Markt drücken, aber der bald 27-Jährige hat jede Menge Power im Run Game und hat sich als Pass-Blocker merklich stabilisiert.
Solange man als Team mit der Verletzungsvorgeschichte leben kann, könnte Jenkins eine echte Free-Agency-Verstärkung darstellen. Auf einer Position, auf der wieder viele Teams suchen werden.

Ward wird im Mai 29 Jahre alt und kommt aus seiner schwächsten NFL-Saison - keine gute Kombination für die Free Agency. Es war in mehrfacher Hinsicht keine einfache Saison für Ward, und auch wenn diese Parameter Wards Markt vermutlich überschaubar halten: Der einstige Undrafted Free Agent kann immer noch eine kurzfristige Verstärkung darstellen.
Ward ist ein großer, physischer Corner, der Big-Body-X-Receiver Eins-gegen-Eins übernehmen kann und in einer Press-heavy-Defense am besten aufgehoben ist.
Ich könnte ihn mir beispielsweise in Detroit vorstellen, sollten die Lions Carlton Davis nicht halten können. Auch Minnesota wäre ein interessantes Team spezifisch für Wards Skillset. Wenn die Jets Reed nicht bezahlen wollen, wäre Ward als Nummer 2 unter Aaron Glenn eine gute Übergangslösung.
Jahr 4 war Williams' Breakout-Saison. Der bald 26-Jährige kommt in vier NFL-Jahren auf 110 Quarterback-Pressures - 50 davon hat er in der laufenden Saison gesammelt. Williams hatte insbesondere eine exzellente zweite Saisonhälfte, sowie mehrere gute Auftritte in den Playoffs. Und der Super Bowl kommt ja erst noch. Das pusht den Markt.
Teams werden ihn nach seiner besten Saison bezahlen müssen, und damit einher geht immer die Frage, ob es ein legitimer Breakout, oder ein One-Hit-Wonder im Vertragsjahr war. Aber gerade bei Linemen sehen wir in der NFL immer wieder, dass eine gewisse, nicht selten mehrjährige Anlaufphase benötigt wird, ehe sie ihr volles Potenzial auch aufs Feld bringen.
Williams' Anker gegen den Run ist und bleibt ein Fragezeichen. Sein Spiel ist auf den Pass-Rush ausgelegt, am besten in einer Rolle, in der er einen Defensive Tackle neben sich hat, der mehr Räume gegen den Run besetzen und Williams freihalten kann.
Dann, das hat Williams dieses Jahr gezeigt, kann er einen immensen Impact als Pass-Rusher haben.
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Eine defensive Allzweckwaffe. Bynum wurde unter Brian Flores in Minnesota überall aufgestellt, er kann in der Box, im Slot, und als Blitzer an der Defensive Line agieren. Seine primäre Position ist der Free-Safety-Spot, der aber in Flores' Defense für sich betrachtet ebenfalls sehr variabel interpretiert wird.
Er hat die Größe, um mit Tight Ends mithalten zu können, die Physis, um in der Box gegen den Run zu funktionieren, aber auch die Reichweite in Coverage.
Bynum ist kein Spieler, den man in eine eher eindimensionale, geradlinige Defense packen sollte - hier wären seine besten Talente verschenkt. Aber diese Art Allzweckwaffe kommt wieder mehr in Mode, und Bynum wird im Sommer erst 27 Jahre alt.
Über die letzten beiden Jahre hat sich Odighizuwa in einen gefährlichen Interior Pass-Rusher entwickelt. 103 Quarterback-Pressures über die letzten beiden Jahre sind, außerhalb des Elite-Tiers geschaut, ein exzellenter Wert. Seine 60 Pressures in dieser Saison waren Platz 3 unter Defensive Tackles in der Regular Season, lediglich hinter Zach Allen und Chris Jones.
Odighizuwa setzt mit seinem Skillset da an, wo sich die NFL über die letzten Jahre hin entwickelt hat: Mehr Speed, mehr Explosivität innen - und mehr Physis und Power außen in der Defensive Line.
Der 26-Jährige ist auf der schmaleren und kleineren Seite für einen Interior-Verteidiger, und das sieht man bisweilen gegen den Run. Hier liegt nicht seine Kernkompetenz, und manche Defenses, die andere Spielertypen innen suchen, werden das vielleicht als zu große Schwäche abtun, um Odighizuwa in der Free Agency teuer zu bezahlen.
Doch es wird einen starken Markt für Odighizuwa geben. Spieler wie Braden Fiske, Calijah Kancey und natürlich Odighizuwa selbst haben hier die Wahrnehmung verändert. Und ich erwarte, dass sich dieser Trend fortsetzt.
Eine der ungewöhnlichsten individuellen Geschichten dieser Saison. Baun, ein Special Teamer und situativer Edge-Rusher bei den Saints, hatte in vier Jahren in New Orleans 170 Snaps als Box-Verteidiger gespielt. Unter Vic Fangio waren es in einem Jahr bei den Eagles bislang 740, und im Super Bowl werden noch einige dazukommen. Seine Reichweite in Coverage, seine Antizipation, seine Playmaker-Qualitäten im Raum sowie vereinzelt als Pass-Rusher waren essenziell für Philadelphias Front-Stabilität.
Baun wird in zweifacher Hinsicht eine interessante Personalie: Sind die Eagles gewillt, auf der Linebacker-Position zu investieren? Denn die Art und Weise, wie sie Baun "entdeckt" haben - ein günstiger Free-Agent-Deal, aus dem sie das Maximum herausholen - passt viel mehr zu ihrer Linebacker-Strategie, als es ein teurer Folgevertrag würde.
Und falls Philadelphia nicht mit ihm verlängert: Wie viele Teams wären gewillt, vielleicht in die Richtung des Patrick-Queen-Vertrags aus dem Vorjahr (3 Jahre, 41 Millionen Dollar, 13,8 Millionen garantiert) zu gehen - obwohl Baun eben nur dieses eine Jahr unter Vic Fangio auf dieser Position und auf diesem Level gespielt hat?

Ein physischer, großer Man-Corner. Davis wechselte in der vergangenen Offseason via Trade von den Bucs zu den Lions, wo er bis zu seiner Verletzung die Nummer-1-Rolle in einer aggressiven Defense ausfüllte.
Das ist so etwas wie Davis' Paradedisziplin. Zuvor füllte er diese Rolle in Todd Bowles' ebenfalls aggressiver Defense in Tampa Bay aus, und während Davis im Vakuum betrachtet bestenfalls ein Low-End-Nummer-1-Corner ist, passt er in diese spezifische Rolle gut rein.
Davis hat sich in Woche 15 den Kiefer gebrochen, eine Verletzung, die ihn für den Rest der Saison außer Gefecht setzte, seine Leistungen für 2025 allerdings nicht beeinträchtigen sollte. Der einstige Zweitrunden-Pick wurde Ende Dezember 28 Jahre alt.
Das Profil von Reed ist sehr einfach zusammengefasst: Wer eine High-End-Nummer-Zwei sucht, einen Scheme-variablen Corner, der außen spielt und einen hohen Floor mitbringt - der ist bei Reed an der richtigen Adresse.
Reed wurde im November 28, er ist eine Lösung für die nächsten zwei bis drei Jahre in einer klar definierten Rolle als Nummer 2. Das klingt sehr spezifisch und ein Stück weit limitiert, doch das ist eine Rolle, die viele Teams händeringend suchen.
Allein die Tatsache, dass Robinson im vermeintlich besten Tackle-Alter Mid-Season via Trade zu haben war, verrät uns etwas. Der 29-Jährige war siebeneinhalb Jahre lang in Jacksonville, und war dabei stets eine solide Option, ein Tackle im oberen Mid-Tier - aber eben nie verlässlich mehr.
Robinson ist in erster Linie ein Pass-Blocker, als Run-Blocker blieb er auch in Minnesota auf einem überschaubaren Level. Bei den Vikings ist Christian Darrisaw nach auskurierter Verletzung gesetzt, sodass Robinson auf den Markt kommen wird.
Der ligaweite Tackle-Need ist so groß, dass es mich nicht wundern würde, wenn Robinson einen Deal in der 17-Millionen-Dollar-Range bekommen würde. Das wäre die Größenordnung, in der Mike McGlinchey und Jawaan Taylor in der vorletzten Free Agency abkassiert haben. Cap-angepasst wird Robinson nicht ganz diese Größenordnung schaffen, aber als ein solider Pass-Blocker, der mindestens für einen stabilen Floor sorgt, wird es mehrere Teams geben, die an Robinson Interesse haben.
Murphy hatte im zweiten Jahr in Minnesota seine bis dato beste NFL-Saison. Der 27-Jährige profitierte dabei ganz direkt von der Umstellung in der Vikings-Defense, die von einem sehr Man-lastigen-Ansatz per 180-Grad-Wende extrem Zone-geprägt agierte.
Hier würde ich aus Team-Sicht auch ansetzen: In einer Man-Defense wäre Murphy nicht unbedingt ein Spieler, den ich anvisiere. Für eine Zone-Defense, insbesondere für eine aggressive Zone-Defense, könnte er aber mit der spannendste Corner auf dem Markt sein.
Murphy ist erst 27 Jahre alt, kann innen und außen spielen, bringt guten Speed, gute Explosivität und gute Antizipation mit, um in Zone nach vorne geschossen zu kommen und Plays am Ball zu machen: Murphy gelangen in dieser Saison sechs Interceptions, sowie fünf Pass-Breakups.
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Eine unheimlich schwierige Free-Agency-Projection. Reddick saß nach dem Trade zu den Jets die ersten sieben Wochen der Saison infolge von vertraglichen Uneinigkeiten aus, und als er dann zurück kam, war die Saison der Jets schon fast gelaufen und das Team ins Chaos gestürzt.
Reddick hatte in der zweiten Saisonhälfte immerhin noch 26 Quarterback-Pressures, und er kommt aus zwei Jahren bei den Eagles zuvor, in denen er 87, respektive 68 Quarterback-Pressures hatte.
Reddick ist jedoch ein Speed-Rusher, dessen Spiel auf Explosivität und Quickness basiert. Er ist jetzt 30 Jahre alt, damit beginnt jetzt die Phase seiner Karriere, in der diese Qualitäten womöglich auch sehr schnell abbauen können. Auf was kann er dann zurückfallen?
Ich sehe Reddick als kurzfristige Option für ein Team, das einen Speed-Rusher als Ergänzung für eine ansonsten schon relativ "fertige" Front braucht.
Verletzung plus Alter, das ist die Begründung für Godwins vergleichsweise niedrige Platzierung. Denn rein qualitativ könnte er in dieser Free-Agency-Klasse auch deutlich höher sein. Godwin riss sich am Ende der 2021er Saison das Kreuzband, in der laufenden Saison erlitt er eine schwere Knöchelverletzung, welche die Saison in Woche 7 für ihn beendete.
Bis dahin hatte er seine beste Saison seit Jahren gespielt und wirkte, wieder deutlich mehr im Slot als 2023, fast wie in besten Tagen.
Doch jetzt kommt Godwin von einer weiteren schweren Verletzung zurück, wird kurz nach der kommenden Saison 30 - und das sind in der Regel insbesondere auf der Receiver-Position große Hürden, um in der Free Agency einen allzu großen Markt zu haben.
Godwins Saison bis zu seiner Verletzung war so gut, dass er dennoch einen robusten Markt haben sollte. Viel wird dann von den medizinischen Prognosen abhängen, aber als Possession-Slot-Receiver, was im Kern genau das ist, was er in der ersten Saisonhälfte für die Bucs war, kann ich ihn mir gut für eine Offense vorstellen, die eine Veteran-Präsenz spezifisch für diese Rolle sucht.
In keinem Ranking ist das Alter so relevant wie hier. Khalil Mack wird in ein paar Tagen 34 Jahre alt, was vermutlich zu kurzfristigen Verträgen für den Rest seiner Karriere führen wird - und was auch der einzige Grund dafür ist, dass er nicht in der Top-5 steht. Denn die Production ist immer noch da.
Mack hatte 2023 seine beste Saison seit einigen Jahren, und war in der laufenden Spielzeit nicht allzu weit davon entfernt. Er ist nach wie vor einer der besten Run-Defending-Edges in der NFL, und weil sein Spiel hier auf seiner enormen Physis und Power aufbaut, gehe ich davon aus, dass er in diesem Bereich seines Spiels auch weiter gut altern wird. Außerdem kann Mack nach wie vor verlässlich zum Quarterback kommen.
Sollten die Chargers ihn gehen lassen, wäre Mack der ideale Kandidat für ein Team wie Cincinnati, das eine kurzfristige und bezahlbare Lösung für seine Defensive Line dringend braucht.

Vielleicht die faszinierendste Personalie der kommenden Free Agency, weil hier so viele Faktoren mit rein spielen.
Wie gewichten Teams die Tatsache, dass Darnold eine einzige gute Saison bisher gespielt hat? Und dass man ihn jetzt nach dieser Saison bezahlen muss? Wie gewichten sie die Umstände in Minnesota, die ihn in dieser Saison zweifellos sehr unterstützt haben, und die potenzielle Bieter um seine Dienste so vermutlich nicht bieten können?
Wie gewichten sie die kommende Draft-Klasse, die nicht ansatzweise die Quarterback-Qualität mitbringt, die der vergangene Draft hatte? Wie groß ist die Verzweiflung bei Teams, die keine Chance auf eines der Top-Quarterback-Prospects haben, aber dringend einen Starter für 2025 brauchen?
Diese Fragen werden Darnolds Markt diktieren. Was er in guten Umständen kann, das haben wir dieses Jahr gesehen. Das ist sein individuell stärkstes Argument: Dass die Version von Sam Darnold, die wir aus New York und Carolina kannten, nicht die einzige Version ist, die es von Darnold gibt.
Die Frage, die sich Teams, die in dieser Offseason einen Quarterback suchen, stellen müssen, lautet also: Welche Version von Sam Darnold würden ihre offensiven Umstände zum Vorschein bringen? Und wie viel ist ihnen das wert?
Holland hatte seine bis dato wohl schwächste Saison vor seiner Free Agency. Kein ideales Timing, doch haben wir in den drei Jahren davor gesehen, was Holland für eine Defense machen kann.
Holland, der Anfang März erst 25 Jahre alt wird, kann überall spielen: tief, im Slot, in der Box. Insbesondere unter Brian Flores sah man die ganze Palette seiner Fähigkeiten, und es würde mich nicht wundern, wenn er eine ähnlich aggressive Defense jetzt auch wieder auf dem Markt suchen würde. Vielleicht ja sogar Flores selbst, in Minnesota.
In seinen ersten beiden Saisons sammelte er, aggressiv als Blitzer eingesetzt, 27 Quarterback-Pressures. Aber Holland kommt auch mit 16 Pass-Breakups über seine ersten vier NFL-Saisons in die Free Agency.
Sweat gehört sicher nicht ins erste Pass-Rusher-Tier, und man könnte diskutieren, ob er ein Tier-2-, oder doch ein High-End-Tier-3-Edge ist. Sweat ist ein großer Rusher mit guter Physis und guter Länge, der am besten als Nummer 2 aufgehoben ist.
Mindestens 45 Quarterback-Pressures und nie unter 6,5 Sacks in jeder der letzten vier Saisons sind ein Hinweis auf seine Konstanz. Und der bald 28-Jährige profitierte dabei fraglos von der Qualität neben sich, doch auch seine individuellen Werte sind gut. So lag etwa seine Pass-Rush Win Rate über diese letzten vier Jahre stets zwischen 12,8 und 14,4 Prozent. Auch hier: Keine Elite-Werte, aber oberes Mittelfeld, etwa in der Top-20-Range für Edges ligaweit. Jahr für Jahr.
Elite-Edge-Rusher kommen nicht auf den Markt, insbesondere nicht mit 28 Jahren. Das sollte dementsprechend auch nicht der Maßstab für Sweat sein. Teams werden sich vielmehr die Frage stellen müssen, ob sie lieber kurzfristig denken, und auf etwa Khalil Mack oder den ebenfalls zwei Jahre älteren Haason Reddick setzen.
Wer einen verlässlichen Edge sucht, der für die nächsten zwei, drei Jahre - und vielleicht mehr - eine gute Nummer 2 sein kann, der ist bei Sweat vermutlich besser aufgehoben.
Ein seit vier Jahren überdurchschnittlicher Guard, der im Sommer erst 26 Jahre alt wird, in jeder Saison über 1.200 Snaps gespielt hat, reichlich Playoff-Erfahrung mitbringt und ein Mauler im Run Game ist? Trey Smith wird in dieser Offseason sehr viel Geld geboten bekommen.
Gerade vor dem Hintergrund, dass Teams zuletzt viel in Guards investiert haben. Das Run Game wurde über die letzten Jahre immer wichtiger, und der Wert einer starken Interior Pocket scheint ebenfalls an Bedeutung gewonnen zu haben.
Chicago wäre ein logischer Kandidat für Smith. Die Bears werden unter Ben Johnson die Offensive Line fraglos priorisieren, und es würde mich nicht wundern, wenn ihre Top-Ressourcen in der Free Agency und im Draft in die Line investiert werden würden.
Verletzungen prägten Stanleys Karriere über die letzten vier Jahre. Insbesondere zwischen 2020 und 2022 verpasste er mehr Spiele, als er tatsächlich absolvieren konnte. 2023 war etwas stabiler, in dieser Saison konnte er dann alle Spiele bestreiten. Vielleicht ein gutes Omen für das nächste Kapitel seiner Karriere.
Stanley wird im März 31 Jahre alt, was für einen Offensive Tackle allerdings kein Problem darstellen sollte. Er ist seit Jahren ein sehr guter Pass-Blocker, der noch nie die herausragende Physis als Run-Blocker hatte, aber der noch für mehrere Jahre ein guter Left Tackle für eine Offense sein kann. Wenn er denn fit bleibt.

Die Spitze der diesjährigen Free-Agency-Klasse hat weder die ganz große Quarterback-Spannung, noch die Breite etwa mit mehreren Verteidigern, wie es letztes Jahr mit Christian Wilkins, Xavier McKinney, Jonathan Greenard und Danielle Hunter der Fall war. Auch die "großen Namen", die es letztes Jahr darüber hinaus mit Saquon Barkley und Derrick Henry gab, sind dieses Jahr nicht so prominent dabei.
Umso klarer ist dieser erste Platz. Und ich habe immer noch einige Zweifel daran, dass Higgins wirklich auf den Markt kommt. Die Kommentare von Joe Burrow am Ende der Saison waren sehr forsch, und die Bengals wären gut beraten, auf ihren Franchise-Quarterback zu hören. Sicher, die Defense braucht Aufmerksamkeit, die Offensive Line hat immer noch Löcher. Aber wenn Cincinnati seine Achse mit Burrow, Chase und Higgins aufbricht, müsste man diese Baustelle zusätzlich noch anderweitig kompensieren.
Sollte Higgins auf den Markt kommen, hätte der 26-Jährige einen riesigen Markt. Er ist der Receiver, den man in dieser Offseason holen und an dem man sein Passing Game ausrichten kann. Er ist ein klarer X-Receiver, ein Outside-Receiver, der Eins-gegen-Eins-Coverage schlägt, der vertikal gewinnt, der am Catch Point gewinnt. Und der in einzelnen Phasen seiner Bengals-Karriere, wenn Chase ausfiel, gezeigt hat, dass er sogar das Zeug zur Nummer 1 hat.
Adrian Franke