01.04.2025
Kickoff und Overtime angepasst
Die "Chain Gang" hat wohl ausgedient: Ab der kommenden Saison wird zur Messung eines First Downs die Hawk-Eye-Technologie angewendet. Die Entscheidung über ein Verbot des "Tush Push" fiel indes noch nicht.

Wie die NFL am Dienstag mitteilte, wird die Liga ab der kommenden Saison die Hawk-Eye-Technologie als Haupt-Methode einsetzen, um zu bestimmen, wo die virtuelle Linie für ein neues First Down liegt. Bislang wurde dies durch die sogenannte "Chain Gang", eine exakt zehn Yards lange Kette, die durch zwei NFL-Mitarbeiter bewegt wurde, bewerkstelligt. Die Kette soll auch weiterhin noch zum Einsatz kommen, allerdings nur noch als sekundäre Methode.
An der analogen Messtechnik war in den vergangenen Jahren vermehrt Kritik aufgekommen, sodass die NFL die Hawk-Eye-Technologie schon in der vergangenen Saison im Hintergrund getestet hatte. Nach dem erfolgreichen Testlauf wird das System, das von der Firma Sony betrieben wird und etwa im Tennis sowie im Fußball für die Torlinientechnologie genutzt wird, nun auch für die Entscheidungsfindung auf dem Football-Feld benutzt.
Das Hawk Eye in der NFL soll aus acht 8K-Kameras bestehen, die die Position des Balls auf dem Feld verfolgen. Das System wird aus dem Officiating Center der NFL in New York betrieben und ist in das bestehende Instant-Replay-System der Liga integriert. Sobald die Referees auf dem Feld über das Ergebnis der Messung informiert werden, soll eine virtuelles Bild der Messung in Echtzeit für die Zuschauer im Stadion und vor den Endgeräten erstellt werden. Der gesamte Vorgang soll laut NFL-Angaben rund 30 Sekunden dauern. Dadurch sollen sich 40 Sekunden im Vergleich zur Messung mit der "Chain Gang" einsparen lassen.
Die Entscheidung gab die NFL im Rahmen des "Annual League Meeting" in Florida bekannt. Dort war auch eine Entscheidung rund um ein Verbot des "Tush Push" erwartet worden, nachdem die Green Bay Packers einen entsprechenden Vorschlag für eine Regeländerung eingebracht hatten, die das Schieben eines Ballträgers nach dem Snap von hinten verbietet. Dadurch wäre der "Tush Push", den der amtierende Super-Bowl-Sieger Philadelphia Eagles berühmt gemacht und perfektioniert hatte, irregulär.
Eine Abstimmung sollte eigentlich am Dienstag stattfinden, wurde nun aber auf ein späteres Datum verschoben. Die Entscheidungsträger der Liga hatten sich "dafür entschieden, allen Beteiligten mehr Zeit zu geben, um alle Umstände zu berücksichtigen", wie es von der NFL heißt. Vorausgegangen waren zahlreiche Äußerungen und Debatten von Befürwortern und Gegnern eines Verbots. 24 von 32 NFL-Teams müssten für ein Verbot stimmen, um die Regeländerung durchzusetzen. Das nächste Treffen der Liga-Verantwortlichen ist für Mitte Mai angesetzt.
Andere Entscheidungen, die das Regelwerk betreffen, wurden hingegen schon am Dienstag getroffen. So wird der Ball künftig bei einem in einem Touchback resultierenden Kickoff auf die 35-Yard-Linie gelegt statt wie bisher auf die 30-Yard-Linie. Der im vergangenen Jahr als Testlauf eingeführte "Dynamische Kickoff" wird bis auf diese Anpassung aber permanent übernommen.
Außerdem wird die Overtime-Regelung in der Regular Season angepasst. Künftig werden wie in den Playoffs immer beide Offenses den Ball in der Verlängerung eines Spiels erhalten. Einziger Unterschied: In der Regular Season dauert die Overtime weiterhin nur zehn Minuten statt 15 wie in den Playoffs.
mib