25.04.2025
Jeanty nach Las Vegas - Dart geht über Sanders
In Green Bay wurde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (MEZ) der NFL Draft 2025 eingeläutet. Erwartungsgemäß wurde Quarterback Cam Ward mit dem ersten Pick ausgewählt, während Travis Hunter den Jacksonville Jaguars ein teures Trade-Paket wert war. Geprägt war Runde eins insgesamt von vielen Offensive und Defensive Linemen.

Mit dem ersten Pick entschieden sich die Tennessee Titans erwartungsgemäß für Quarterback Cam Ward, der nach dem gescheiterten Experiment mit Will Levis die langfristige Antwort auf der Spielmacher-Position sein soll.
Entgegen aller Prognosen ließ die erste Überraschung des Abends dann aber nicht lange auf sich warten: Anders als hinlänglich prognostiziert landete Ausnahmetalent Travis Hunter, der sowohl Wide Receiver als auch Cornerback spielen kann, an zweiter Stelle nicht bei den Cleveland Browns. Stattdessen schnappten sich die Jacksonville Jaguars die Dienste Hunters, nachdem sie via kostspieligem Trade (Pick 5, 36, 126 und den Erstrundenpick 2026 für Pick 2, 104 und 200) hochgeklettert waren.
Mit Edge Rusher Abdul Carter zu den New York Giants, Offensive Tackle Will Campbell - der fortan für die Sicherheit des letztjährigen Erstrundenpicks Drake Maye sorgen soll - sowie Defensive Tackle Mason Graham, der bei den Cleveland Browns neben Superstar Myles Garrett für Furore sorgen soll, nahmen die Dinge ohne größere Überraschungen ihren Lauf.
An Position sechs wurde schließlich die Frage beantwortet, für wen Running Back Ashton Jeanty in den kommenden Jahren auf Touchdown-Jagd gehen wird: nämlich die Las Vegas Raiders und ihren neuen Head Coach Pete Carroll. Zwei Picks später folgte mit Tetairoa McMillan, der bei den Carolina Panthers die Pässe des gegen Ende der abgelaufenen Saison aufstrebenden Bryce Young fangen soll, dann auch der nächste Skill Player und gleichzeitig der erste "reine" Wide Receiver des Drafts, ehe kurze Zeit später die Chicago Bears mit Colston Loveland, dem ersten Tight End, die ersten zehn Picks beschlossen.
Dass die diesjährige Draftklasse in der Tiefe vor allem mit Spielern an den beiden Lines stark besetzt ist, unterstrichen anschließend die San Francisco 49ers mit Edge Rusher Mykel Williams - als Gegenpart zu Nick Bosa -, die Dallas Cowboys mit Guard Tyler Booker, der etwas höher vom Board ging als erwartet, sowie die Miami Dolphins mit Kenneth Grant - neben dem zuvor gedrafteten Graham dem zweiten ehemaligen Defensive Tackle aus Michigan. Insgesamt sind innerhalb der ersten 32 Picks ganze 18 Spieler entweder der Offensive oder Defensive Line zuzuordnen.
Nachdem an 14 die Indianapolis Colts mit Tight End Tyler Warren ein wenig herausstachen, beendeten die Tampa Bay Buccaneers durchaus unerwartet mit dem Pick von Receiver Emeka Egbuka den Line-Andrang, ehe die Denver Broncos mit Jahdae Barron - Hunter mal ausgenommen - den ersten Cornerback vom Board schnappten. Anschließend war Pittsburgh an der Reihe, im Vorhinein ein klarer Kandidat für Quarterback und insbesondere Shedeur Sanders, Sohn von Hall-of-Fame-Cornerback Deion Sanders. Allerdings investierten auch die Steelers mit Derrick Harmon in einen Defensive Tackle, der sich in eine ohnehin stark besetzte D-Line einsortiert.
Nachdem die Los Angeles Chargers mit Omarion Hampton den nächsten Running Back auswählten, wurde es in Green Bay rund um das Lambeau Field dann laut - die Packers waren nämlich an der Reihe. Und die eigenen Fans wurden nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Zum ersten Mal seit 2002 wählten die Packers in Runde eins in Matthew Golden nämlich einen Wide Receiver. Direkt gefolgt von den rivalisierenden Minnesota Vikings, deren Pick von Guard Donovan Jackson von zahlreichen Buh-Rufen begleitet wurde.

Anschließend folgte der lange antizipierte zweite Trade des Abends. Für die Picks Nummer 34, 99 und einen 2026er Drittrundenpick kletterten die New York Giants an Position 25 - um sich mit Jaxson Dart für den zweiten Quarterback des Abends zu entscheiden, der sich in einen QB-Raum mit den beiden Veteranen Jameis Winston und Russell Wilson gesellt und sicherlich Zeit bekommen wird, um sich im Hintergrund zu entwickeln. Umgehend nach der Auswahl machte Giants-Coach Brian Daboll klar, dass Wilson als Starter in die Saison geht.
Der nächste Trade folgte jedoch sogleich. Die Atlanta Falcons, die in Jalon Walker bereits mit ihrem ersten Pick einen Edge Rusher ausgewählt hatten, legten mit James Pearce Jr. direkt einen weiteren hinter. Um von Position 46 zurück in die erste Runde zu traden, gaben sie hingegen unter anderem einen Erstrundenpick im kommenden Jahr ab - ein durchaus teurer Preis. Weiter ging es mit Malaki Starks, dem ersten Safety im Draft, der sich bei den Baltimore Ravens künftig neben Kyle Hamilton präsentieren kann.
Abgeschlossen wurde die erste Runde mit dem vierten Trade des Abends, allerdings nur mit marginalem Ausmaß. Der amtierende Super-Bowl-Sieger, die Philadelphia Eagles, die ursprünglich an 32 an der Reihe waren, tauschten nämlich mit den Kansas City Chiefs, um eine Position zu klettern. Und die Wahl fiel auf Linebacker Jihaad Campbell aus Alabama, während die Chiefs Runde eins an 32 mit Offensive Tackle Josh Simmons schließlich ein Ende setzte.
Mit Blick auf die zweite Draft-Runde, die dann in der Nacht von Freitag auf Samstag (MEZ) beginnt, ist dann vor allem spannend zu beobachten, wo Shedeur Sanders am Ende landen wird, der nach zahlreichen Spekulationen im Vorfeld nun letztlich doch bis in Runde zwei gefallen ist - und der auf vielen Expertenboard der beste verbliebene Spieler ist.
1) Tennessee Titans: Cam Ward (Quarterback, Miami)
2) Jacksonville Jaguars: Travis Hunter (Wide Receiver/Cornerback, Colorado)
3) New York Giants: Abdul Carter (Edge Rusher, Penn State)
4) New England Patriots: Will Campbell (Offensive Tackle, LSU)
5) Cleveland Browns: Mason Graham (Defensive Tackle, Michigan)
6) Las Vegas Raiders: Ashton Jeanty (Running Back, Boise State)
7) New York Jets: Armand Membou (Offensive Tackle, Missouri)
8) Carolina Panthers: Tetairoa McMillan (Wide Receiver, Arizona)
9) New Orleans Saints: Kelvin Banks Jr. (Offensive Tackle, Texas)
10) Chicago Bears: Colston Loveland (Tight End, Michigan)
11) San Francisco 49ers: Mykel Williams (Edge Rusher, Georgia)
12) Dallas Cowboys: Tyler Booker (Guard, Alabama)
13) Miami Dolphins: Kenneth Grant (Defensive Tackle, Michigan)
14) Indianapolis Colts: Tyler Warren (Tight End, Penn State)
15) Atlanta Falcons: Jalon Walker, (Edge Rusher/Linebacker, Georgia)
16) Arizona Cardinals: Walter Nolan (Defensive Tackle, Ole Miss)
17) Cincinnati Bengals: Shemar Stewart (Edge Rusher, Texas A&M)
18) Seattle Seahawks: Grey Zabel (Guard, North Dakota State)
19) Tampa Bay Buccaneers: Emeka Egbuka (Wide Receiver, Ohio State)
20) Denver Broncos: Jahdae Barron (Cornerback, Texas)
21) Pittsburgh Steelers: Derrick Harmon (Defensive Tackle, Orgeon)
22) Los Angeles Chargers: Omarion Hampton (Running Back, North Carolina)
23) Green Bay Packers: Matthew Golden (Wide Receiver, Texas)
24) Minnesota Vikings: Donovan Jackson (Guard, Ohio State)
25) New York Giants: Jaxson Dart (Quarterback, Ole Miss)
26) Atlanta Falcons: James Pearce Jr. (Edge Rusher, Tennessee)
27) Baltimore Ravens: Malaki Starks (Safety, Georgia)
28) Detroit Lions: Tyleik Williams (Defensive Tackle, Ohio State)
29) Washington Commanders: Josh Conerly Jr. (Offensive Tackle, Oregon)
30) Buffalo Bills: Maxwell Hairston (Cornerback, Kentucky)
31) Philadelphia Eagles: Jihaad Campbell (Linebacker, Alabama)
32) Kansas City Chiefs: Josh Simmons (Offensive Tackle, Ohio State)
fys