13.05.2025
NFL-Kolumne von Adrian Franke
Nach der Free Agency und dem Draft kehrt in der NFL zum ersten Mal seit etwa neun Monaten Ruhe ein. Die Kader der Teams stehen weitestgehend, die Strategien der 32 Front Offices sind kein Geheimnis mehr. Wer hat dabei dieses Jahr besonders profitiert? Und bei welchen Teams sind die Zweifel groß? kicker-Experte Adrian Franke zieht sein Offseason-Zwischenfazit.

Der 2024er NFL Draft hatte eine historische Quarterback-Klasse. Sechs Quarterbacks in den ersten zwölf Picks, das hatte es noch nie gegeben. Die Rookie-Saisons waren dann von unterschiedlicher Qualität, zumindest aber hat sich keiner als sofortiger Bust herauskristallisiert - und Jayden Daniels allen voran hatte eine herausragende erste Saison.
Diese generelle Einschätzung scheinen die Teams zu teilen. Denn in dieser Offseason haben fast alle Teams, die letztes Jahr in der 1. Runde einen Quarterback gepickt haben, kräftig investiert, damit sie um diesen Quarterback etwas aufbauen können.
Die Bears und Caleb Williams sind dabei das extremste Beispiel. Mit Ben Johnson kommt einer der besten offensiven Play-Caller der letzten Jahre als neuer Head Coach. Die Interior Offensive Line wurde komplett ausgetauscht. Luther Burden und Colston Loveland kommen als dynamische Playmaker neu dazu. Williams ist der wohl größte individuelle Gewinner ligaweit in dieser Offseason.
Der größte Coaching-Move der Commanders war es, Kliff Kingsbury nicht als Head Coach an ein anderes Team zu verlieren. Anschließend nutzte Washington die Offseason, um weiter die Offense um Jayden Daniels herum aufzurüsten: Trades für Laremy Tunsil und Deebo Samuel sowie Erstrunden-Pick Josh Conerly sollten die Offense merklich stabiler machen, sodass Daniels vielleicht auch nicht ganz so oft Spiele spät an sich reißen muss.
J.J. McCarthy haben wir in der vergangenen Regular Season verletzungsbedingt gar nicht gesehen. Aber wenn man die Offseason-Investments der Vikings positiv deuten will, kann man diese als klares Zeichen hinsichtlich McCarthys interner Prognose deuten. Denn ähnlich wie die Bears haben auch die Vikings ihre Interior Offensive Line komplett ausgetauscht, mit Ryan Kelly und Will Fries als Veteran-Starter, sowie Erstrunden-Pick Donovan Jackson für den Left-Guard-Spot. Dass dann noch Aaron Jones gehalten wurde und mit Tai Felton und Rondale Moore ergänzende Receiver-Optionen dazu kamen, rundet das Bild ab.
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Die Patriots hatten eine Weile lang versucht, offensive Verstärkungen in der Free Agency zu finden. Schon im vergangenen Jahr. Als sich abzeichnete, dass das - außerhalb von Right Tackle Morgan Moses - nicht klappt, investierten sie ihren enormen Cap Space in die Defense - und nutzten den Draft, um Drake Maye zu helfen: Ein neuer Left Tackle mit Will Campbell, ein neuer Big-Play-Running-Back in TreVeyon Henderson, und mit Kyle Williams ein Receiver, der verlässlich Separation kreiert. Das hat den Patriots letztes Jahr merklich gefehlt; mit Williams und Stefon Diggs haben sie jetzt zwei solcher Receiver.
Die 2025er Raiders sind eine gute Case Study dafür, wie viel Wert es hat, sich innerhalb einer Offseason vom Liga-Kellerkind zu einem unterhaltsamen Mittelklasse-Team zu mausern.
Der Kader hatte so viele Baustellen, dass ein größerer Sprung ausgeschlossen war. Für ein theoretisch mögliches Super-Bowl-Fenster hätte es einen 3-, vielleicht 5-Jahresplan gebraucht.
Stattdessen haben die Raiders im Rahmen ihrer Möglichkeiten in dieser Offseason einen Quantensprung gemacht.
Allein mit Pete Carroll, Chip Kelly, Geno Smith und Ashton Jeanty sollte das Team im Vergleich zum weitestgehend trostlosen Vorjahr nicht wiederzuerkennen sein. Die Defense, zumindest die Defense außerhalb der Defensive Line, wird ein Grund dafür sein, dass die Raiders nicht noch weiter klettern werden. Shootouts dürften aber garantiert sein - und dabei sicher auch der eine oder andere Überraschungssieg.
Einer der besten offensiven Play-Caller der vergangenen Saison, eine verbesserte Offensive Line, die Aussicht auf eines der besten jungen Receiver-Duos in der NFL und einer der explosivsten Big-Play-Runner dieser Draft-Klasse: Das sind ganz rudimentär zusammengefasst die positiven Veränderungen, die in dieser Offseason um Jaguars-Quarterback Trevor Lawrence herum stattgefunden haben.
Ob all das klappt, das ist, wie immer bei Offseason-Themen, eine andere Frage. Ich halte nach wie vor viel von Lawrence und sehe eine reelle Chance, dass er dieses Jahr seine "echte" Breakout-Saison haben könnte.

Mit Liam Coen als Offense-Architekt, der letztes Jahr in Tampa Bay eine unheimlich runde Offense aufgebaut hat, die aus allen Rohren feuern konnte. Mit Travis Hunter als nicht nur dem spannendsten Spieler dieser Draftklasse, sondern auch dem für mich besten Receiver-Talent. Und hier soll er in Jacksonville auch in erster Linie spielen, was gemeinsam mit Brian Thomas sehr vielversprechend ist. Robert Hainsey und Patrick Mekari sind keine namhaften Verstärkungen, aber sie stabilisieren den Floor der Line. Und Bhayshul Tuten ist einer der spannendsten Speed-Backs in diesem Draft.
Die Jaguars haben in der Offseason klargemacht, dass sie einen Fokus darauf legen, Punkte aufs Scoreboard zu bringen. Dafür muss Lawrence sein Talent auch konstant auf den Platz bringen. Aber Jacksonville hat in dieser Offseason viel investiert, um das zu ermöglichen.
Die Cardinals beendeten die vergangene Saison auf Platz 28 in Team Pass-Rush Win Rate, knapp hinter den Atlanta Falcons. Es war eine offensichtliche Schwäche, und dennoch wirkt Platz 28 fast noch wie ein versöhnlicher Schlussstrich unter der Saison.
Denn: Arizona hatte keinen Spieler mit 35 Quarterback-Pressures und kein Cardinals-Verteidiger hatte letztes Jahr mehr als fünf Sacks. Arizona hatte gute Blitz-Packages - Platz 14 in Success Rate, wenn sie geblitzt haben - und war kreativ in seinen Formationen. Auch in puncto Personnel Groupings war Arizona auffallend flexibel.
Das spricht für die Coaches auf der defensiven Seite des Balls, zu denen auch Head Coach Jonathan Gannon gehört.
Gannons Top-Tier-Defenses in Philadelphia allerdings hatten eine andere DNA: Tiefe Defensive-Line-Rotationen mit hoher individueller Qualität und einer starken zweiten, bisweilen sogar dritten Reihe prägten Gannons Eagles-Defenses. Auf dem Level sind die Cardinals qualitativ noch nicht, doch der Unterschied im Vergleich zum Vorjahr ist bemerkenswert.
Mit Dalvin Tomlinson, Calais Campbell und Josh Sweat kamen drei Free Agents, die mutmaßlich als Starter eingeplant sind. In der ersten Runde des Drafts folgte Walter Nolen, der genau wie Vorjahres-Erstrunden-Pick Darius Robinson, sich Interior-Snaps verdienen soll. Jordan Burch ist eine Edge-Verstärkung aus dem Draft mit sehr viel Potenzial, und BJ Ojulari kehrt nach seinem vor einem Jahr erlittenen Kreuzbandriss zurück.
Arizonas Defensive Line sollte nicht wiederzuerkennen sein. Das muss auch merklich bessere Resultate auf dem Platz zur Folge haben. Und es wird spannend sein, zu sehen, wie Gannon und Defensive Coordinator Nick Rallis die neue Qualität schematisch verwenden.

Cincinnati hat den Draft relativ klar dafür genutzt, seine primären Baustellen zu adressieren: Edge-Rusher, Linebacker, Guard - das war ein Needs-basierter Draft.
Einen Running Back pickten die Bengals erst in Runde 6, 193 Overall, mit Tahj Brooks. Brooks wäre, sofern er es überhaupt in den finalen Kader schafft, eine Short-Yardage-Option. Eine Ergänzung für ein Backfield, das, nach bisherigem Stand der Offseason, mit klarer Mehrheit Chase Brown zu gehören scheint.
Brown, ein 2023er Fünftrunden-Pick, hat sich früh in der vergangenen Saison als Starter in Cincinnati etabliert und dieses Backfield im Laufe des Jahres eher noch mehr an sich gerissen: In vier der letzten acht Spiele hatte er jeweils mindestens 20 Runs. Allein in der zweiten Saisonhälfte fing Brown zudem 33 Bälle.
Ein paar dieser Targets werden Zack Moss und vielleicht noch mehr "Heimkehrer" Samaje Perine bekommen. Es gibt generell immer weniger klare Bellcow-Backs, also Running Backs, die ganz klar ein Backfield dominieren. Die Offseason der Bengals deutet darauf hin, dass Brown ein solcher in der kommenden Saison sein wird, so wie er es in der zweiten Saisonhälfte letztes Jahr schon angedeutet hat.
Die Defense der Denver Broncos war letztes Jahr bereits eine der ganz großen Positiv-Überraschungen. Die Broncos waren aggressiv, forcierten Turnover und defensive Big Plays und konnten wacklige Offenses überrennen.
Doch die Broncos ruhten sich darauf nicht aus. Sondern sie gaben Defensive Coordinator Vance Joseph Verstärkungen, um die Defense noch stabiler zu machen.
Nose Tackle D.J. Jones, ein wichtiger Bestandteil für die Stabilität dieser Front, hielten die Broncos kurz vor dem Start der Free Agency. Der nächste Speed-Rusher kam mit Que Robinson im Draft dazu, zusätzlich zu Sai’vion Jones für die Defensive Front.

Die größten Upgrades aber kamen dahinter: Linebacker Dre Greenlaw, Safety Talanoa Hufanga und Erstrunden-Pick Jahdae Barron sollten das zweite und dritte Level der Defense signifikant verbessern.
Es wird schwierig, die unerwartet starke Vorsaison komplett zu wiederholen. Aber die Broncos haben Vance Joseph genügend Feuerkraft gegeben, um auch 2025 zumindest ganz oben mitzuspielen.
Man muss bis ins Jahr 2016 zurückgehen, um einen Falcons-Pass-Rusher zu finden, der zweistellige Sacks in einer Saison hatte. Und jenes Jahr von Vic Beasly stellte sich sehr schnell als enormer Outlier heraus, nicht nur was Atlantas Pass-Rush angeht, sondern auch mit Blick auf Beasleys weitere Karriere. In den letzten fünf Jahren hatte kein Pass-Rusher für Atlanta sieben Sacks in einer Saison.
Insofern ist es zumindest aus dieser Perspektive nachvollziehbar, dass man in Atlanta in dieser Offseason einen drastischen Ansatz wählte. Die Falcons verpflichteten erst Leonard Floyd in der Free Agency, und legten dann in der ersten Runde des Drafts mit Jalon Walker und James Pearce nach. Das zusätzlich dazu, dass Morgan Fox als Free Agent kam, und dass die Falcons schon letztes Jahr Ruke Orhorhoro, Brandon Dorlus und Bralen Trice gedraftet haben.
Insbesondere der Pearce-Pick könnte sich in einem Jahr rückblickend als sehr teuer erweisen. Und es bleibt abzuwarten, wie gut ein jetzt sehr explosiver, aber auch kleiner und leichter Edge-Room im Zusammenspiel funktioniert.
Zumindest aber können Falcons-Fans darauf hoffen, dass Atlanta zum ersten Mal seit 2019 mal wieder einen Rusher mit acht Sacks haben wird.
Im Vakuum sehe ich kein Problem damit, DK Metcalf per Trade zu holen und dann (sehr) teuer zu bezahlen. Im Vakuum sehe ich kein Problem damit, Darius Slay für ein Jahr zu holen, um seinen Nummer-2-Corner-Spot kurzfristig zu adressieren. Im Vakuum sehe ich kein Problem damit, George Pickens ein Jahr vor Vertragsende zu traden, wenn man sowieso nie die Absicht hatte, danach langfristig mit ihm zu verlängern.
Es ist mehr das Gesamtbild, das die Steelers für mich zu einem Offseason-Verlierer macht. Denn unter dem Strich ist das ein Team, das an exakt dem gleichen Punkt steht, an dem es vor einem Jahr stand. In einer Liga, in der Stillstand im Mittelmaß ausgesprochen trostlos ist. Und selbst diese Prognose erfolgt schon unter der Prämisse, dass, wovon die ganze NFL auszugehen scheint, Aaron Rodgers zeitnah in Pittsburgh unterschreibt.
Damit hätte Pittsburgh dann eine Offense mit einer jungen Offensive Line, einem soliden Backfield, einem Veteran-Quarterback und nur einer legitimen Wide-Receiver-Waffe. Wenn man Russell Wilson, George Pickens, Najee Harris und Dan Moore durch Aaron Rodgers, DK Metcalf, Kaleb Johnson und Troy Fautanu ersetzt, bekommt man die 2024er Steelers zum 2025er Preis.

Das ist für mich der zentrale Grund meiner Frustration mit den Steelers. Pittsburgh hat Jahr für Jahr ein solides Team, manchmal ein gutes. Sie gewinnen acht bis zehn Spiele und manchmal reicht es für ein Ticket zur Wildcard-Runde, in der man sich dann aber schnell auch wieder aus den Playoffs verabschiedet. Und was einerseits eine eindrucksvolle Konstanz ist, ist andererseits auch ein eklatantes Beispiel für eine Franchise, die sich so im Mittelmaß festgefahren hat, dass sie keinen Weg raus findet. Weil es eine Aggressivität bräuchte, die die Steelers nicht in ihrer DNA zu haben scheinen.
Die Moves dieser Offseason, und insbesondere die offensive Depth Chart mit der des vergangenen Jahres zu vergleichen, bringen das präzise auf den Punkt. Der Status Quo wird gehalten - mehr aber auch nicht.
Wo ist der Move für einen Upside-Quarterback? Hätte man sich den Metcalf-Trade nicht lieber sparen sollen, um Ressourcen etwa für einen Jalen Milroe zu haben? Wo sind die gezielten Bemühungen, das schon jetzt sehr kleine Fenster mit dieser Defense zu nutzen, so lange Cam Heyward, T.J. Watt und Minkah Fitzpatrick noch an Bord sind?
Stattdessen sind die Steelers zur Verkörperung des Sketches "Dinner for One" geworden - "the same procedure as every year".
In einer zugegebenermaßen sehr überschaubaren Running-Back-Gruppe ging Najee Harris als vermeintlich klar bester Back in die Free Agency. Sein Markt war dann noch geringer, als ohnehin schon gedacht: Für ein Jahr und 5,25 Millionen US-Dollar verpflichteten ihn die Chargers im März, sodass sich die 2025er Saison für Harris als eine Art Schaufenster-Jahr anfühlte. Ein Jahr, um sich vielleicht doch noch einmal für einen etwas größeren Deal zu empfehlen.
Diese Mission wurde mit dem Draft nochmal signifikant schwieriger. Die Chargers drafteten Running Back Omarion Hampton in der ersten Runde, und ein so hohes Running-Back-Investment im Draft geht in der Regel auch mit einer direkt sehr prominenten Rolle einher. Hampton ist zudem der talentiertere Runner.
Harris dürfte eher früher als später nur der Komplementär-Back im Backfield der Chargers sein. Das könnte immer noch eine halbwegs produktive Rolle sein, wenn die Chargers so viel laufen, wie es ihnen vorschwebt. Aber die Workload dürfte kein Vergleich zu dem sein, was Harris zuletzt in Pittsburgh hatte.
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Man kann den Colts zumindest nicht vorwerfen, dass sie in dieser Offseason nicht geradlinig mit ihrer Quarterback-Strategie gewesen wären.
Bereits Ende Februar hatte GM Chris Ballard im Rahmen der Combine ein "offenes Duell" auf der Quarterback-Position angekündigt, noch bevor Indianapolis jemanden verpflichtet hatte: "Es muss der richtige Spieler sein, um eine echte Competition zu kreieren. Aber wir wollen einen wirklichen Wettbewerb. Ich denke, das ist gut fürs Team und es ist gut für Anthony."
Ein wenig später war klar, dass Daniel Jones dieser "richtige Spieler" für die Colts war. Und das wurde auch im Vertrag deutlich, den Jones in der Free Agency unterschrieb: Ein Jahr, 14 Millionen US-Dollar, davon 13,15 komplett garantiert und rund vier Millionen US-Dollar zusätzlich sind über Boni-Zahlungen möglich.
Damit bewegt sich dieser Vertrag genau im Grenzbereich zwischen hohem Backup- und niedrigem Starter-Geld. Ballard legte im April zum Start der Offseason Workouts nach, als er klarstellte, dass das Team das Quarterback-Thema gänzlich offen angeht, um dann noch zu betonen: "Wenn ich wetten müsste, würde ich sagen, dass früher oder später beide uns helfen werden."
Nach dem Draft - in welchem die Colts zusätzlich Quarterback Riley Leonard auswählten - war Ballard in der "Rich Eisen Show" zu Gast und sprach dort ausführlich über die Quarterback-Strategie. Der Tenor: "Dass sich Anthony und Daniel miteinander messen, wird gut für beide sein."

Die Botschaft ist unmissverständlich. Richardson mag als Upside-Projekt-Quarterback in die NFL gekommen sein und hat bislang noch keine 400 Dropbacks auf dem Konto. Er muss weiter an einigen Fundamentals arbeiten, insbesondere was seine Accuracy angeht - und zusätzlich muss er sich im Sommer den Startplatz verdienen. Unter einem Regime, das vermutlich 2025 Ergebnisse braucht, um die eigenen Jobs zu sichern.
Die Situation wurde für den 22-Jährigen in dieser Offseason erheblich komplizierter, der Druck erheblich größer. 2025 könnte sehr gut das Jahr sein, das seine gesamte weitere NFL-Karriere prägt. Und die Frage lautet womöglich schon jetzt nicht mehr: Wer wird der bessere Quarterback? Sondern: Mit wem kann Indianapolis 2025 mehr Spiele gewinnen?
Mit dem jetzt feststehenden Rücktritt von Derek Carr wird das Bild der 2025er Saints klarer.
Ein paar Details mögen noch fehlen. Ein Pinselstrich hier und da. Aber es zeichnet sich das ab, was ich mir immer denke, wenn ich im heimischen Kinderzimmer an den Buntstift gezwungen werde: Das wird kein schönes Bild.
Den Starting-Quarterback-Spot machen - Stand heute - Tyler Shough, Spencer Rattler und Jake Haener unter sich aus. Die Offensive Line sollte mit Erstrunden-Pick Kelvin Banks stabiler sein, in der Defense hat man derweil einen weiteren Starter verloren, der woanders in der Free Agency deutlich mehr Geld bekommt: Paulson Adebo verließ New Orleans Richtung New York. Nachdem die Saints während der vergangenen Saison bereits Marshon Lattimore weg getradet hatten, starten auf Cornerback potenziell Kool-Aid McKinstry, Alontae Taylor und Isaac Yiadom.
Das in Kombination mit einem weiter alternden Interior-Pass-Rush mit wenig Tiefe innen wie außen legt nahe, dass sich das letztjährige Abrutschen der Defense fortsetzen wird.
All das in Kombination mit Rookie Head Coach Kellen Moore hat ein gewisses Katastrophenpotenzial. Und natürlich haben die Saints einmal mehr keinerlei finanziellen Spielraum für 2026: Schon jetzt steht New Orleans knapp 43 Millionen US-Dollar über dem prognostizierten 2026er Cap. Und das mit mehreren Void-Year-Verträgen bereits in den Büchern.
Der Rücktritt von Carr könnte auch eine Chance sein. Eine Chance darauf, den Rebuild einzuleiten. Doch die Offseason inklusive dem Shough-Pick in der zweiten Runde hat einmal mehr klargemacht, dass die Verantwortlichen in New Orleans so nicht denken.
Adrian Franke