22.05.2025
Falcons-Spieler bei "Icing the kicker"
Der Berliner Lenny Krieg (22) steht seit Ende März bei den Atlanta Falcons unter Vertrag. Im Podcast "Icing the kicker" erzählt er von seiner Anfangszeit in Atlanta, seiner überragenden NFL-Combine - und über Training mit Tutorials.

"Es ist verrückt, wie schnell das alles Normalität wird", sagt Lenny Krieg. Vor knapp zwei Monaten haben die Atlanta Falcons den deutschen Kicker unter Vertrag genommen, seit Anfang Mai trainiert er beim NFL-Team aus Georgia, läuft täglich Stars wie Bijan Robinson, Drake London oder Kirk Cousins über den Weg.
Bis jetzt hat Krieg nur in der GFL für die Berlin Adler und in der ELF für Stuttgart Surge gespielt. Jetzt verfolgt er seinen NFL-Traum - auch dank einer starken Vorstellung bei der NFL Combine Ende Februar: Als einziger Spieler versenkte der 22-Jährige alle seine Versuche, stellte dabei viele Talente von den US-Colleges in den Schatten. "Ich war relativ spät dran und habe gemerkt, dass ich mich auch vor der Elite vom College nicht verstecken muss, dass wir alle auf einem Level sind", erzählt Krieg in der neuen Podcast-Sonderfolge von "Icing the kicker".
Und trotzdem blieb es eine besondere Situation. Schließlich bot sich Krieg, der erst vor wenigen Jahren mit dem Football angefangen hatte, plötzlich die Gelegenheit, das eigene Leben mit wenigen Schüssen auf den Kopf stellen zu können. "Mir macht Druck Spaß", sagt er im Podcast. "Ich mag es auch, in Spielen zu spielen, die sehr eng sind, in denen es um sehr viel geht. In Situationen, in denen viel auf dem Spiel steht, fühle ich mich immer am wohlsten und am ruhigsten. In einem einseitigen Spiel komme ich viel eher auf andere Gedanken, die dann nicht adäquat sind."
Keine schlechte Eigenschaft auf einer Position, in der man auf den Punkt da sein muss. Dass Krieg jetzt die Chance hat, sich bei den Falcons einen Platz in einem NFL-Roster zu erkämpfen, hat er auch den sozialen Medien zu verdanken. Denn das Kicken hat er sich auch mithilfe von Tutorials auf YouTube und Instagram beigebracht - auch aus Mangel an Ressourcen.
"Ich nutze immer noch viel YouTube und Instagram, um mir andere Leute anzuschauen", erzählt er. "In Deutschland hast du wenig Ressourcen. Ich hatte in Deutschland nie einen Kicking-Coach, sondern musste viel mit Instagram arbeiten, um bei Coaches aus den USA zu schauen, worauf die achten." Damit angefangen hat er bereits vor seinem ersten Training bei einer Football-Mannschaft, "damit ich nicht aussehe wie der größte Depp und wenigstens so aussehe, als wüsste ich, was ich tue - auch wenn ich absolut nicht wusste, was ich tue".
Warum der Wechsel von Fußball auf American Football für ihn eine große Umstellung bedeutete, was er über das Spiel der Falcons in seiner Heimatstadt Berlin denkt und welche Chancen er sich im Duell mit dem etatmäßigen Falcons-Kicker Younghoe Koo ausrechnet, erzählt Krieg in der neuen Folge "Icing the kicker - jetzt zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen.
mib