09.06.2025
Keine Einigung im Vertragspoker
Die Green Bay Packers haben sich von ihrem prägenden Defensivspieler der letzten Jahre getrennt und Cornerback Jaire Alexander entlassen. Gründe dafür gab es einige - aber auch einige dagegen.

Wie US-Medien übereinstimmend berichten, haben die Packers in der vieldiskutierten Personalie Jaire Alexander eine Entscheidung getroffen: Der Star-Cornerback soll noch am Montag offiziell entlassen werden - nach über sieben Jahren in Diensten der Packers, die Alexander 2018 in der ersten Runde des Drafts ausgewählt und damit einen Volltreffer gelandet hatten. Alexander entwickelte sich schnell zu einem der besten Cornerbacks der NFL, wurde unter anderem zweimal zum Second-Team All-Pro gewählt und unterschrieb 2022 einen Vierjahresvertrag, der ihn zum damaligen Zeitpunkt zum bestbezahlten Spieler auf seiner Position machte.
Diesen Vertrag wird Alexander nun aber nicht erfüllen. Bereits über die gesamte Offseason hinweg war das Thema in Green Bay geköchelt, Alexander hatte immer wieder seine Frustration über seine Situation ausgedrückt. Zunächst hatte alles auf eine Trennung hingedeutet, im Frühjahr wurde aber auch ein Verbleib immer realistischer, nachdem Green Bay im Draft überraschend keinen Cornerback in den frühen Runden gezogen hatte.
Den Berichten zufolge hatten sich beide Seiten darauf geeinigt, auf die Suche nach einem Trade-Partner zu gehen. Da dieser nicht gefunden wurde, hatten Alexander und die Packers auch Gespräche zur Umstrukturierung des aktuellen Vertrags geführt. Spieler und Team konnten allerdings keine Einigung erzielen, sodass die Packers nun noch vor Beginn des Minicamps die Hängepartie beendeten und ihren vielleicht verdientesten Spieler im Kader vor die Tür setzten.
Die Gründe für die Trennung liegen auf der Hand: In den vergangenen beiden Saisons wurde Alexander immer wieder von verschiedenen Verletzungen zurückgeworfen und verpasste mehr Spiele (21) als er bestritt (16). Nur in einer der letzten vier Saisons machte er mehr als sieben Regular-Season-Spiele - zu wenig für einen derart hochbezahlten Spieler. Hinzu kamen kleine Disziplinar-Schwierigkeiten wie sein Fauxpas beim Münzwurf vor einem Spiel gegen die Carolina Panthers 2023, für den die Packers ihn für ein Spiel suspendierten.
Allerdings birgt die Entlassung auch große Risiken für Green Bay: Alexander war nicht nur ausgemachter Publikumsliebling, sondern in fittem Zustand auch noch immer ein Top-Cornerback in der NFL - und mit weitem Abstand der beste im Kader der Packers. In der Offseason ließ Green Bay auf dieser Position zudem den ehemaligen First Round Pick Eric Stokes ziehen, holte als Ersatz nur Slot Cornerback Nate Hobbs aus Las Vegas. Ganz ohne Alexander droht die so wichtige Cornerback-Position in einem Jahr, in dem das junge Team erneut in den Play-offs angreifen will, für die Packers zum Problem werden.
mib