12.07.2025
Ab 2028 nur noch mit 12 Teams
Die German Football League wird bis zur Saison 2028 die Ligagröße auf zwölf Teams reduzieren. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde die Reform einstimmig beschlossen, sodass der Zeitplan nun feststeht.

Die German Football League treibt ihre Professionalisierung voran. Wie die Liga nun mitteilte, wurden auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Ligaverbunds GFL e.V. "weitreichende und zukunftsweisende Beschlüsse gefasst". Demnach werden ab der Saison 2028 nur noch zwölf statt bisher 16 Teams in der höchsten deutschen Spielklasse antreten, 2027 werden es bereits nur noch 14 sein.
Bereits im März hatten die GFL-Vereine ihren Willen bekundet, die Liga bis spätestens 2028 auf zwölf Teams zu verkleinern. Nach der Präsentation des Vorstands des Ligaverbundes stimmten 27 der 29 anwesenden Vereinen dem verkleinerten Zielsystem zu, zwei enthielten sich der Stimme.
"Eine Ligaverkleinerung ist keine einfache Sache und es gibt sehr viele Varianten, wie man den Weg zum Ziel im Detail ausgestalten kann", sagt der Ligaverbundvorsitzende Axel Streich in einer Mitteilung. "Diese verschiedenen Varianten haben wir den Vereinen im Juni vorgelegt und nun gab es einen fast einstimmigen Beschluss. Das freut mich sehr und zeigt einmal mehr, dass in der GFL der gemeinsame Blick nach vorne geht. Das war ein großer und wichtiger Schritt auf unserem eingeschlagenen Weg, die Liga noch attraktiver und robuster zu machen."
Weil in den Lizenzstatuten die Auf- und Abstiegsregelungen für die kommende Saison bereits festgeschrieben sind, konnte eine Veränderung der Ligagröße frühestens für das Jahr 2027 ins Auge gefasst werden. Eine Veränderung für die aktuelle Spielzeit hätte es einen einstimmigen Beschluss der Versammlung benötigt, der aber nicht zustande kam. Stattdessen stimmten 60 Prozent der Vereine für den sanfteren Vorschlag, die Reduzierung auf zwölf Teams bis 2028 zu vollziehen.
Zur Umsetzung ist jetzt der American Football Verband Deutschland AFVD am Zug, mit dem der Ligaverbund laut eigener Auskunft bei der Entwicklung des Systems "sehr gut und eng zusammengearbeitet hat". Dem Dachverband obliegt es nun, die Veränderungen in seinen Gremien zu beschießen und umzusetzen.
Trotz der Reduzierung auf zwölf Teams werden die Mannschaften, die weiterhin in den Gruppen Nord und Süd aufgeteilt sind, zwölf Partien absolvieren. Neben Hin- und Rückspiel gegen die eigenen Gruppengegner wird es auch zwei Interconference-Spiele gegen Teams aus der anderen Gruppe geben. Vorerst vertagt wurde die Entscheidung darüber, ob die Paarungen der IC-Spiele zukünftig ausgelost oder wie bisher aus der Tabellenposition des Vorjahres abgeleitet werden. Die Playoff-Regelungen sollen unverändert bleiben.
Neu ist hingegen, dass es ab 2028 nur noch einen statt den bisher zwei Absteigern in die GFL 2 geben wird. Dieser wird nach Ende der Punktspielrunde in den sogenannten Playdowns durch zwei Entscheidungsspiele zwischen den beiden Gruppensechsten ermittelt. In den Übergangsjahren 2026 und 2027 wird es drei Absteiger geben. Diese werden die zwei Gruppenletzten und der Verlierer der zwischen den beiden Gruppenvorletzten ausgespielten Playdowns sein.
Eine Ausnahme stellt die Saison 2027 dar, in dem die Bundesliga mit zweimal sieben Teams besetzt sein wird. In diesem Jahr werden die IC-Spiele ausgesetzt und jedes Team wird zu einem Hin- und einem Rückspiel gegen alle Teams der eigenen Gruppe antreten. Es bleibt somit bei zwölf Punktspielen pro Klub vor den Playoffs.

In der zweiten Liga soll die Anzahl von 16 Teams sowie das Spielsystem mit zwei Gruppen und vier Staffeln unverändert bleiben. Neu wird aber bereits ab 2026 sein, dass nach Ende der Punktspielrunde der GFL-2-Meister und gleichzeitige Aufsteiger in einem Championship-Spiel ermittelt wird. Die Entscheidung darüber, ob man sich für dieses Spiel durch den Gruppensieg qualifiziert oder ob dem Endspiel ein Halbfinale mit den jeweiligen Gruppenersten und -zweiten vorgelagert werden soll, wollen die Klubs in einer späteren Versammlung treffen.
Den Abstieg in die Regionalliga müssen zukünftig außer in der Saison 2027 nur noch die beiden Gruppenletzten antreten. 2027 werden wie bisher auch die vier Gruppenletzten und -vorletzten absteigen. Aufsteiger in die GFL 2 gibt es ebenfalls zwei, jeweils einen aus den drei Nord- und den drei Süd-Regionalligen. Bisher gab es jeweils zwei Aufsteiger aus den Nord- und Süd-Regionalligen.
Auch die GFL 2 wird ein Übergangsjahr mit sieben Teams pro Gruppe haben, und zwar bereits in der kommenden Saison 2026. In diesem Jahr wird es keine Staffeleinteilung in den beiden Gruppen geben und jedes Team wird ein Hin- und ein Rückspiel gegen alle Gruppengegner austragen.
Am stärksten diskutiert wurde bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung die Auflösung des bislang starren Regionalprinzips. Bisher erfolgt die Gruppenzuordnung der Teams auf der Grundlage ihrer Zugehörigkeit zu einem Nord- oder Süd-Landesverband. "Dieses Prinzip berücksichtigt keine möglichen Leistungsunterschiede zwischen Nord- und Süd-Teams im Sinn von gesamtdeutschen Bundesligen", erklärt Axel Streich.
Stattdessen soll zukünftig der Leistungsgedanken im Vordergrund stehen. Daher wird das starre, bundeslandbezogene Regionalprinzip in der GFL ab 2027 aufgehoben, was auch eine Voraussetzung für nur noch jeweils einen Auf- und Absteiger zwischen GFL und GFL 2 ist. Die Aufteilung nach Nord und Süd wird es zwar weiterhin geben, die feste Definition der Grenze wird aber aufgehoben.
Ergibt sich durch Auf- und Abstiege ein zahlenmäßiger Überhang einer Regionalgruppe nach heutiger Prägung, dann wird die Gruppengröße in der GFL und GFL 2 durch Zuordnung von einem oder mehrerer Teams zu ihrer aus heutiger Sicht regionalfremden Gruppe hergestellt. Dabei will man sich auch zukünftig an der geografischen Lage orientieren, nicht aber zwingend an den Grenzen der Bundesländer. Außerdem können in die Entscheidung zur Zuordnung auch andere Faktoren, wie beispielsweise tatsächliche Entfernungen, Reisekosten, die Attraktivität von besonderen Spielpaarungen oder andere Vermarktungschancen einfließen.
Neben der beschlossenen Veränderung der Ligastruktur soll in der nächsten Mitgliederversammlung im Oktober auch über einen Katalog diskutiert werden, der die Stadioninfrastruktur der Vereine im Lizenzierungsverfahren stärker gewichten soll. Hierzu wurde ein Punktekatalog mit 16 Kriterien für die Bewertung der Spielstätten aufgestellt, der einen praktikablen Einbezug in das Lizenzierungsverfahren ermöglichen soll. Darin wird den Stärken und Schwächen der verschiedenen Spielorte dadurch Rechnung getragen, dass fehlende oder schlecht ausgeprägte Bestandteile eines Stadions durch das Vorhandensein oder die gute Qualität anderer Bestandteile in der Gesamtbewertung ausgeglichen werden können.
Eine erste Version des Punktekatalogs soll vom AFVD bereits im Lizenzierungsverfahren für die Saison 2026 erprobt werden. Mit den dann gesammelten Erfahrungen soll der Katalog für die Folgejahre fortgeschrieben werden.
"Auch der Infrastruktur-Katalog wird ein weiterer Beitrag zur Entwicklung der GFL werden", begründet Axel Streich. "Die Spielstätten müssen nicht nur den formalen Regularien des Spielfelds entsprechen, sie sind auch ein wichtiges Aushängeschild für die Liga und ihre Vereine. In den höchsten deutschen Spielklassen sollten einige Mindeststandards selbstverständlich werden, denn mehr und mehr müssen die Spielstätten in den Top-Ligen auch den wachsenden Anforderungen und Erwartungshaltungen der Zuschauer sowie der Medien gerecht werden."
smu, PM GFL