23.07.2025
Auch Parsons unzufrieden
Während die NFL-Teams in die heiße Phase der Saisonvorbereitung gehen, ist der Vertragszoff bei zwei Stars eskaliert. Sowohl Wide Receiver Terry McLaurin als auch Trey Hendrickson boykottieren den Trainingscamp-Auftakt ihres Teams. Micah Parsons setzt derweil auf eine andere Strategie.

Kein neuer Vertrag, kein Training: Dazu haben sich Terry McLaurin und Trey Hendrickson entschieden. Die beiden NFL-Stars fehlten jeweils zum Trainingscamp-Auftakt ihrer Teams, da die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung jeweils ins Stocken geraten sind.
McLaurin sagte vor einer Woche: "Ohne progressive Diskussionen ist es ziemlich schwer zu erkennen, wie ich auf das Spielfeld treten soll." Nun ließ der Wide Receiver der Washington Commanders seinen Worten Taten folgen.
Zwar kassiert er seitens des Teams für jeden verpassten Trainingstag eine Strafe von 50.000 Dollar, aber das nimmt er in Kauf. Schließlich verhandeln beide Seiten bereits seit einem Monat über einen neuen Vertrag.
Dem 30-Jährigen, dessen Arbeitspapier nach der Saison ausläuft, geht es dabei vor allem um die Wertschätzung seiner Leistung. In den vergangenen fünf Spielzeiten knackte er jeweils die 1000-Yard-Marke, mit zwölf Touchdowns fing er vergangene Saison sogar die zweitmeisten der gesamten Liga.
"Wir hatten in letzter Zeit einige gute Gespräche und werden sie auch weiterhin fortsetzen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um eine Einigung zu erzielen", kündigt derweil Adam Peters, der General Manager der Commanders an. Wann es jedoch dazu kommt, ist noch ungewiss.
In derselben Situation befindet sich auch Hendrickson. Der Pass Rusher der Cincinnati Bengals hat seit Saisonende noch keine einzige Trainingseinheit bei den Bengals absolviert, da auch bei ihm der Vertrag nach der anstehenden Runde ausläuft.
Streitpunkt ist dabei laut übereinstimmenden Medienberichten die Höhe des garantierten Gehalts. Der 30-Jährige möchte demnach Garantien über das erste Vertragsjahr hinaus, was die Bengals aber wohl nicht bereit sind zu gewähren. "Wir erhielten innerhalb von 24 Stunden zwei Angebote, aber keines davon enthielt die Garantien, die wir uns gewünscht hatten", erklärt Hendrickson bei The Athletic.
Daher entschied sich der Quarterback-Jäger, der vergangene Saison mit 17,5 Sacks die meisten in der ganzen Liga gesammelt hat, vorübergehend in seine Heimat nach Florida zu gehen. "Ich hätte es unmöglich ertragen können, im Haus zu sitzen, die Trainingspfeife zu hören und gleichzeitig eine Ablenkung zu sein", schildert er.
Auch Bengals-Eigentümer Mike Brown hat sich zu den Verhandlungen geäußert. "Er ist ein guter Kerl. Aber wenn es um diese Verhandlungen geht - und wir haben schon einige mit ihm geführt -, dann wird er emotional", berichtet er. "Es ist nie einfach, aber eines ist immer gleich: Es kommt immer zu einem Abschluss, und ich glaube, das wird auch diesmal so sein."
Für einen gänzlich anderen Weg hat sich Micah Parsons entschieden. Der Defensive End der Dallas Cowboys geht ebenfalls in sein letztes Vertragsjahr und auch hier ist eine Einigung noch nicht in Sicht.
Dennoch entschied sich der 26-Jährige, im Gegensatz zu McLaurin und Hendrickson, zum Trainingscamp-Auftakt zu erscheinen. Die Verhandlungen gehen dennoch weiter. "Man sieht, dass viele Leute in der Liga wie T.J. Watt oder Myles Garrett gut versorgt sind, und wünscht sich, man hätte die gleiche Energie", meint er.
Der Wunsch ist verständlich, zählt Parsons mit 52,5 Sacks in den vergangenen vier Spielzeiten doch zu den besten Spielern auf seiner Position. "Ich fühle mich als der Beste in dem, was ich tue. Man kann über jeden diskutieren, aber Statistiken und Zahlen lügen nicht. Die Beständigkeit ist da, und die Verfügbarkeit ist da", untermauert er.
Der Ball liegt nun bei Eigentümer und General Manager Jerry Jones. Dieser hat bislang jedoch noch kein Gespräch mit dem Agenten von Parsons geführt - der Ausgang ist also ungewiss.
smu