25.07.2025
Zukunft der Liga unklar
Die Querelen in der European League of Football haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Commissioner Patrick Esume hat seinen Ausstieg angekündigt.

Die Zukunft der ELF scheint so unklar wie nie: In einem von seiner Anwältin verbreiteten Schreiben hat Patrick Esume am Freitagvormittag angekündigt, sich von seinen Ämtern als Commissioner und Gesellschafter der ELF zurückzuziehen. Bis zum Ende der laufenden Saison werde er noch zur Verfügung stehen, heißt es weiter. Das Finale der derzeit laufenden Saison findet am 7. September statt.
Als Grund gibt Esume in der Mitteilung "unüberbrückbare Differenzen bezüglich der Führung und finanziellen Gestaltung der ELF mit deren Geschäftsführer Zeljko Karajica" an. Außerdem habe es "unterschiedliche Vorstellungen der künftigen Ausrichtung der ELF" gegeben. "So eine Entscheidung mitten in der Spielsaison treffen zu müssen, ist nicht schön, aber insbesondere im Hinblick auf das mir entgegengebrachte Vertrauen der Teams, Gesellschafter, unserer Geschäftspartner und allen voran der Fans, das nicht weiter enttäuscht werden darf, absolut notwendig", wird er in der Mitteilung zitiert.
"Die ELF würde es ohne Patrick Esume nicht geben", lässt sich Karajica in einer später veröffentlichten ELF-Mitteilung zitieren. "Er ist eine Gallionsfigur und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass unsere Liga in kürzester Zeit gewachsen und stark geworden ist."
Noch Anfang der Woche hatte Karajica gegenüber der DPA erklärt, dass er und Esume "eine Einheit bilden und immer zusammen stehen", nachdem es von den ELF-Teams Kritik an ihm und der Verwaltung, aber Lob für Esume und die sportliche Leitung gegeben hatte. "Wer glaubt, er könne hier einen Keil hineintreiben, der macht sich lächerlich", so Karajica. Nun ist - nur wenige Tage später - die Trennung der beiden beschlossen.
Der als Trainer und TV-Experte bekannt gewordene Esume hatte die ELF gemeinsam mit Karajica im Jahr 2020 gegründet, in den vergangenen Monaten hatten die Konflikte und Spannungen in der Liga aber immer mehr zugenommen. Zwischen der Liga und einer neugegründeten Klub-Allianz, der neun ELF-Teams angehören, kam es zu einem hauptsächlich medial ausgetragenen Streit. Finanzielle Probleme und teils nicht konkurrenzfähige Teams erschweren den Weiterbestand der Liga. Da die Verträge der Gründungsmitglieder nach der laufenden Saison auslaufen, droht nach dem Finale am 7. September der große Knall - und der Liga die Zerreißprobe.
Dass sich in Esume nun das bisherige Gesicht der Liga verabschiedet, verdüstert die Aussichten für die Liga noch weiter - zumal auch ELF-Sportdirektor Andreas Nommensen und Frank Wendorf, der Head of Operations, gemeinsam mit Esume angekündigt haben, ihre Ämter zum Saisonende niederzulegen. Die gesamte sportliche und operative Leitung tritt damit zurück. Von der ELF heißt es, man werde sich nun "mit der nötigen Ruhe und gebotenen Sorgfalt mit der Nachfolge für die in der Liga-Struktur zentrale Position des Commissioners beschäftigen."
mib