04.08.2025
Nachfolger von Karajica fix
Die European League of Football hat mit Ingo Schiller einen neuen Co-CEO und CFO verkündet. Der erfahrene Sportmanager hat jahrelang bei Hertha BSC gearbeitet und saß im Aufsichtsrat der DFL. Mit seinem Wissen soll er nun die Liga weiterentwickeln.

Nur wenige Tage nach dem angekündigten Rückzug von Geschäftsführer Zeljko Karajica hat die European League of Football seinen Nachfolger verkündet. Ingo Schiller wird der neue Co-CEO und Chief Financial Officer (CFO) der Liga.
Der 60-Jährige übernimmt damit "eine zentrale Rolle in der strategischen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung", wie die Liga in einer Mitteilung schreibt. Damit tritt er in die Fußstapfen von Karajica, der sich nach Saisonende aus dem operativen Geschäft zurückziehen wird. "Ich schätze es sehr, ihn bis zum Ende dieser Saison an meiner Seite zu haben - und darüber hinaus ist die Führung der Liga in den besten Händen", betont Karajica.
"Ich freue mich auf diese Aufgabe, weil ich in der European League of Football enormes Potenzial sehe, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich", erklärt derweil Schiller. "Die Liga ist schnell gewachsen und begeistert Football-Fans auf der ganzen Welt, steht zugleich aber noch immer am Anfang ihrer Reise. Ich habe große Lust darauf, die ELF aus dieser verantwortungsvollen Rolle heraus sowie in enger Abstimmung mit den Franchises und dem Gesellschafterkreis aktiv mitzugestalten."
Auch der scheidende Commissioner Patrick Esume steht dem neuen starken Mann in der ELF positiv gegenüber. "Mit Ingo Schiller haben wir einen Partner gewonnen, der über Jahrzehnte hinweg bewiesen hat, wie man Sportorganisationen strategisch, wirtschaftlich und strukturell führt", sagt er.
Schiller verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Sport- und Finanzbranche. Bei Borussia Mönchengladbach leitete er von 1992 bis 1998 die Bereiche Marketing/Vertrieb und Merchandising, war zudem kaufmännischer Geschäftsführer der Stadionbau GmbH. Für Hertha BSC verantwortete er von 1998 bis 2022 als Geschäftsführer zentrale Ressorts wie Finanzen, Organisation, Marketing & Vertrieb, Infrastruktur, Personal, Recht, IT und New Business. Parallel war er von 2013 bis 2022 im Aufsichtsrat der DFL, die er auch im DFB-Vorstand vertrat. Seit 2023 ist Schiller mit einer eigenen Agentur als Berater mit Fokus auf Unternehmensführung, Strukturentwicklung und Mediation tätig.
"Gerade in einer Phase, in der wir die ELF nach einem rasanten Aufbau auf das nächste Level heben und zukunftsfähig aufstellen werden, ist Ingo Schiller mit seiner großen Erfahrung und Expertise der richtige Mann an der richtigen Position. Wir sind sehr glücklich darüber, ihn für die Liga gewonnen zu haben", betont Heinz Kierchhoff für die Gesellschafter der European League of Football.
Dabei kündigt die ELF an, dass Schiller schnell das Gespräch mit den Franchises suchen soll. "Ziel ist es, im konstruktiven Austausch ein belastbares und tragfähiges Modell für alle Beteiligten zu erarbeiten und die Zukunft der ELF langfristig abzusichern. Zeitnah wird Schiller die Verantwortlichen der Franchises zu einer Versammlung einladen, bei der auch auf die Anregungen der European Football Alliance (EFA) eingegangen wird", heißt es in dem Liga-Statement.
Vor wenigen Wochen hatte die Gründung der EFA für Furore gesorgt. Dabei kritisierte die Vereinigung von neun Teams die Ligaführung und bemängelte die fehlende Transparenz bei Verträgen sowie die Gewinnverteilung unter den Franchises. Daher wurde offen mit dem Ausstieg kolportiert. "Für unsere Mitglieder ist sehr klar, dass wir so nicht weitermachen wollen", hatte Gründungsgesellschafter Martin Wagner der Rheinischen Post gesagt.
red, PM ELF