06.08.2025
Einst Hertha-Geschäftsführer
Die European League of Football hat mit Ingo Schiller einen neuen Co-CEO und CFO vorgestellt. Der erfahrene Sportmanager spricht in einem Interview nun über seine Ziele für die anstehenden Wochen.

Die European League Football hat mit Ingo Schiller einen Co-CEO und CFO gefunden. Der erfahrene Sportmanager wird zunächst gemeinsam mit Zeljko Karajica die Geschäfte führen, ehe dieser zum Saisonende aus der Geschäftsführung ausscheidet.
Nun hat Schiller über seine neue Aufgabe erstmals gesprochen. "Zunächst war ich neugierig und dann sehr schnell begeistert. Was die Gründer Zeljko Karajica und Patrick Esume in nur fünf Jahren mit ihrem Team auf die Beine gestellt haben, ist wirklich beeindruckend", sagt er in einem Interview auf der ELF-Homepage. "Das hat enormes Potenzial und für mich ist es eine ebenso spannende wie reizvolle Aufgabe, Verantwortung bei der ELF zu übernehmen und meine Expertise einzubringen."
Dabei hat er sich zum Ziel genommen, "die ELF zu stabilisieren sowie nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen". Das sei jedoch nicht von heute auf morgen zu lösen. Daher werden in den nächsten Wochen viele Gespräche führen. "Ich werde in erster Linie zuhören, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was an den einzelnen Standorten schon gut funktioniert und wo es noch hakt", kündigt er an.
Dabei gilt es vor allem, das Gespräch mit den neun Teams zu führen, die als European Football Alliance die Liga in den vergangenen Wochen hart kritisiert haben. Das wird auch bitter notwendig sein, denn ein anonymer Eigentümer der EFA hatte bereits kurz nach der Verkündung auf dem Online-Portal AFI verkündet, dass Schiller bisher noch nicht mit der Allianz gesprochen haben soll. "Die EFA-Teams entwickeln weiterhin Lösungen und Strukturen, die unseren gemeinsamen Interessen und unserer Vision für die Zukunft des professionellen American Football in Europa entsprechen", sagte die Person.
Schiller entgegnet derweil in dem Interview: "Dass es an der einen oder anderen Stelle knirscht, ist in einer so jungen Organisation völlig normal. Wichtig ist, dass man die Dinge offen anspricht, gemeinsam an Lösungen arbeitet und langfristig stabile Strukturen aufbaut. Die Grundlagen sind gelegt und jetzt geht es darum, sie klug und gemeinschaftlich weiterzuentwickeln."
Daher kündigt er auch an, in den verbleibenden Wochen zu möglichst vielen Teams zu reisen, um den direkten Austausch zu suchen. "Ich glaube, dass persönlicher Kontakt extrem wichtig ist, gerade in dieser Phase des Wachstums. Nur wer vor Ort war, kann verstehen, welche Herausforderungen es gibt und auch, wo der Geist entsteht, der die ELF ausmacht", befindet der einstige Geschäftsführer von Hertha BSC.
Dabei ist die Vorfreude auf die neue Aufgabe groß: "Ich freue mich auf konstruktive, aber sicherlich auch kontroverse Diskussionen, auf neue Perspektiven. Gelingt es uns, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen, dann hat die ELF eine große Zukunft vor sich. Ich freue mich darüber, meinen Teil dazu beitragen zu dürfen."
red