19.08.2025
Guide zum Einstieg
Der Spielplan im College Football ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis eines vielschichtigen Prozesses, an dem Conferences, Schulen, TV-Sender und Veranstalter beteiligt sind. Das führt zu jährlich ändernden Gegnern.

College Football ist eine der größten Sportarten der Welt. Woche für Woche strömen zahlreiche Menschen in die Stadien, um ihr Team zum Sieg zu brüllen.
Doch im Gegensatz zu anderen Liga ist der Aufbau des Spielplans ein extrem komplexes Konstrukt. Dabei spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, wenn die Universitäten ihre Spieltage ausarbeiten.
In der regulären Saison bestreitet ein College-Football-Team im FBS in der Regel zwölf Spiele. Die Anzahl der fest terminierten Conference-Spiele liegt je nach Liga meist bei acht oder neun Partien und bildet das Grundgerüst des Spielplans.
Die restlichen Termine werden von den Teams mit Nicht-Conference-Spielen aufgefüllt, was ihnen einen gewissen Gestaltungsspielraum lässt. Manche Teams haben jährliche Rivalitäten oder fest vereinbarte Nicht-Conference-Spiele.
Wichtig: Auch wenn es keine einheitliche NCAA-Vorgabe für die Gesamtlänge gibt, hat sich die 12-Spiele-Saison als Standard etabliert. Dabei ist die Anzahl der Heim- und Auswärtsspiele immer gleich.
Die NCAA kontrolliert nicht, wann und gegen wen gespielt wird, sondern verwaltet vielmehr das System, nach dem die Teams ihre Gegner auswählen können.
Jedes Jahr veröffentlicht der Verband eine Liste genehmigter Spielpläne, aus der sich die Schulen ihre Saison zusammenstellen können. Diese Liste gibt vor, welche Teams Heim- und welche Auswärtsspiele haben - die genauen Daten bestimmt die jeweilige Mannschaft aber selbst.
Sobald die Conference-Spielpläne fix sind, werden sie der NCAA übermittelt und online veröffentlicht. So können Fans frühzeitig planen, wann ihre Mannschaft spielt.
Eine wichtige Rolle bei der Planung des Spielplans nehmen die TV-Verträge ein, denn sind mittlerweile eine zentrale Einnahmequelle für die Teams.
Um attraktive Spiele im Fernsehen präsentieren zu können, gewinnen Spiele auf neutralem Boden zunehmend an Bedeutung. Spiele wie das "Chick-fil-A Kickoff Classic", an diesem Jahr unter anderem die Tennessee Volunteers teilnehmen, bringen viel Aufmerksamkeit und Geld, führen aber auch zur Diskussion, ob sie das Erlebnis College Football verändern.
Kein Problem stellen derweil langjährige Rivalitäten wie die Red River Rivalry oder Army-Navy dar, denn sie finden bereits seit Jahrzehnten in einem neutralen Stadion statt und sind fester Bestandteil des Kalenders.
Der zweite große Faktor für Coaches und Athletic Directors der Universitäten ist der sportliche Erfolg. So wird genau geplant, wie viele anspruchsvolle Gegner, wie viele leichte Gegner und wie viele Spiele auf neutralem Boden im Kalender stehen sollen.
Für große Programme sind sogenannte Home-and-Home-Serien besonders wichtig. Dabei einigen sich zwei Mannschaften in aufeinanderfolgenden Jahren jeweils ein Heimspiel gegeneinander auszutragen, sodass beide von Heimvorteil, Begeisterung der Fans, landesweite Aufmerksamkeit und Einnahmen profitieren.
Kleinere Universitäten wiederum spielen oft sogenannte "Geldspiele". Dort treten sie auswärts gegen finanzstarke Teams antreten, um Geld für ihr Sportprogramm zu generieren.
Wie in der NFL hat jedes Team mindestens eine spielfreie Woche, die sogenannte Bye Week, zur Erholung und Vorbereitung.
Allerdings werden die Spielpläne so gestaltet, dass es selbst an einer Bye Week zu einer Partie kommen könnte. Damit können die Teams auf einen möglichen Spielausfall reagieren.
mgs