01.09.2025
Dramatik pur
College Football hat eine eigene und besondere Regelung für die Overtime, die sich stark von der NFL unterscheidet. Aber wie läuft die Verlängerung im College Football wirklich ab?

Vor 1995 endeten College Spiele bei Gleichstand einfach unentschieden. Mit der Einführung der Overtime hat sich das geändert - und seither gab es viele legendäre Verlängerungen. Das Grundprinzip der Overtime ist relativ einfach: Haben beide Mannschaften nach Ablauf der regulären Spielzeit gleich viele Punkte, geht es in die Verlängerung. Das Overtime-Format im College Football sorgt dabei immer wieder für besonders packende und spielentscheidende Momente.
Steht es nach der regulären Spielzeit unentschieden, geht das Spiel in die Verlängerung. Im College Football ist es nicht möglich, dass ein Spiel mit einem Unentschieden endet. Zu Beginn gibt es einen Münzwurf: Das Gewinnerteam darf wählen, ob es zuerst angreift oder verteidigt - oder auf welcher Seite des Feldes gespielt wird.
Anschließend startet jede Mannschaft nacheinander einen normalen Drive von der gegnerischen 25 Yard Linie, also auf einem verkürzten Feld mit 25 Yards bis zur Endzone. Jedes Team erhält dabei einmal den Ball und behält diesen, bis sie Punkte erzielen oder es nicht schaffen ein neues First Down zu erreichen. Erzielt ein Team mehr Punkte in der Overtime als der Gegner, ist das Spiel entschieden. Gibt es erneut Gleichstand, folgt die zweite Overtime.
Beispiel: Erzielt Team A in seinem Drive nur ein Field Goal, Team B schafft aber einen Touchdown, gewinnt Team B in der ersten Overtime das Spiel.
Auch in der zweiten Verlängerung bekommt jedes Team wieder den Ball an der gegnerischen 25 Yard Linie. Seit 2021 gilt jedoch eine zusätzliche Regel: Erzielt ein Team einen Touchdown, muss es anschließend eine Two Point Conversion versuchen - ein normaler Extrapunkt durch ein Field Goal ist nicht mehr erlaubt. Bleibt der Spielstand weiterhin gleich, geht es in die dritte Overtime - und dort wird es besonders spannend.
Beispiel: Team A erzielt einen Touchdown, scheitert aber an der Two Point Conversion. Team B erzielt ebenfalls einen Touchdown und verwandelt die Two Point Conversion - damit gewinnt Team B das Spiel.
Bleibt es nach zwei Verlängerungen unentschieden, ändern sich die Regeln deutlich: Ab der dritten Overtime starten die Teams nicht mehr mit Drives an der 25 Yard Linie, sondern wechseln sich ausschließlich mit Two Point Conversion Versuchen ab. Ab diesem Zeitpunkt ähnelt das Format dem Elfmeterschießen im Fußball.
Schafft es eine Mannschaft, während der Gegner scheitert, ist das Spiel entschieden. Diese Abfolge wird so lange wiederholt, bis ein Team punktet und das andere nicht. Die Regel wurde 2021 eingeführt, um extrem lange Spiele mit fünf, sechs oder sogar sieben Verlängerungen zu verhindern.
Beispiel: Team A scheitert mit seiner 2-Point-Conversion, Team B verwandelt seine - und entscheidet so die Partie.
Die College Football Overtime bringt eine Mischung aus Fairness und Dramatik. Jede Mannschaft erhält zunächst die gleiche Ausgangslage, doch spätestens ab der dritten Verlängerung verwandelt sich das Spiel in einen reinen Nervenkampf. Für Fans bedeutet das: Spannung bis zur letzten Sekunde - garantiert ohne Unentschieden.
val