27.08.2025
Saisonvorschau Baltimore Ravens
Die Baltimore Ravens waren vergangene Saison eines der dominantesten Teams der NFL - mit einem herausragenden Quarterback in Lamar Jackson und einem gnadenlosen, einzigartigen und physisch dominanten Laufspiel. Können sie sich dieses Jahr endlich belohnen?

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Die Baltimore Ravens kontrollierten vergangenes Jahr Woche für Woche ihre Gegner, liefen jede Defense in Grund und Boden und waren in der zweiten Saisonhälfte auch gegen den Pass defensiv deutlich verbessert.
Trotzdem gab es merkwürdige Ausrutscher gegen schwächere Teams - und in den Playoffs das gleiche alte Bild: eine starke Regular Season, gefolgt von einem enttäuschenden Auftritt, der das frühe Aus besiegelte.
Die Offensive unter Todd Monken war eine der effizientesten Units der Liga. Das Laufspiel - taktisch sehr besonders und angeführt von Derrick Henry und Lamar Jackson - war schlicht eine Macht, während Zay Flowers als Receiver weiter produzierte. Die Passing Defense startete schwach, doch eine schematische Umstellung mit Kyle Hamilton machte aus ihr im Saisonverlauf eine Top-Unit.
Am Ende stand man jedoch wieder vor dem gleichen Problem wie in den Jahren zuvor: In den Playoffs schaffte es das Team nicht, seine Dominanz aus der Regular Season auf den Platz zu bringen.
John Harbaugh geht in sein 18. Jahr als Ravens Head Coach - und ist immer noch einer der besten seines Fachs. Nur Steelers Head Coach Mike Tomlin ist länger am Stück im Amt.
Todd Monken bleibt als Offensive Coordinator in Jahr drei ein absolutes Mastermind im Playcalling, während Zachary Orr in sein zweites Jahr als Defensive Coordinator geht. Die Kontinuität im Coaching-Staff ist ein klarer Vorteil - die Systeme sitzen, die Rollen sind klar, und die Spieler kennen ihre Aufgaben.
Personell gibt es offensiv kaum Veränderungen - und das ist ein gutes Zeichen. Neu dabei ist DeAndre Hopkins, der zusammen mit Zay Flowers und Rashod Bateman ein vielseitiges Receiver-Trio bildet.

Tight Ends Mark Andrews und Isaiah Likely sorgen zusätzlich für Matchup-Albträume. Die Offensive Line ist stabil, Ronnie Stanleys Vertrag wurde verlängert und Tyler Linderbaum gehört zu den besten Centern der NFL.
Auch hinter Derrick Henry haben die Backups bereits ihre Explosivität bewiesen. Justice Hill und Keaton Mitchell, der verletzungsbedingt im Vorjahr kaum zum Einsatz kam, bringen Finesse und Tempo ins Spiel, während Henry die pure Power bringt.
Stars dieser Unit sind Lamar Jackson und Derrick Henry. Gerade Lamar Jackson hat in den letzten Saisons bewiesen, dass er mindestens ein Top-3-Quarterback dieser Liga ist. Fragezeichen gibt es nur wenige - höchstens den Wunsch nach einem echten Elite Nummer 1 Receiver, wobei Jackson schon mehrfach bewiesen hat, dass er auch ohne diesen auf MVP-Level spielen kann.
Die Secondary gehört jetzt wohl zur absoluten NFL-Elite: Marlon Humphrey, Neuzugang Jaire Alexander, Kyle Hamilton, Rookie Malaki Starks und auch Nate Wiggins geben Baltimore enorme Tiefe.
Hamilton, Starks und Humphrey sind vielseitig einsetzbar und geben ihrem Defensive Coordinator die Möglichkeit, kreativ zu werden. Die Verpflichtung von Jaire Alexander könnte zukunftsweisend sein - bleibt er fit, gehört er zu den besten Cornerbacks der NFL und könnte die Lücke auf der Cornerback-Position schließen, die den Ravens letztes Jahr oft Punkte kostete.

In der Front Seven ist Roquan Smith weiter der unumstrittene Anker. Die Defensive Line hat keine echten Stars, ist aber durchgehend solide. Rookie Mike Green soll im Pass Rush früh Akzente setzen, während die Edge Rotation um Odafe Oweh und David Ojabo weiterhin auf Entwicklung setzt.
Die größten Playmaker sind Hamilton, Humphrey und Smith. Schwachstellen? Kaum vorhanden - das Roster ist defensiv so komplett wie lange nicht.
Der vielleicht größte Unterschied zu 2024 ist die Qualität auf Cornerback. Mit Jaire Alexander und Chidobe Awuzie hat Baltimore die Position massiv aufgewertet und gleichzeitig Tiefe geschaffen, die Verletzungen abfedern kann. Rookie Malaki Starks bringt zusätzlich physische Präsenz und erlaubt flexible Coverage-Kombinationen.
Offensiv bleibt das System größtenteils unverändert - der Hopkins-Transfer macht die Offense aber in den entscheidenden Situationen noch variabler. Die Hoffnung: Konstanz aus der Regular Season endlich in die Playoffs übertragen und nicht wieder an einem schwachen Spiel im Januar scheitern.
Die Ravens gehen mit einem der komplettesten Kader der NFL in die Saison: MVP Quarterback, physisches Run Game, variable Passoptionen, eine der besten Defenses der Liga und ein erfahrener Coaching Staff. Das Ziel ist eindeutig: Super Bowl oder Enttäuschung.
Der einzige echte Zweifel liegt nicht im Talent, sondern in der Frage, ob Baltimore endlich den Playoff-Fluch brechen kann. In den letzten Jahren war es selten der Gegner, der sie schlug - meist waren es sie selbst, die unter ihrem Niveau blieben. Daher ist das Motto für 2025 klar: konstant guten Football bis in den Februar spielen - und sich endlich mit dem Super Bowl belohnen.
val