05.10.2025
Turf-Debatte im MetLife Stadium
Die Verletzung von Giants-Star Malik Nabers hat eine alte Diskussion in der NFL neu entfacht: den Streit um den Kunstrasen im MetLife Stadium. Wieder einmal steht die Sicherheit der Spieler im Fokus - doch ein Wechsel auf Naturrasen scheint vorerst kein Thema zu sein.

Die schwere Knieverletzung von Giants-Receiver Malik Nabers hat die Diskussion um den Kunstrasen im MetLife Stadium neu entfacht. Änderungen wird es jedoch vorerst keine geben.
Laut einem Bericht von The Athletic haben die New York Giants, New York Jets und die New Meadowlands Stadium Company, die Betreiber des Stadions, derzeit "keine Pläne", den umstrittenen Turf durch Naturrasen zu ersetzen. "Der Rasen bleibt", heißt es in dem Bericht klar und unmissverständlich.
Nabers hatte sich am vergangenen Sonntag ohne gegnerische Einwirkung einen Kreuzband- und Meniskusriss im rechten Knie zugezogen - erneut auf dem sogenannten Field Turf Core System, das 2023 installiert wurde und eigentlich für weniger Verletzungen sorgen sollte.
Stattdessen wächst die Skepsis: Ein NFL-Manager sagte gegenüber ESPNs Adam Schefter, seine Spieler seien "verängstigt", auf diesem Belag zu spielen. Verletzte Profis würden sich gut überlegen, ob sie nach einer Reha ausgerechnet in MetLife zurückkehren.
Auch NFLPA-Vertreter und Spieler äußerten sich kritisch. Laut früherem Gewerkschafts-Chef Lloyd Howell wünschen sich 92 Prozent der Profis einen echten Rasenplatz. CBS-Reporter Jonathan Jones bezeichnete den Kunstrasen in East Rutherford sogar als "einen der schlechtesten der Liga". Ex-Giant Odell Beckham Jr. forderte nach Nabers’ Verletzung in einem Social-Media-Post: "Bitte, bitte, bitte - schafft diesen verdammten Turf endlich ab!"
Die Stadionbetreiber verweisen dagegen auf Daten der NFL, nach denen seit der Installation des neuen FieldTurf-Core-Systems 2023 weniger Verletzungen als zuvor registriert wurden. Die Liga erklärte zudem, dass es ligaweit keinen signifikanten Unterschied zwischen Kunstrasen und Naturrasen bei schweren Knieverletzungen gebe.
Trotzdem bleibt der Ort umstritten: Seit 2020 haben mindestens 15 Spieler im MetLife Stadium Kreuzband- oder Achillessehnenrisse erlitten - darunter Stars wie Aaron Rodgers, Jaelan Phillips oder Nick Bosa.
Ein Umstieg auf Naturrasen scheint aus logistischen Gründen unwahrscheinlich. Giants-Co-Owner John Mara erklärte bereits 2024, dass die beim Fußball-WM-Testlauf verwendeten temporären Rasenfelder nicht dauerhaft haltbar seien.
Besonders nicht bei einem Doppelbelegungsstadion, in dem Jets und Giants teilweise an aufeinanderfolgenden Tagen spielen. "Ich möchte an den Punkt kommen, an dem Experten uns sagen können, dass wir auch spät in der Saison ein sicheres, spielbares Grasfeld haben können. Aber da sind wir noch nicht," sagte Mara damals.
Von den 32 NFL-Teams spielen derzeit 17 auf Kunstrasen, ab 2026 werden es 16 sein, wenn die Buffalo Bills in ihr neues Stadion mit Naturrasen umziehen. Auch das zweite Doppelstadion der Liga, das SoFi Stadium in Los Angeles, nutzt weiterhin Turf.
Trotz wachsender Kritik von Spielern und Trainern bleibt das MetLife Stadium also vorerst bei seiner Linie: Der Kunstrasen bleibt und die Diskussion um Sicherheit, Verletzungen und Spielflächen dürfte sich damit weiter fortsetzen.
mgs