17.11.2025
Beim Overtime-Erfolg in Atlanta
Bryce Young lieferte gegen die Atlanta Falcons das beste Passspiel eines Panthers-Quarterbacks in der Franchise-Geschichte ab. Trotz einer schmerzhaften Knöchelverletzung im ersten Viertel führte er Carolina mit 448 Passing-Yards und drei Touchdowns zu einem dramatischen Erfolg nach Overtime.

Young ließ nur eine Woche nach dem blassen Auftritt bei der Niederlage gegen die Saints keinerlei Verunsicherung erkennen. Gegen Atlanta fand er neun verschiedene Receiver, bewegte den Ball konstant und übertraf mit 448 Yards den bisherigen Franchise-Rekord von Panthers-Legende Cam Newton (432 Yards). Gleichzeitig markierte der Overtime-Erfolg bereits den zehnten Game-Winning Drive seiner noch jungen Karriere.
Für einen Schreckmoment sorgte die Szene im ersten Viertel, als Young nach einem Tackle von Safety Billy Bowman mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegen blieb und sich an den rechten Knöchel fasste. Ein Cart fuhr vor, doch der Quarterback winkte ab und verließ das Feld aus eigener Kraft.
"Schmerz ist eine zutreffende Beschreibung", sagte er später über die Situation. Statt sich auswechseln zu lassen, ließ er den Knöchel tapen, wurde im Locker Room untersucht und kehrte ohne verpassten Snap auf das Feld zurück. Head Coach Dave Canales sprach hinterher von einer reinen Schmerzfrage: Die Struktur sei in Ordnung gewesen, der Rest sei "Schmerztoleranz" gewesen - Young habe das für seine Mitspieler durchgezogen.
Auch spielerisch stand der Nachmittag sinnbildlich für Widerstandsfähigkeit. Carolina lag kurz vor der Pause mit 7:21 zurück, verkürzte noch vor dem Halbzeitpfiff per Field Goal und meldete sich mit einem schnellen Touchdown zu Beginn des dritten Viertels endgültig zurück. Von da an kontrollierte Young das Spiel, hielt die Offense im Rhythmus und führte die Panthers schließlich in der Verlängerung zum Sieg.
Für ihn war das mehr als nur eine Statistik-Show: Das Team verkörperte das Motto "Finish", wie er betonte. Alle hätten ihre Körper und ihre Zeit investiert - und er habe das auf dem Feld zurückgeben wollen, indem er trotz Schmerzen weiterspielte.
Mit dem Comeback-Sieg in Atlanta und einer nun positiven Bilanz von 6-5 meldeten sich die Panthers im Playoff-Rennen zurück. Young setzte mit seinem Rekord-Auftritt ein deutliches Zeichen - sportlich wie mental. Wie stark der Knöchel ihn in den kommenden Trainingstagen noch einschränken wird, bleibt abzuwarten. Sein Einsatz in Atlanta dürfte intern wie extern Eindruck hinterlassen haben.
mhh