12.10.2026
Siege gegen Rams, Cardinals und Seahawks
Drei Divisionsduelle, drei Siege: Die San Francisco 49ers sind mit einer makellosen Bilanz in die Saison gestartet und haben bereits alle drei Rivalen aus der NFC West bezwungen. Nach dem dramatischen Erfolg in Seattle ist klar: Wer sich die Divisionskrone sichern will, muss aktuell an den 49ers vorbei.

Die NFC West zählt zu den besten Divisionen der NFL. Mit dem amtierenden Super-Bowl-Champion Seattle Seahawks und den hoch eingeschätzten Los Angeles Rams warten dort starke Konkurrenten. Doch nach fünf Wochen hat sich San Francisco eine hervorragende Ausgangslage geschaffen, indem sie gegen alle drei Division-Konkurrenten bereits gewonnen haben.
Der Saisonstart der 49ers könnte kaum besser verlaufen. Zum Auftakt bezwang San Francisco die Los Angeles Rams mit 27:7. In Week 3 folgte ein offensiv geprägter 36:30-Erfolg gegen die Arizona Cardinals. Am Sonntag setzten sich die 49ers schließlich mit 32:29 bei den Seattle Seahawks durch.
Damit hat das Team von Head Coach Kyle Shanahan nach fünf Spielen bereits alle drei direkten Konkurrenten aus der NFC West mindestens einmal geschlagen. Besonders wertvoll sind diese Siege, weil sie nicht nur die eigene Bilanz verbessern, sondern auch die Konkurrenz im unmittelbaren Rennen um den Divisionstitel zurückwerfen.
Allerdings hätte die Partie in Seattle auch anders ausgehen können. Die Seahawks kamen im Laufe des Spiels zurück und gingen zwischenzeitlich in Führung. San Francisco bewies jedoch Widerstandsfähigkeit und sicherte sich in den Schlussminuten den entscheidenden Vorsprung.

Der Sieg in Seattle war auch deshalb besonders, weil die jüngere Vergangenheit eine klare Sprache gesprochen hatte. In der Regular Season 2025 gewannen zunächst die 49ers mit 17:13. Die beiden folgenden Begegnungen gingen jedoch deutlich an Seattle: In Week 18 gewannen die Seahawks mit 13:3, im anschließenden Divisional Playoff folgte ein 41:6.
Innerhalb von nur zwei Spielen hatte Mike Macdonald seinen Trainerkollegen damit mit insgesamt 54:9 Punkten geschlagen. Besonders bitter für Shanahan: Seine Offensive erzielte in beiden Partien keinen einzigen Touchdown. Ausgerechnet in den entscheidenden Momenten der Saison fand einer der angesehensten offensiven Play-Caller der NFL kaum Antworten auf Macdonalds Defensive.
Der Seahawks-Coach verfolgt dabei eine klare Strategie. Seattle setzt häufig auf zwei tief positionierte Safetys, um explosive Passspielzüge zu verhindern. Normalerweise eröffnet diese Ausrichtung Möglichkeiten im Laufspiel. Doch Macdonalds Defense schaffte es auch, den Bodenangriff der 49ers zu kontrollieren. Zudem ließ sie sich von Shanahans Bewegungen vor dem Snap, Verschiebungen der Formation und anderen Täuschungsmanövern kaum aus dem Konzept bringen.
Im jüngsten Aufeinandertreffen zeigte sich zunächst, dass Macdonalds Defense keineswegs ihren Schrecken verloren hatte. Die Seahawks setzten Brock Purdy unter Druck und beschränkten die Offense der 49ers auf insgesamt 269 Yards. Der Unterschied lag diesmal jedoch darin, dass San Francisco die Fehler des Gegners konsequent ausnutzte.
Die Defense der 49ers erzwang vier Ballverluste und verbuchte fünf Sacks. Cornerback Renardo Green fing zwei Pässe von Quarterback Sam Darnold ab. Rookie Defensive Tackle Gracen Halton sorgte zudem mit einem eroberten Fumble in der Endzone für einen defensiven Touchdown.
Insgesamt erzielten die 49ers 21 Punkte nach den vier Ballverlusten der Seahawks. Statt sich wie in den vorangegangenen Duellen an Seattles Defensive die Zähne auszubeißen, verschaffte sich San Francisco mit seiner eigenen Defense entscheidende Vorteile.
Das bedeutete allerdings nicht, dass Shanahan Macdonalds Spielplan plötzlich vollständig entschlüsselt hatte. Die Seahawks begrenzten den Raumgewinn weiterhin effektiv. Doch San Francisco spielte in den entscheidenden Momenten konsequenter und machte aus den Fehlern Seattles den maximalen Nutzen.
Nach fünf Spielwochen stehen die 49ers bei fünf Siegen aus fünf Spielen. Die Mannschaft hat bereits die Rams, Cardinals und Seahawks bezwungen und sich damit eine hervorragende Ausgangslage geschaffen. Besonders der Erfolg in Seattle könnte im weiteren Saisonverlauf von Bedeutung sein, weil die Seahawks als amtierender Super-Bowl-Champion zu den härtesten Konkurrenten gehören.
Noch ist das Rennen um die NFC West nicht entschieden. Die Rückspiele gegen die Divisionsrivalen stehen aus, und gerade in einer so ausgeglichenen Gruppe kann sich das Kräfteverhältnis schnell verschieben.
Doch San Francisco hat früh ein deutliches Signal gesendet. Die 49ers gewinnen auch enge Spiele, profitieren von einer wirkungsvollen Defense und können offensiv in den entscheidenden Momenten liefern. Der Sieg gegen Seattle war dabei mehr als der fünfte Erfolg in Serie: Er war die Antwort auf zwei schmerzhafte Niederlagen gegen Macdonald.
Wer die NFC West gewinnen will, muss aktuell an San Francisco vorbei.
par