22.09.2016
Hymnen-Protest hat persönliche Folgen für 49ers-Spieler
NFL-Quarterback Colin Kaepernick hat nach eigener Aussage wegen seiner Proteste gegen Polizeigewalt und Rassendiskriminierung Todesdrohungen erhalten. Der 28 Jahre alte Spielmacher der San Francisco 49ers weigerte sich zuletzt bei mehreren Spielen seines Teams, beim Abspielen der US-Hymne zu stehen und kniete stattdessen.
Angesprochen auf die Möglichkeit, dass die Drohungen wahr werden könnten, sagte Kaepernick: "Sollte so etwas passieren, würde es genau mein Ansinnen beweisen." Er habe zwar mit Kritik an seinem Verhalten gerechnet, "an so etwas habe ich aber nicht gedacht". Sein stiller Protest seit einigen Partien hatte große Diskussionen im ganzen Land ausgelöst.
Mit seinen Aktionen will der Athlet auf die weiterhin bestehende Rassendiskriminierung, soziale Ungerechtigkeiten und die Ungleichbehandlung von Minderheiten durch Polizei und Sicherheitskräfte in den USA aufmerksam machen. In zahlreichen Städten, darunter Ferguson, Baltimore und Cincinnati, waren in den vergangenen beiden Jahren unbewaffnete Schwarze von Beamten getötet worden.
"Ich werde nicht aufstehen, um stolz für die Flagge eines Landes zu zeigen, welches Schwarze und Menschen anderer Hautfarbe unterdrückt. Es ist größer als Football für mich, und es wäre egoistisch von mir, einfach wegzusehen", hatte "Kaep" bereits erklärt. Weitere NFL-Spieler und zuletzt auch Fußball-Nationalspielerin Megan Rapinoe hatten sich seinem Protest angeschlossen.
Am vergangenen Freitag war es in Tulsa erneut zu einem Todesfall gekommen. "Das ist das perfekte Beispiel dafür, um was es geht", sagte Kaepernick, der in der aktuellen Spielzeit nur Ersatz hinter Blaine Gabbert ist: "Es wird sehr viel aussagen, was mit der Beamtin geschieht, die den Mann erschossen hat." Kaepernick hatte bereits angekündigt, eine Million Dollar für wohltätige Zwecke zu spenden. Außerdem gehen seine Trikoterlöse an gute Zwecke.
mag/sid