12.12.2016
NFL, Week 14, Sunday: Rekord-Brees weiter allein auf weiter Flur
Was war da denn los? Die Green Bay Packers haben während der sonntäglichen Spätschicht von Week 14 die Seattle Seahawks vom eigenen Lambeau Field gekehrt. Von allen Seiten war ein spannendes und elektrisierendes Match erwartet worden. Doch letztlich waren den winterlichen Wetterbedingungen nur die Käsestädter gewachsen, die den desaströsen NFC-Rivalen überdeutlich mit 38:10 schlugen. Aaron Rodgers erwischte dabei einen Sahnetag. Drew Brees von den Saints eher nicht. Trotzdem gelang ihm der Ausbau einer eindrucksvollen Marke.
Seattles Quarterback Russell Wilson hatte sich im Vorfeld von "America's Game of the Week" auf die winterlichen Temperaturen in Green Bay/Wisconsin im Norden der USA gefreut und gesagt: "Ich kann es kaum erwarten. Das wird großartig. Ich hoffe, es wird schneien. Das wäre großartig." Geschneit hatte es dann auch im Vorfeld, doch während der Partie nicht mehr - und im Vorfeld hatten die Arbeiter sauber das Feld freigeräumt.
Nicht auszudenken allerdings, was Wilson womöglich noch alles bei Schnee passiert wäre. Denn bereits die Minusgrade und der eisige Wind machten dem Spielmacher der Hawks wie seinen Teamkollegen kräftig zu schaffen - und das, obwohl Wilson einst von 2011 bis 2012 in Wisconsin an der University of Madison College-Football gespielt hatte.
Die nackten Fakten dürften bei Seattles Fans einzig Stirnrunzeln und Ungläubigkeit hervorgerufen haben: Wilson nämlich leistete sich zum ersten Mal in seiner Karriere satte fünf Interceptions, kassierte drei "Sacks" sowie etliche Hits und Knockdowns. 240 erreichte Yards und ein Touchdown-Pass verschönerten die Horror-Bilanz lediglich.
Und während Wilson am Ende bei fünf (!) Interceptions lag und den Kopf schüttelte, leistete sich Packers-Star Aaron Rodgers ausschließlich fünf (!) nicht angekommene Pässe. Der Rest war eindrucksvoll: 246 Yards, drei TDs, keine Interception - und aufgrund von Wadenproblemen bereits Anfang des vierten Quarters die Auswechslung für Ersatzmann Brett Hundley. Beim gesamten Team sah dies beim 38:10-Blowout nicht anders aus: Die oft strauchelnde Abwehr war in den wichtigen Momenten stets da, Receiver Davante Adams verbuchte mit vier Catches 104 Yards (ein TD) und Jordy Nelson tütete gar zwei TDs ein.
"Das war eindrucksvoll", lobte Linebacker-Ass Clay Matthews nach den erreichten fünf Interceptions (Höchstmarke seit 2006). "Wir haben hart dafür gearbeitet." Gunslinger Rodgers, der in dieser Saison inzwischen bei eindrucksvollen 3529 Yards, 32 TDs und nur sieben Interceptions (plus 295 Rushing Yards sowie drei Rushing TDs) steht, ergänzte: "Das heute fühlt sich sehr gut an. Dieser Sieg ist enorm wichtig für uns." Zu seiner Blessur sagte der 33-Jährige, der weiterhin in seiner Karriere als Starter seit 2008 in Dezember-Heimspielen komplett (!) ungeschlagen ist und damit 15 Heimspiele in Serie gewonnen hat: "Verletzungen gehören zum Football dazu. Damit muss man klarkommen. Ich werde mich in der Woche ausruhen. In dieser Jahreszeit werde ich aber sicherlich kein Spiel verpassen."
Doch während Fans und auch "ESPN" ausstieß mit "Pack is back", fragten andere berechtigt: "Wo war dieses Team während der gesamten Saison?" Denn der Weg in die Play-offs ist für Green Bay zwar wieder machbar, einige Steine müssen nach dem zwischenzeitlichen Absturz auf 4:6 (aktuell 7:6) aber noch weggeräumt werden. Drei Spiele stehen aus, drei Spiele gegen die direkten NFC-North-Rivalen Chicago (3:10), Minnesota (7:6) und Detroit (9:4). "Wir müssen fokussiert bleiben", weiß nicht zuletzt LB Matthews.
Die New Orleans Saints können sich seit 2006 auf ihren Quarterback verlassen - sogar mehr als das: Drew Brees ist und bleibt einer der Top-Spielmacher der gesamten NFL. So auch am Sonntag, als die Saints um ihren 37-jährigen Star in Tampa Bay gastierten: Brees erreichte 257 Yards und damit zugleich im elften Jahr in Folge mindestens 4000 Yards. Eine längere Strecke hat lediglich Peyton Manning zu bieten (14 Spielzeiten).
Doch was bringt's fürs sportliche Tagesgeschäft? Nichts! Denn Brees selbst strauchelte an diesem Tage ansonsten (kein TD, drei Interceptions) und verlor mit seinem Team 11:16 bei den Bucs. Mit einer Bilanz von 5:8 wird New Orleans damit nur noch mit einem Wunder etwas mit den Play-offs zu tun haben - und die Endrunde abermals verpassen. Die jüngste Teilnahme datiert von 2013, der einzige Super-Bowl-Gewinn bekanntlich von 2009/10.
Ganz anders die Lage in Tampa Bay, das aktuell bei 8:5 steht und fünf Partien in Folge gewonnen hat. Dieses Kunststück gelang den Buccaneers zuletzt 2002. 2002? Da war doch was: Damals gewannen die Bucs ihren einzigen Super Bowl (48:21 gegen die Oakland Raiders). Die Hoffnung auf eine weitere großartige Saison ist demnach in der "Bucs Nation" groß - und zunächst soll sie erstmals seit 2007/08 wieder in die Play-offs führen.
Was war noch los in der sonntäglichen Spätschicht von Week 14? Die San Francisco 49ers (1:12) verloren trotz einer 14:0-Führung noch mit 17:23 nach Verlängerung gegen die New York Jets (4:9) und bauten ihre Negativserie auf zwölf Niederlagen aus.
In Los Angeles bekamen derweil noch die Rams (4:9) auf die Mütze und wurden von den Gästen aus Atlanta komplett in ihre Einzelteile zerlegt: Die Falcons (8:5) führten bereits mit 42:0, ehe L.A. (fünf Turnover) noch etwas Ergebniskosmetik betreiben konnte (14:42). Falcons-Quarterback "Matty Ice" Ryan spielte mit 237 Yards und drei TDs groß auf.
Kansas City - Oakland 21:13
Buffalo - Pittsburgh 20:27
Tennessee - Denver 13:10
Philadelphia - Washington 22:27
Miami - Arizona 26:23
Carolina - San Diego 28:16
Cleveland - Cincinnati 10:23
Detroit - Chicago 20:17
Indianapolis - Houston 17:22
Jacksonville - Minnesota 16:25
San Francisco - New York Jets 17:23 n.V.
Tampa Bay - New Orleans 16:11
Los Angeles - Atlanta 14:42
Green Bay - Seattle 38:10
New York Giants - Dallas 10:7
New England - Baltimore
mag