16.01.2017
NFL-Play-offs, Divisional Round: Rodgers überragt schon wieder
Was für ein Krimi in Arlington/Texas! Die Green Bay Packers haben sich bei den topgesetzten Dallas Cowboys hauchzart und in letzter Sekunde durchgesetzt und sich damit für die Teilnahme am NFC-Championship-Spiel bei den Atlanta Falcons qualifiziert. "Gunslinger" Aaron Rodgers hatte natürlich seine Finger im Spiel, wenngleich diesmal nicht die "Hail Mary" herhalten musste, um die Märchensaison der Cowboys vorzeitig zu beenden. Sogar Dirk Nowitzki trauerte mit den Texanern.
Mit einem nicht weniger spektakulären 36-Yard-Zuspiel drei Sekunden vor dem Ende war Packers-Quarterback Aaron Rodgers (28/43, 356 Yards) auch gegen Dallas einer der Spielentscheider. Der "Gunslinger", der zwei Spielzüge zuvor noch spektakulär "gesackt" worden war, brachte davon unbeeindruckt das Ei bei Jared Cook an. Der Receiver trippelte gerade noch so mit den Zehenspitzen im Feld und sicherte damit den Catch. "Er ist unfassbar. Nur die großen Spieler können genau dann abliefern, wenn das Spiel auf der Kippe steht", lobte Packers-Coach Mike McCarthy seinen Quarterback, der einmal mehr seine MVP-Reife unterstrich.
Rodgers und Cook beförderten Green Bay also in Field-Goal-Position. "Ich sah, wie Aaron auf die rechte Seite abrollte. Ich dachte mir, dass ich nur hinter die Verteidigung kommen müsste, Aaron würde mich dann schon finden. Es war ein wahnsinniger Wurf", schilderte Cook die letztlich vorentscheidende Szene.
Denn die große Bühne gehörte dann Kicker Mason Crosby, der das Leder aus 51 Yards sicher durch die Stangen drosch und die Packers per 34:31-Sieg ins NFC-Finale hievte. Nur wenige Minuten zuvor hatte Crosby bereits aus 56 Yards zum 31:28 getroffen, doch konnte Cowboys-Kicker Dan Bailey aus ebenfalls starken 52 Yards erfolgreich kontern.
Die Partie war bei weitem aber nicht über den gesamten Spielverlauf so dramatisch wie in der hochspannenden Schlussphase. Hauptverantwortlich dafür, na klar, war Rodgers, der mit seinen zwei TD-Pässen bei seiner ersten Interception seit acht Partien zwischenzeitlich auf ein deutliches 28:13 für Green Bay gestellt hatte.
Anschließend übernahm Dallas' Rookie-QB Dak Prescott (24/38, 302 Yards, eine Int.) das Geschehen und bereitete nach seinem ersten TD zu Beginn weitere zwei Endzonen-Scores (inkl. Two-Point-Conversion) als Passgeber vor. "Wir geben niemals auf, egal wie der Spielstand ist. Das zeigt den Charakter, der in diesem Team steckt", sagte Prescott, der als erster Liga-Neuling in seinem ersten Play-off-Spiel drei TD-Pässe geworfen hatte und das NFC-Spitzenteam im Spiel hielt.
Für den Sieg reichte es aber nicht, weshalb die märchenhafte Saison der Cowboys ein vorzeitiges Ende fand. Monatelang hatte Prescott zusammen mit Rookie-Kollege Ezekiel Elliott (22 Carries, 125 Yards) die Liga in Grund und Boden gespielt und für eine neue Euphoriewelle in Dallas gesorgt. Letztlich steht "America's Team" aber wieder mit leeren Händen da. Eine Tatsache, die auch bei Edelfan Dirk Nowitzki Trauer auslöste: "Oh Mann. Das ist hart. Es bricht mir das Herz", twitterte der Würzburger in Diensten der Dallas Mavericks und schickte ein Lob hinterher: "Großartige Saison."
Atlanta - Seattle 36:20
New England - Houston 34:16
Dallas - Green Bay 31:34
Kansas City - Pittsburgh 16:18
Atlanta - Green Bay (21.05 Uhr)
New England - Pittsburgh (0.40 Uhr)
ssc