10.10.2017
US-Präsident Donald Trump legt weiter nach
Kaum ein Tag vergeht mehr ohne eine Meldung rund um die National Football League und den mit einhergehenden Hymnenstreit. US-Präsident Donald Trump lässt einfach nicht locker und will nun die Steuererleichterungen kappen. "Warum bekommt die NFL massive Steuererleichterungen, während sie zur gleichen Zeit unsere Hymne, Flagge und unser Land missachtet? Steuergesetz ändern!", teilte der 71-Jährige auf Twitter mit.
Wie Trumps Maßnahmen konkret aussehen sollen, ließ er offen. Ebenso die Frage, ob auch andere US-Profiliga wie die NBA (Basketball), NHL (Eishockey) und MLB (Baseball) betroffen sein sollen.
Am vergangenen Sonntag hatte sein Vizepräsident Mike Pence das NFL-Spiel zwischen den Indianapolis Colts und den San Francisco 49ers das Stadion vorzeitig verlassen, nachdem sich mehr als 20 Profis der 49ers aus Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA während der Hymne hingekniet hatten . Für seine Reaktion hatte Pence von Donald Trump ein großes Lob bekommen.
Seit Wochen schon spitzt sich die Auseinandersetzung zwischen dem US-Präsidenten und der NFL zu. Zum neuesten Fall hat sich inzwischen NFL-Boss Roger Goodell geäußert - und moderate Töne angeschlagen. Er rief in einem Brief an die Klubbesitzer dazu auf, dass die Spieler beim Abspielen der Hymne stehen bleiben sollten.
"Wir leben in einem Land, das sich als sehr geteilt fühlen kann. Der Sport, speziell die NFL, bringt die Menschen zusammen und kann diese Teilung für wenige Stunde vergessen machen", so der 58-Jährige. Goodell fuhr mit Blick auf ein Treffen mit den Klubchefs in der kommenden Woche in New York fort: "Wie viele unserer Fans glauben wir, dass jeder bei der Hymne stehen sollte. Das ist ein wichtiger Moment unseres Spiels." Goodell hatte sich zuvor stets sehr kritisch zu Trumps Haltung in dem Konflikt geäußert.
Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte derweil, man sei angetan, dass sich die NFL in die richtige Richtung bewege.
Hintergrund: 2016 hatte der frühere 49ers-Quarterback Colin Kaepernick als erster Spieler seinem Protest explizit gegen Rassismus und Polizeigewalt mit dem Kniefall Ausdruck verliehen. Seitdem hat er viele Nachahmer gefunden. Kaepernick ist seit dieser weltweit beachteten Aktion arbeitslos, kein Klub will ihn unter Vertrag nehmen...
mag/sid