10.01.2018
Oakland stellt "Heimkehrer" offiziell vor
100 Millionen US-Dollar kann Jon Gruden als neuer Trainer der Oakland Raiders in den kommenden zehn Jahren verdienen. Es ist ein Rekordvertrag. Und es ist viel Geld für einen 54-jährigen Mann, der seit 2008 keinen Job in der NFL mehr gehabt hat und stattdessen als TV-Experte aufgetreten ist. Doch dass es Gruden drauf hat, ist bekannt - ein Super-Bowl-Titel spricht für sich. Genauso wie die Tatsache, dass er seine vor langer Zeit angefangene Geschichte in Kalifornien fertig schreiben will.
Vor 17 Jahren hatte der beliebte Jon Gruden den Raiders Goodbye gesagt - und das mit einer gehörigen Portion Wehmut. Denn: Der damalige Trainer hatte das Team von 1998 bis 2001 trainiert, den ganz großen Wurf verpasst und das Franchise demnach ohne Happy End verlassen. Umso bitterer für Oakland: Im Super Bowl XXXVII (37) führte der Coach sein folgendes Team Tampa Bay (Trainer zwischen 2002 und 2008) zum Titel - und das ausgerechnet mit einem deutlichen 48:21-Sieg gegen die Raiders.
Zuletzt sah man Gruden jahrelang beim Medienunternehmen "ESPN" als Kommentator der populären TV-Sendung "Monday Night Football", wo sich der Fachmann mit klaren, witzigen und detaillierten Erläuterungen eine regelrechte Fanbase erarbeitete. Immer wieder waren in dieser Zeit auch Gerüchte aufgekommen, dass es den Mann zurück an die Seitenlinie zieht - sogar diverse Angebote soll Gruden erhalten und öfters abgelehnt haben. Bis jetzt...
Nach der verkorksten Regular Season 2017 mit einer enttäuschenden Bilanz von 6:10 - trotz Top-Quarterback Derek Carr - und der Entlassung von Jack del Rio waren die Raiders auf der Suche nach einem Heilsbringer - und haben ihn offenbar in Gruden gefunden . 100 Millionen US-Dollar blättert das Franchise für den "Heimkehrer", der selbst aus Sandusky/Ohio stammt, hin.
Am Dienstag (Ortszeit) haben die Raiders nun ihren Mann mit großen Worten offiziell vorgestellt - allen voran Teambesitzer Mark Davis machte klar, wie sehr er Gruden wieder zurück im Boot haben wollte.
"Einmal ein Raider, immer ein Raider. Das war nie zutreffender als heute. Raider Nation, das ist eine verdammt große Sache", strahlte der Boss bei der Vorstellung seines neuen Headcoaches am Dienstag. Davis' Bewunderung für Gruden gilt als einer der Hauptgründe dafür, dass die unwahrscheinliche Wiedervereinigung tatsächlich zustande gekommen ist.
Auch Gruden selbst, der 2002 für mehrere hohe Draft-Picks nach Tampa Bay getradet worden war, machte keinen Hehl daraus, wie sehr er sich über die Rückkehr freut: "Ich wollte die Raiders nie verlassen - und ich hatte nie gedacht, dass ich zurückkommen würde. Aber hier bin ich - und ich bin bereit. Für mich gab es einige maßgebliche Gründe für meine Rückkehr: Ich liebe Football und die Spieler. Ich liebe die Vorbereitung, die Reise. Und ich liebe die Stadt Oakland. Mein Sohn ist hier zur Welt gekommen, einige meiner tollsten Erinnerungen sind an diese Stadt geknüpft." Daher wolle er ab sofort tatkräftig dabei helfen, den Fans vor dem bevorstehenden Umzug des Teams nach Las Vegas "zwei der besten Football-Jahre zu geben, die sie sich vorstellen können. Ich liebe die Raiders, die Marke ist weltweit bekannt. Vor allem aber will ich gewinnen. Ich will alles in meiner Macht stehende tun, um Spiele zu gewinnen."
Gruden bestätigte in diesem Zug auch, dass Ex-Rams-Quarterback-Coach Greg Olson sein Offensive Coordinator sein wird, während Ex-Bengals-Defensive-Coordinator Paul Guenther die Defense übernimmt. Gruden will in den Spielen selbst die Plays ansagen - ein spannender Aspekt, hat sich das Spiel seit 2008 doch deutlich verändert. "Ich habe viel zu beweisen", schloss Gruden. "Ich habe seit 2008 kein Spiel mehr als Headcoach absolviert. Ich habe kein Spiel seit 2008 gewonnen - und natürlich auch keines verloren."
mag