22.01.2018
NFL, Conference Championships: Gefrorene Gesichter bei den Jaguars
Die New England Patriots hängen an ihr gigantisches Werk voller NFL-Meilensteine ein weiteres Kapitel an: Das Team aus Foxborough/Massachusetts setzte sich nach einer späten wie bärenstarken Aufholjagd im Conference Final der AFC mit 24:20 gegen freche Jacksonville Jaguars durch. Damit stehen die Pats bereits zum zehnten Mal im Super Bowl (Rekord), während es für das fabelhafte Duo um Headcoach Bill Belichick und Superstar Tom Brady die jeweils achte Teilnahme ist (ebenfalls Rekord).
Was haben die am Sonntag im Conference Finale der AFC als klarer Underdog ins Rennen gegangenen Jaguars da für ein Feuerwerk abgebrannt: In der Abwehr wie im Angriff spielte das Team aus Jacksonville groß auf - und führte gegen ein bis dato relativ blasses New England verdientermaßen mit 20:10. 14:52 Minuten im letzten Quarter waren da nur noch auf der Uhr. Womit zugleich klar war: Die voller Herz und Leidenschaft agierenden Jags um Quarterback Blake Bortles, der mit 23 von 36 angekommenen Pässen ganze 293 Yards sowie einen Touchdown erreichte (keine Interception) und sein Können so abermals unter Beweis stellte, hatten wahrhaftig die Chance auf den erstmaligen Sprung in den Super Bowl.
Doch die Erkenntnis traf das erst seit 1995 in der NFL anwesende Team, das bis dato als Erfolge lediglich drei Divisionssiege vorzuweisen hat, wie ein schallender Gong. Und so mussten die Jaguars letztlich wie schon so viele andere Kontrahenten zuvor erkennen, dass selbst gegen diese Patriots mit ihren diesmal vorhandenen Baustellen (Brady spielte mit einer genähten und bandagierten Hand, Tight End Rob Gronkowski fiel kurz vor der Halbzeit mit einer Gehirnerschütterung aus) nichts zu gehen scheint.
Zu stark erwies sich die gerade in wichtigen Momenten bestens abgestimmte Maschinerie auf ein Neues: Beim Stand von 10:20 marschierten Quarterback "TB12" & Co. mit acht Spielzügen innerhalb von 3:19 Minuten über 85 Yards. Wide Receiver Danny Amendola, die in dieser Saison liebste Anspielstation von Brady, verbuchte dabei einen 9-Yard-TD.
Es stand also nur noch 17:20, was die Defense des amtierenden Meisters offenkundig so anspornte, dass sie Jacksonville nichts mehr gestattete. Also übernahm erneut Brady das Ruder, rollte eine Angriffsserie über fünf Spielzüge sowie 30 Yards innerhalb von 2:10 Minuten auf - und wieder tütete Amendola mit einem sagenhaften Catch (beide Beine am Ende der Endzone noch auf den grünen Boden gezogen) den Touchdown ein - 24:20.
Die meisten der 65.878 Fans im voll besetzten Gillette Stadium hielt es da längst nicht mehr auf den Sitzen. Mit einem First Down durch Running Back Dion Lewis finalisierte New England den Sieg. Superstar Brady, der sich die lädierte Hand nicht groß anmerken ließ und es auf starke 290 Yards und zwei Touchdowns (kein Int.) brachte, brauchte da nur noch einmal anrücken um abzuknien.
Was damit feststeht, dürfte sich für viele NFL-Anhänger anfühlen wie eine "Never ending story" - oder in bester Dinner-for-One-Manier wie: "The same procedure as every year".
Die Patriots stehen in der Ära Belichick/Brady nämlich bereits zum achten (!) Mal im Endspiel, dem nun anstehenden Super Bowl LII. Dort (in Minnesota im U.S. Bank Stadium) kann für die beiden in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar (0.30 Uhr, LIVE! Bei kicker.de) der sechste Titel eingefahren werden. Mit fünf Ringen halten die Beiden bereits jetzt den Rekord.
Es wäre im Übrigen zugleich die sechste Meisterschaft für das 1959 gegründete Franchise aus New England überhaupt, womit man mit den Pittsburgh Steelers (sechs Super-Bowl-Triumphe) gleichziehen würden.
"Das ist alles ziemlich beeindruckend", freute sich Brady nach dem erneuten Finaleinzug sichtlich - und lobte dabei das gesamte Team: "Wir haben eine großartige zweite Halbzeit gespielt und uns nicht aufgegeben. Was auch die Defense geleistet hat, war phänomenal. Der Sieg ist fantastisch." Angesprochen auf seine genähte Hand sagte der Superstar nur: "Ich habe schon mit weit schlimmeren Verletzungen gespielt." Das sah sein Trainer Belichick, der gewohnt stoisch am Seitenrand agierte und sich lediglich beim finalen First Down von Lewis richtig freute, genauso: "Wir sprechen hier nicht über eine Operation am offenen Herzen."
Nein, wahrlich nicht: Man spricht in den kommenden Tagen vielmehr von den abermals überzeugenden New England Patriots, die mit ihrem 34. Play-off-Sieg der Geschichte zum zehnten Mal insgesamt in den Super Bowl eingezogen sind.
New England - Jacksonville 24:20
Philadelphia - Minnesota
Philadelphia - Atlanta 15:10
New England - Tennessee 35:14
Pittsburgh - Jacksonville 42:45
Minnesota - New Orleans 29:24
Kansas City - Tennessee 21:22
Los Angeles Rams - Atlanta 13:26
Jacksonville - Buffalo 10:3
New Orleans - Carolina 31:26
mag