10.12.2018
Week 14: Patriots schenken sicheren Sieg noch her
Über diesen Football-Nachmittag wird man in Miami mit Sicherheit noch sehr lange reden. Das Spiel gegen die New England Patriots schien bereits verloren, als sich im Hard Rock Stadium schier Unglaubliches zutrug.
Verrückt! Unglaublich! Irre! An das, was sich am Sonntag in Miami zutrug, wird man sich in der NFL wohl noch in vielen Jahren erinnern. Die Niederlage der Dolphins gegen die New England Patriots schien so gut wie besiegelt, ihre Saison damit so gut wie beendet. Sekunden vor Schluss stand es 28:33, Miami hatte kein Timeout mehr, hatte weit in der eigenen Hälfte den Ball. Game over! Oder etwa doch nicht?
Quarterback Ryan Tannehill warf den Ball zu Kenny Stills. Es folgten zwei Lateral-Pässe, ehe Kenyan Drake zu einem Zick-Zack-Lauf über 52 Yards ansetzte und es tatsächlich in die Endzone schaffte. Der taumelnde Star-Tight-End Rob Gronkowski versuchte vergeblich, den Wahnsinn noch zu stoppen. Touchdown, 34:33! Spieler und Fans der Dolphins rasteten im Hard Rock Stadium völlig aus. Auf die Reporter-Frage "Was um alles in der Welt ist gerade passiert?" wusste Tannehill an der Seitenlinie keine Antwort: "Ich kann es nicht glauben", stammelte der Quarterback, der die Erfolgschance des finalen Plays auf "ein Prozent" bezifferte. Mit einer Bilanz von 7:6 darf Miami weiter auf die Play-offs hoffen.
Gronkowski war nach dem Spiel fassungslos: "So etwas habe ich noch nie erlebt. Das wird ein großer Charaktertest für uns. Dieses Tackle muss ich machen." Für die Patriots war das Spiel eigentlich ganz gut gelaufen. Star-Quarterback Tom Brady (27/43, 358 Yards, 3 TD, 0 INT) setzte einen weiteren Karriere-Meilenstein, als er die alleinige Führung in der Kategorie "Meiste Touchdownpässe inklusive Play-offs" (jetzt 582) übernahm. Der nicht mehr für möglich gehaltene Sieg der Dolphins verhinderte am Ende jedoch, dass sich die Patriots (9:4) in Miami zum zehnten Mal in Folge die AFC East sicherten.
Einen wahren Krimi gab es auch in Kansas City, wo die Chiefs gegen die Baltimore Ravens kurz vor Schluss mit 17:24 im Hintertreffen lagen. Doch das letzte Wort war noch lange nicht gesprochen. Quarterback Patrick Mahomes gelangen gegen die beste Defense der Liga zwei 4th-down-conversions, ehe er mit einem Touchdownpass auf Damien Williams 53 Sekunden vor Schluss für den Ausgleich sorgte. Nach einem Fumble der Ravens bot sich den Chiefs wenig später sogar die Chance zur kompletten Wende, doch Kicker Harrisson Butker setzte seinen Field-Goal-Versuch aus 43 Yards rechts vorbei! So ging es in die Overtime. Und dort machte es Butker besser: Sein 36-Yard-Field-Goal bescherte den Chiefs (10:2) letztlich doch noch den 27:24-Erfolg und damit das Play-off-Ticket. Die Ravens (7:6) liegen im Rennen um die Play-off-Wildcard nun gleichauf mit Miami.
Was war sonst noch los in den frühen Spielen der NFL? Die Indianapolis Colts feierten einen 24:21-Auswärtssieg bei den Houston Texans, die damit nach neun Erfolgen in Serie wieder verloren. QB Andrew Luck warf für 399 Yards (27/41, 2 TD, 1 INT). Die Colts (7:6) liegen in der AFC South drei Spiele vor Schluss aber immer noch zwei Siege hinter den Texans (9:4).
Die New Orleans Saints sicherten sich durch einen 28:14-Erfolg bei den Tampa Bay Buccaneers (nach Elf-Punkte-Halbzeitrückstand) den zweiten Divisionstitel in Folge in der NFC South - das war ihnen in der Franchise-Historie bislang noch nicht gelungen.
Eine bittere 16:40-Heimpleite gegen die New York Giants (5:8) beendete die ohnehin schon geringen Play-off-Hoffnungen der Washington Redskins (6:7) so gut wie sicher. Giants-Running-Back Saquon Barkley verbuchte 170 Rushing-Yards, mit einem 78-Yard-Touchdownlauf durchbrach der Rookie die 1000-Yard-Marke für die Saison. Ganz schlecht sieht es nun auch für die Carolina Panthers (6:7) aus, die bei den Cleveland Browns bereits die fünfte Niederlage in Serie kassierten (20:26).
Die Green Bay Packers meldeten sich indes mit Interimstrainer Joe Philbin, der für den knallhart entlassenen McCarthy übernimmt , auf der Siegerstraße zurück. Gegen die Atlanta Falcons folgten auf einen 0:7-Rückstand 34 Punkte am Stück, am Ende stand ein 34:20-Erfolg und die Aufbesserung der Bilanz auf 5:7:1. Damit haben die Käsestädter, bei denen Aaron Rodgers einen neuen NFL-Rekord aufgestellt und dabei Brady abgelöst hat (nun über 358 Passversuche ohne Interception), noch Restchancen auf einen Play-off-Platz in der NFC.
ski