16.12.2018
NFL, Week 15: Bears ziehen in die Play-offs ein
Ezekiel Elliott? Dak Prescott? Toptransfer Amari Cooper? Sie alle blieben blass beim 0:23 in Indianapolis, die Colts schlugen die Dallas Cowboys mit ihren eigenen Waffen. Richtig gefeiert wird derweil in Chicago, die Bears machten den letzten Schritt in Richtung Play-offs.
Cowboys (8-5) gegen Colts (7-6) - zwei Teams, die in Sachen Play-off-Plätze noch ein ordentliches Wörtchen mitreden. Los ging's in Indianapolis mit einer recht wilden Szene. Ein Field-Goal-Versuch von Dallas wurde geblockt, im anschließenden Gewühl um den Ball verlor so mancher den Überblick: Nicht aber Leonard, der sich klammheimlich das Ei schnappte und es 44 Yards in die Endzone trug. Das Problem: Der Touchdown zählte nicht, der Colts-Linebacker war berührt worden und somit "down by contact". Kein Beinbruch für die Colts, der anschließende Drive war erfolgreich. Hauptverantwortlich dafür war Running Back Marlon Mack, der letztlich auch die Endzone erreichte.
Die Cowboys gaben weiterhin Rätsel auf. Nicht Elliot erhielt den Ball unmittelbar vor der Endzone bei einem dritten Versuch, sondern Fullback Olawale, der Prescotts Pass unverständlicherweise fallen ließ. Die Cowboys spielten den vierten Versuch aus, diesmal bekam Elliot den Ball - und lief sich fest. Shooting Star Amari Cooper blieb indes unsichtbar, Prescott fand auch nicht ins Spiel, vielmehr wurde er gleich zweimal von Defensive End Tyquan Lewis gesackt. Der 45-jährige Adam Vinatieri durfte die erste Hälfte mit einem Field Goal aus 43 Yards beenden - 10:0.
Die Colts blieben heiß und schafften den nächsten Touchdown, wieder war Mack nicht zu stoppen. Spätestens jetzt kam sich so mancher Cowboys-Fan wie im falschen Film vor, schließlich ist Dallas eigentlich für sein starkes Laufspiel und seine starke Lauf-Defense bekannt. Es blieb wie verhext bei den Texanern, wie ein weiterer ausgespielter vierter Versuch zeigte. Zwar fing Wide Receiver Cole Beasley den Pass, ein Holding machte alles wieder zunichte. Auf der anderen Seite klappte der lange Hafer auf T.Y. Hilton. Vinatieri stellte letztlich Mitte des dritten Viertels mit dem 579. Field Goal seiner Karriere auf 20:0, im Schlussviertel mit dem 580. auf 23:0.
Fünf Minuten vor Schluss hatte Dallas eigentlich schon aufgegeben. Die Colts-Defensive um den bärenstarken Rookie Darius Leonard ließ aber einfach nicht locker. Selbst nach einem Fumble misslang - natürlich bei einem vierten Versuch - ein weiterer Pass Prescotts, die (umstrittene) Interception drei Minuten vor Schluss hatte Bestand. Es blieb bei der ganz üblen 0:23-Pleite für die Texaner, ohne Punkte war Dallas zuletzt im November 2003 (0:12 bei den Patriots) geblieben.
Und der Champions der NFC North heißt...Chicago Bears! Dem Team aus Illinois (10-4) sind die Play-offs nach dem 24:17-Erfolg gegen die auswärtsschwachen Green Bay Packers (sieben Pleiten in sieben Spielen) nicht mehr zu nehmen, Höhepunkt der Partie war zweifellos ein eingeflogener Hechtsprung-Touchdown von Tarik Cohen, Quarterback Mitchell Trubisky passte noch für einen weiteren Touchdown. Erstmals seit acht Jahren ist Chicago wieder mit von der Partie, dabei sah es zu Anfang der Saison gar nicht danach aus. Sieben Siege aus den vergangenen acht Spielen änderten dann die Vorzeichen.
Und während in Chicago gefeiert wird, leckt man sich bei Green Bay die Wunden. Denn im Parallelspiel setzte sich Konkurrent Minnesota Vikings gegen die Miami Dolphins souverän mit 41:17 durch. Die Packers können die Vikings bei zwei noch ausstehenden Spielen im Kampf um den letzten Wild-Card-Rang der NFC nun nicht mehr überflügeln.
Nach 402 Pässen ohne Interception (neuer NFL-Rekord) zeigte übrigens Aaron Rodgers, dass er doch keine Passmaschine ist, obwohl der misslungene Wurf durchaus das Prädikat "fangbar" erhielt. Graham bekam das Ei beim Stand von 14:24 und drei Minuten vor Schluss aber nicht richtig zu fassen, aus seinen Händen sprang es zu Jackson - die Vorentscheidung. Equanimeous St. Brown war in Chicago, wie so viele andere auch, keine große Hilfe für die Packers, nur ein Catch und sieben Yards standen für den Deutsch-Amerikaner in der Statistik.
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