22.01.2019
Eigentümerin des Teams aus New Orleans bezieht Stellung
Auch zwei Tage nach dem dramatischen Play-off-Aus der New Orleans Saints im NFC-Finale gegen die Los Angeles Rams (23:26 nach Verlängerung) dreht sich in den US-Medien noch immer alles um die nicht geahndete Pass Interference vom Sonntag. Die NFL mitsamt der Schiedsrichter-Kommission, die ihren Fehler längst eingesehen hat, denkt nun über eine Regeländerung nach.
1:48 Minuten vor Spielschluss deutete für einen Bruchteil einer Sekunde alles auf einen Super-Bowl-Einzug der Saints hin. Denn als New Orleans' Quarterback Drew Brees einen Pass rechts raus geworfen hatte und dort sein Receiver Tommylee Lewis eindeutig vom nicht zum Ball blickenden Rams-Cornerback Nickell Robey-Coleman weggerammt worden war, erwarteten im Grunde alle eine Flagge der Schiedsrichter. Doch diese kam nicht, was mächtig Ärger hervorrief und noch immer hervorruft .
So hat zum Beispiel Saints-Besitzerin Gayle Benson (ebenfalls Eigentümerin der New Orleans Pelicans) in einem öffentlichen Statement Stellung zu dem Ärgernis bezogen und in unmissverständlichen Lettern geschrieben: "Das Resultat ist immer noch schwer zu verkraften für alle von uns. Ich selbst bin immer noch überaus enttäuscht über die Gegebenheiten, die zum Ausgang des Spiel geführt haben. Überhaupt in den Super Bowl einzuziehen, ist unfassbar schwer und verlangt einen unglaublichen Aufwand der Mannschaft und der Fans. Kein Team sollte deswegen die Chance auf den Titel (oder einfach nur die Chance auf einen Sieg) aberkannt bekommen von denen, die eigentlich dafür da sind, einen fairen und gerechten Ablauf auf dem Feld zu gewährleisten. Und es ist klar für all diejenigen, die das Spiel gesehen haben, dass unser Team und unsere Fans dieser Chance beraubt worden sind."
Weiter heißt es - und hierbei wird es interessant: "Ich habe bereits Kontakt mit der NFL bezüglich der Ereignisse aufgenommen und werde dem aggressiv nachgehen, eine Änderung der NFL-Regeln einzufordern - um am Ende sicherzustellen, dass in Zukunft einem Team und einer Fanbasis ein ähnliches Schicksal erspart bleibt."
Ein Vorgehen, das fruchten könnte. Denn in der Tat gibt es inzwischen erste Meldungen diesbezüglich. So ist bereits bekannt, dass sich die NFL in der kommenden Offseason dem Thema widmen und eine Regeländerung diskutieren wird. "Es wird ausführlich besprochen werden - gemeinsam mit weiteren Fouls, die nach Ansicht der Coaches überprüft werden sollten", sagte ein Insider gegenüber der "Washington Post".
Bislang gelten Calls bezüglich Fouls (pass interference, holding, roughing the passer) ähnlich zum Fußball als Tatsachenentscheidung, können also nicht angefochten werden. Überprüft werden aktuell nur Touchdowns, Interceptions, andere Turnover oder Catches. Ebenfalls können Trainer der beteiligten Teams mit ihren roten Challenge-Flaggen ausschließlich Dinge wie vermeintliche Catches, Fumbles oder First Downs überprüfen lassen.
Nun aber soll die Möglichkeit in Erwägung gezogen werden, dass in Zukunft sämtliche Pass-Interference-Penalties sowie andere entscheidende Fouls vom offiziellen Gespann überprüft und nochmals angesehen werden können. Es wird die Saints in diesem Jahr natürlich nicht mehr den Super Bowl bringen, doch das Franchise aus New Orleans hat immerhin den Gedankenstein bezüglich einer Regelüberprüfung für die Zukunft angestoßen.
Ganz neu ist die Idee einer Regeländerung in Bezug auf Fouls übrigens nicht: Bereits vor einigen Jahren war im Wettbewerbsausschuss der NFL solch ein Vorschlag diskutiert worden. Auch Sean Payton, der diesmal betroffene Head Coach der New Orleans Saints, und Bill Belichick von den New England Patriots waren damals Teil der Gespräche gewesen - ohne Ertrag. Das Ganze scheiterte letztlich daran, dass die Zustimmung von mindestens 24 der 32 Teambesitzer nicht erreicht werden konnte.
mag