27.03.2019
Großer Wide Receiver der Green Bay Packers hört auf
Jordy Nelson, einer der erfolgreichsten Wide Receiver der Geschichte der Green Bay Packers, hängt sein Trikot mit der Rückennummer 87 an den Nagel. Die meiste Zeit, genauer gesagt stolze zehn Jahre, wurde der Passempfänger und enge Freund von Star-Quarterback Aaron Rodgers im Lambeau Field gefeiert - Höhepunkt war natürlich der Gewinn des Super Bowls. Nun ist Schluss. Nicht ohne reichlich Lob.
Der schnellste aller Wide Receiver war Jordy Nelson nie, auch nicht der sprungstärkste oder der spektakulärste. Das machte aber nichts, schließlich war der heute 33-Jährige immer zuverlässig, extrem sicher in seinen Routen, hatte das schwer erlernbare Gespür für Lücken - und verstand sich allen voran mit Packers-Quarterback Aaron Rodgers schier blind. Obwohl die gegnerischen Defensivreihen stets wussten, dass man auf Nelson aufpassen müsse, gänzlich unter Kontrolle bekamen sie den Passempfänger nie.
Nach 151 Spielen in der Regular Season, 613 Receptions, 8587 Yards Raumgewinn und stolzen 72 Touchdowns ist nun Schluss, der Routinier hängt nach seinem wenig von Erfolg gekrönten Einjahres-Engagement bei den Oakland Raiders (keine Play-offs, 15 Partien, 739 Yards, drei TDs) seine Ausrüstung an den Nagel, zieht einen Schlussstrich.
Vergessen werden wird der 2008er Zweitrunden-Pick Nelson (36. Stelle) aber nicht, ganz besonders nicht in Green Bay. Denn dort im nördlichen US-Bundesstaat Wisconsin prägte der gebürtige Manhattaner (Kansas) maßgeblich eine ganze Dekade lang die Geschichte der stolzen Packers mit.
In seinen zehn Jahren bei den Käsestädtern markierte Nelson 69 Touchdowns (Rang zwei in der Franchise-Geschichte), fing 550 Pässe (Rang drei) für insgesamt 7848 Yards (Rang fünf) und gewann 2011 nach einem 31:25 gegen die Pittsburgh Steelers den Super Bowl an der Seite seines Partners Rodgers. Dabei gelangen ihm neun gefangene Pässen für 140 Yards und ein wichtiger Touchdown.
Besonders das Duo Rodgers/Nelson funktionierte über die Jahre reibungslos und sorgte bei den gegnerischen Defensiven stets für Angst und Schrecken. Bereits im Dezember 2016 warf Rodgers seinen 58. Touchdown-Passs auf Nelson, womit die beiden die legendäre Kombination Brett Favre/Antonio Freeman übertrafen und das beste Angriffsduo in der Packers-Geschichte wurden. Genauso verstanden sich beide Athleten auch abseits des Platzes, sind befreundet, lachten stets beim Betreten des Rasens gemeinsam und "verabredeten" sich stets vor Spielbeginn in der Endzone für ein paar angedrehte Ballwürfe. Wessen "Ei" im Anschluss länger wie ein Kreisel rollte, gewann den kleinen Wettbewerb.
Mit den Worten "Thank You Jordy", "Thanks for the memories" oder "Farewell to a legend" bedankten sich die Packers im Zuge des Mittwochs ausgiebig beim Ex-Spieler mit der Rückennummer 87 - und General Manager Brian Gutekunst sprach ein großes Lob aus: "Wir wollen Jordy für eine außergewöhnliche Karriere danken, seine Leistungen werden ihn sicher in die Hall of Fame der Packers bringen. Er ist einer der größten Receiver unserer Franchise-Geschichte und hat sich auch abseits seiner Leistungen auf dem Feld als Führungsfigur bewährt." Auch sein Kumpel James Jones, zwischen 2007 und 2013 ebenfalls Passempfänger in Green Bay und enger Freund Nelsons, schriebt auf Twitter: "Über ein Jahrzehnt in der NFL... mein Bruder... ich bin richtig stolz!"
mag