06.09.2019
Wide Receiver steht vor Einsatz im ersten NFL-Saisonspiel
Eine bizarre Liaison hatte sich am Donnerstag (Ortszeit) schon wieder ihrem Ende entgegen geneigt. Eine Eskalation rund um eine 53.000-US-Dollar-Strafe zwischen "Bad Boy" Antonio Brown und dem General Manager der Oakland Raiders war beinahe der Grund gewesen, das Fass zum Überlaufen zu bringen. Das Franchise hätte den Star-Receiver knallhart vor die Tür setzen können. Stattdessen: Entschuldigung und Begnadigung.

Twitter-Scharmützel und persönliche Attacken auf ehemalige Teamkollegen von den Pittsburgh Steelers wie Quarterback Ben Roethlisberger und die unsägliche Helm-Debatte, die längst zur Farce und vorgestern wohl endgültig mit der Auswahl einer passenden Schutzkleidung geklärt wurde. All diese negativen Schlagzeilen produzierte in den vergangenen Monaten Antonio Brown. Hinzukam, dass der 31-Jährige zwischenzeitlich vom Training aussetzen musste, weil er bei einer Kältebehandlung den nötigen Fußschutz vergessen, sich heftige Gefrierbrände zugezogen und sich die Haut im Anschluss geschält hatte.
Das war alles? Noch nicht! Nun legte sich Brown auch noch mit Raiders-General-Manager Mike Mayock, seinem Vorgesetzten, an.
Brown und Mayock waren laut NFL-Insider Ian Rapoport wegen einer 53.000-US-Dollar-Geldstrafe für den Receiver aneinandergeraten, deren schriftliche Ausführung der wütende Brown auf seinem Instagram-Account öffentlich machte. Daraufhin sollen sich beide auf dem Raiders-Gelände angeschrien haben. Brown soll dabei sogar gedroht haben, Mayock "ins Gesicht zu schlagen" und habe zudem einen Football in dessen Richtung getreten. Dank einschreitenden Teamkollegen sei es aber nicht körperlich geworden.
Sicher war: Brown drohte vonseiten der Raiders eine Suspendierung. Zudem wäre eine Bestrafung durch die NFL möglich, weil er gegen die "Personal Conduct Policy", die "Gewalt oder Drohungen gegenüber Angestellten oder einer dritten Partei strengstens untersagt" verstieß.
Die mögliche Suspendierung Browns hing auch mit einer garantierten Gehaltszahlung (ca. 30 Millionen US-Dollar) zusammen, die seitens der Raiders nicht mehr fällig gewesen wäre. Noch am Donnerstag bedauerte Gruden: "Das macht mich emotional... Ich hoffe, ihr könnt das verstehen. Ich halte viel von ihm. Ich denke, Antonio ist ein großartiger Receiver und tief in seinem Inneren ein wirklich guter Typ. Deshalb bin ich so frustriert."
Im März wechselte der inzwischen 31-Jährige für einen Dritt- und einen Fünftrunden-Pick von den Steelers nach Oakland, ein erstes offizielles NFL-Spiel für sein neues Team steht noch aus. Das Week-1-Duell mit den Denver Broncos in der Nacht von Montag auf Dienstag (4.20 Uhr) schien er nach erstem Kenntnisstand zu verpassen, wenngleich sich plötzlich am Freitag (Ortszeit) andere Stimmen häuften - und inzwischen berichtigt sind: Nach einer emotionalen Entschuldigung beim morgendlichen Team-Meeting steht einem Einsatz nichts mehr im Wege. Die bizarre Liaison geht also weiter.
"Antonio ist wieder zurück. Wir freuen uns sehr darüber und lassen die Geschichte nun hinter uns", gab Trainer Gruden in einem kurzen Statement bekannt. Brown sagte dazu: "Ich freue mich, mit dem Team antreten zu dürfen. Ich habe mich bei meinen Kollegen entschuldigt. Das war's. Genug geredet."
nba/mag