20.09.2019
Zweiter Rauswurf binnen zwei Wochen
Tom Brady und Antonio Brown - der Super-Bowl-Sieg der New England Patriots schien schon früh in der Saison Konturen anzunehmen. Nun ist das Kapitel "AB" in New England nach nur elf Tagen wieder beendet. Zu den Gründen bezogen die Patriots nicht Stellung - doch sie sollten auf der Hand liegen.

Nur zwei Sätze umfasste das Statement, mit dem die Patriots am Freitagnachmittag (Ortszeit) eine der spektakulärsten Verpflichtungen der jüngeren NFL-Geschichte nach nicht einmal zwei Wochen wieder beendeten: "Die New England Patriots entlassen Antonio Brown. Wir wissen die harte Arbeit der vielen Menschen in den letzten elf Tagen zu schätzen, aber wir denken, dass es momentan am besten ist, in eine andere Richtung zu gehen." Kein Dank, keine Worte in Richtung Brown, der in seinem ersten und einzigen Spiel am vergangenen Sonntag gegen die Miami Dolphins (43:0), vier Pässe für 56 Yards und einen Touchdown gefangen hatte.
Keine Worte auch zu den Gründen der Entlassung, wobei diese wohl jedem klar sein sollten, der die Causa Brown in den vergangenen Tagen und Wochen verfolgt hatte. Gegen den 31-Jährige, der nach einer beispiellosen Serie an Skandalen und Verfehlungen während seiner ebenfalls nur wenige Monate dauernden Zeit bei den Oakland Raiders von den Kaliforniern entlassen worden war, wird seit dem 10. September wegen Vergewaltigung einer ehemaligen Trainerin ermittelt.
Anfang der Woche hatte eine zweite Frau dem Star-Receiver in einem Bericht der "Sports Illustrated" sexuelle Nötigung vorgeworfen. Brown bestreitet die Vorwürfe. Den Patriots ist die Personalie "AB" nun wohl aber zu heiß geworden - vor allem, nachdem am Donnerstagabend (Ortszeit) Chatverläufe auftauchten, in denen Brown die zweite Frau bedroht haben soll. Bereits am Donnerstag hatte Ausrüster Nike die Zusammenarbeit mit Brown für beendet erklärt, die NFL ermittelt aufgrund der Vorwürfe sowie der Chat-Nachrichten ebenfalls gegen den Receiver.
mib