07.10.2019
NFL, Week 5: Washington feuert Head Coach Jay Gruden
In den Spätspielen der NFL feierten die Green Bay Packers dank ihres überragenden Running Backs Aaron Jones einen Prestigesieg bei den Dallas Cowboys. Die Indianapolis Colts fügten den Kansas City Chiefs die erste Niederlage bei. Derweil muste der erste Head Coach in der laufenden Saison seinen Hut nehmen.

Es war ein ganz besonderes Spiel für Aaron Jones. Der Running Back der Packers wuchs in West-Texas auf und war in seiner Jugend en glühender Fan der Cowboys. "Meine ganze Familie war auf den Tribünen", sagte der 24-Jährige, der beim 34:24-Sieg Green Bays der entscheidende Mann war.
Jones lief gegen seine alte Liebe im wahrsten Sinne des Wortes zu großer Form auf. Am Ende standen für ihn 107 Rushing Yards sowie 75 Receiving Yards, zudem erzielte er Jones alle vier Touchdowns seines Teams. "Nach einem Touchdown sah ich meinen Bruder auf der Tribüne und warf ihm den Ball zu", sagte Jones, "das war sehr cool".
Dallas kam besonders in Hälfte eins überhaupt nicht ins Rollen und blieb erstmals seit Dezember 2017 vor der Pause ohne Punkte. Nach der Pause kamen die Texaner zwar bis auf zehn Punkte heran, doch als Kicker Brett Maher eineinhalb Minuten vor dem Ende ein Field Goal aus 33 Yards versemmelte, war das Spiel gelaufen. "Ein solcher Start versetzt dich in eine Lage, in der es schwierig ist, gegen so ein klasse Team noch eine Wende zu erzwingen", sagte Cowboys-Quarterback Dak Prescott. Der Spielmacher der Texaner wies mit 463 Yards und zwei Touchdown-Pässen keine schlechten Werte auf, leistete sich aber zwei - streng genommen sogar drei - Interceptions. Einen Karriere-Bestwert legte Wide Receiver Amari Cooper mit 226 Receiving Yards hin.
Nutzte am Ende alles nichts, weil Aaron Rodgers zwar nicht glänzte, aber sich auch keine Fehler leistete. Der Star-Quarterback der Packers hatte wahrlich schon bessere Auftritte, 22 seiner 34 Pässe fanden für 238 Yards seine Mitspieler. Ein Grund war auch, da Rodgers mit dem verletzten Wide Receiver Davante Adams seine bevorzugte Anspielstation fehlte. Doch Rodgers musste dieses Mal gar keine Glanzleistung abliefern, weil das Laufspiel in Person von Jones funktionierte. So hielt die Serie Rodgers', der noch nie im AT&T-Stadium verlor. Mit einer Bilanz von vier Siegen bei nur einer Niederlage führt Green Bay nun die NFC North alleine vor den Chicago Bears und den Minnesota Vikings (je 3:2) an, die Detroit Lions (2:1:1) haben eine Partie weniger. Dallas (3:2) liegt in der NFC East nun gleichauf mit den Philadelphia Eagles.
Seit über einem Jahr fragen sich die NFL-Teams, wie Patrick Mahomes zu stoppen ist. Seit der junge Quarterback für die Kansas City Chiefs debütierte, gilt deren Offensive als die beste der Liga. Die schlechteste Punktausbeute unter Mahomes waren bisher 26 Zähler beim 26:14-Sieg der Chiefs in der letzten Saison gegen die Arizona Cardinals gewesen.

Doch nun hielten die Indianapolis Colts Kansas bei lediglich 13 Punkten. Und dies, obwohl drei der wichtigsten Defensivspieler der Colts fehlten. Dennoch musste Mahomes insgesamt vier Mal zu Boden, am Ende standen für den 24-Jährigen "nur" 288 Yards bei 22 von 39 Pässen. Mit insgesamt 324 Yards blieb die "High-Scoring-Offense" der Chiefs gleich 150 Yards unter ihren Durchschnitt von 474 Yards in dieser Saison.
"Ein toller Sieg", freute sich Colts-Head-Coach Frank Reich nach dem 19:13-Erfolg. "Gegen diese tolle Offensive so zu spielen, ist eine Ehre für unsere Defensive. Trotz der ersten Niederlage führen die Chiefs (4:1) die AFC West weiter an, die Colts zogen in der AFC South mit den Houston Texans gleich.
Von solchen Werten sind die Washington Redskins (0:5) weit entfernt. Die Hauptstädter haben als einziges Team neben den Cincinnati Bengals alle fünf Spiele bisher verloren. Einen Tag nach dem 7:33 gegen die New England Patriots riss den Bossen der Geduldsfaden: Wie die Hauptstädter am Montag bestätigten, wurde Head Coach Jay Gruden seines Amtes enthoben. Zuvor hatten mehrere US-Medien darüber berichtet.
Gruden übernahm Anfang 2014 die Redskins und konnte sie nur einmal in die Play-offs führen (2015). Doch nicht nur die fünf Niederlagen sind für seine Demission ursächlich. Vielmehr soll es auch massive Spannungen mit den Bossen um Eigner Dan Snyder und Präsident Bruce Allen gegeben haben. Dabei ginge es besonders um Dwayne Haskins. Der Quarterback der Ohio State University wurde von den Redskins in diesem Draft verpflichtet und sollte, so der Plan, als zukünftiger Franchise-Quarterback aufgebaut werden. Doch Gruden sei von den Qualitäten des 22-Jährigen alles andere als überzeugt und setzte zu Saisonstart auf Case Keenum. Haskins durfte dann am 4. Spieltag ran, bot aber eine ganz schlechte Leistung, weshalb Gruden gegen die Patriots auf Routinier Colt McCoy gesetzt hatte.
jer