08.10.2019
Cleveland strauchelt weiter - Mayfield, Beckham & Co. tun sich schwer
Fast ein Drittel der Regular Season 2019 ist gespielt - und klar ist: Die Cleveland Browns erfüllen noch lange nicht das, was sich manch einer von ihnen erträumt hat. Trotz frischer Star-Power, trotz eines in der letzten Saison hochgelobten Quarterbacks Baker Mayfield gelingt insgesamt wenig. Das hat nun im Monday Night Game zu einem neuen Tiefpunkt geführt.

An Selbstvertrauen mangelt es bei den Browns in dieser Saison nicht. Denn angereist mit einer überschaubaren Bilanz von 2:2 begann Cleveland am Montag (Ortszeit) das wichtige Gastspiel bei den ungeschlagenen San Francisco 49ers (4:0) wie folgt: Snap auf Spielmacher Baker Mayfield, der wiederum direkt nach hinten für Wide Receiver Odell Beckham Junior ablegt - und dieser den Quarterback mimt sowie erfolgreich zu seinem Kumpel Jarvis Landry für 20 Yards passt.
Sogenanntes Momentum hat das in der Offseason aufgemotzte Franchise aus Ohio damit aber nicht generiert - ganz im Gegenteil. Am Ende kassierten die Browns ein demütigendes 3:31, schafften also nicht einmal einen Touchdown. Und die Statistik wies für die Herrschaften Mayfield (100 Yards, zwei Interceptions, vier Sacks, zwei Fumbles), Beckham (27 Yards, ein Fumble) und Landry (75 Yards) wenig Beschauliches auf. Ach so: Cleveland Defense war ebenfalls nicht standhaft, sie ließ sich von San Franciscos Running Backs um Matt Breida (zwei Touchdowns) zum Beispiel stolze 275 Rushing Yards einschenken.
"Solche Fehler darfst du nicht machen", gab ein konsternierter Head Coach Freddy Kitchens im Anschluss zu Protokoll. "Du darfst keine Turnover haben. Du darfst keine Drops haben. Du darfst dir keine Strafen (sieben für minus 55 Yards; Anm.d.Red.) erlauben. Gerade offensiv hat sich das bei uns aufsummiert. Wir haben uns zu oft selbst ins Knie geschossen."
Groß daran beteiligt war natürlich Spielmacher Mayfield, der bei einem Fumble zum Beispiel den Ball lässig mit der rechten ausgestreckten Hand trug - und so letztlich leichte Beute anbot. Der First-Overall-Pick des vergangenen Jahres, 2018 noch mit 3725 Yards und 27 Touchdowns bei 14 Interceptions mächtig stark unterwegs gewesen, strauchelt aktuell immer mehr. So stehen nach den ersten fünf Partien bei acht Interceptions nur allzu magere vier Scores zu Buche. Seine bei den Niners erreichten 100 Yards bei acht von 22 angekommenen Pässen markieren einen Karrieretiefpunkt. Außerdem hat er es zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere als Starter nicht geschafft, einen Touchdown-Pass zu werfen (zuvor 18 Spiele in Folge) - und damit sogar dafür gesorgt, in einer Kategorie die Katastrophen-Saison von 2017 mit 16 Niederlagen schon fast getoppt zu haben. Denn während das seit 2002 auf eine Play-off-Teilnahme wartende Team damals nur zweimal mit 25 Punkten oder mehr verlor, stehen nun ebenfalls zwei solche Arbeitsnachweise im Protokoll (13:43 gegen Tennessee).

Der 24-jährige Absolvent der University of Oklahoma zeigte sich im Anschluss immerhin selbstkritisch: "Es fühlte sich an wie ein Schritt vorwärts und dann zwei zurück. Wir hatten in der Offense keinen Rhythmus, sind nicht reingekommen ins Spiel. Und wenn wir es mal taten und in die Red Zone gekommen sind, dann haben wir nicht vollstreckt. Diese Inkonstanz killt uns aktuell."
Zu allem Überfluss musste sich Mayfield auch noch einen frechen Konter von 49ers-Profi Nick Bosa gefallen lassen. Der Defensive End und Second-Overall-Pick des vergangenen Jahres, der an diesem Abend zwei Sacks, fünf Quarterback-Hits und eine Fumble Recovery verbuchte, rammte nach einer Aktion eine imaginäre Flagge in den Rasen. Die Botschaft dahinter? Im Jahr 2017 hatte Mayfield nach dem Gewinn seiner Oklahoma Sooners über Ohio State eine Flagge in den Boden gerammt. "Ich denke jeder weiß, wofür das war", so Ohio-State-Absolvent Bosa am Montag im Nachgang von NFL Monday Night Game. "Ich wollte meine Revanche - und ich wusste, dass dieser Tag kommen würde."
mag