23.10.2019
Quarterback Tom Brady & Co. genügt aktuell solide Offensivarbeit
Das, was die New England Patriots aktuell auf der defensiven Seite des Balles in der NFL leisten, ist allererste Sahne. Interceptions, Turnovers und Sacks am Fließband. Nach solchen Statistiken muss schon tief in der Vergangenheit gegraben werden.

Seit 67 Jahren ist Bill Belichick auf dieser Welt - und seit seinem 23. Lebensjahr ist Bill Belichick Teil der National Football League. Damals wird der in Nashville/Tennessee geborene William Stephen "Bill" Belichick Teil des Trainerteams der Baltimore Colts. Seither hat er die NFL revolutioniert, im Jahr 2000 die New England Patriots als Head Coach übernommen sechsmal zusammen mit seinem Top-Quarterback Tom Brady den Super Bowl gewonnen - und sich nun offenbar nochmals selbst übertroffen. Denn seit diesem Jahr betreut Belichick die Pats nicht nur als Trainer, er coacht zugleich auch noch die Defense.
Und was für eine Defense das ist! New England steht nach dem überdeutlichen 33:0 bei den New York Jets im Monday Night Game nicht nur bei 7:0-Siegen, New England hat zugleich mit weniger als 50 zugelassenen Punkten eine Marke aufgestellt, die es seit 1934 nicht mehr gegeben hat. Doch nicht nur das: Neben den lediglich 48 zugelassenen Punkten (6,9 pro Partie) kommt die Abwehr auch auf stolze 18 Interceptions, vier Fumbles, 26 Sacks - und lässt pro Spiel im Schnitt nur 223,1 Yards der Gegner zu.
Wenig verwunderlich tauschen sich NFL-Experten aktuell immer mehr darüber aus, ob denn diese Defense nicht das Zeug zur größten Defense aller Zeiten hat. Also sich vielleicht am Ende dieser Saison einreihen darf in die Riege der 1962er Green Bay Packers, 1976er Pittsburgh Steelers ("Steel Curtain"), 1985er Chicago Bears ("Monsters of the Midway") oder 2013er Seattle Seahawks. Kritiker dagegen behaupten, dass der bisherige Spielplan mit einfachen Gegnern wie Dolphins (43:0), Jets (30:14 und nun 33:0), Redskins (33:7) oder Giants (35:14) einfach noch nicht aussagekräftig genug ist. Und sicher: Kommende Kontrahenten wie Browns, Ravens, Eagles, Cowboys, Texans, Chiefs werden andere Gradmesser sein.
Sicher ist aber auch: Diese Abwehr liefert seit Saisonbeginn von Woche zu Woche ab. Akteure wie Cornerback Jason McCourty (32 Total Tackles, vier abgefälschte Pässe, eine Interception), Cornerback Stephon Gilmore, Linebacker Jamie Collins (jeweils drei Interceptions) oder Safety Devin McCourty (fünf Interceptions) übertreffen sich selbst. Schwächen sind bislang keine zu finden, alle Gegner haben sich die Zähne ausgebissen - und sind insgesamt in den sieben Spielen mit 48:223 überrollt worden. Das sind 175 Punkte Unterschied in der Top-Bilanz der Pats, mehr schafften nach sieben Spieltagen in der American-Football-Geschichte nur die Buffalo All-Americans im Jahre 1920 (+218).
Beim 33:0-Shutout bei den Jets im Metlife Stadium zu East Rutherford/New Jersey hat die Defense zudem zum fünften Mal in den ersten sieben Spielen dieser Saison einen Vorsprung von mindestens 24 Punkten erspielt. Das alles rang Trainer Belichick, der gewohnt nüchtern dreinblickte und nüchtern analysierte, immerhin ein Lächeln ab - und diesen Kommentar: "Wir haben es geschafft, gleich zu Beginn einige gute Plays zu machen - und allgemein ziemlich solide über 60 Minuten gespielt." Ein typischer Belichick eben.
Star-Quarterback Brady beschrieb die Leistung seiner Defense da schon etwas anders - und auch passender: "Sie alle spielen einfach nur großartigen Football. Sie lesen den Rush der Gegner, sie stoppen die Läufe und erzielen spielentscheidende Aktionen. Das ist außergewöhnlich."
mag