12.12.2019
Wer kommt eigentlich wie in die Endrunde beim American Football?
In jedem Jahr kämpfen 32 Teams um gerade einmal zwölf Tickets für die Endrunde der National Football League. Soweit klar. Was allerdings immer wieder Fragen aufwirft: Wie wird eigentlich ermittelt, welche Mannschaft im Januar einmal frei, immer Heimspiele oder nur einmal Heimrecht hat? Eine Übersicht.

Grundsätzlich ist die National Football League seit dem Zusammenschluss ("Merger") der beiden großen US-Profi-Ligen im Football zu dieser Zeit (AFL und NFL) im Jahre 1970 in zwei große Conferences (American Football Conference 'AFC' und National Football Conference 'NFC') unterteilt. Hier finden sich heutzutage jeweils 16 Mannschaften wieder, die in vier Divisionen unterteilt sind. Mit Namen: AFC North, AFC East, AFC South, AFC West, NFC North, NFC East, NFC South, NFC West.
Die heutige Aufteilung besteht seit 2002 und gilt laut Angaben der NFL als "endgültige" Zusammenstellung. Es ist also nicht angedacht, noch "neue" Teams aufzunehmen und mit 33, 34 oder 36 Organisationen an den Start zu gehen.
Während der insgesamt siebzehnwöchigen Regular Season bestreitet jedes der 32 Teams in jedem Fall inzwischen und seit 1977 exakt 16 Spiele (früher 14 in 14 Wochen), was in acht Heim- sowie acht Auswärtsspielen gesplittet wird. Das bedeutet auch, dass jedes Franchise auch einmal eine Woche frei hat, was immer wieder abgewechselt wird. Anschließend an die 17 Spieltagswochen spielen die besten Teams in den Play-offs, die mit jeweils nur einem K.-o.-Spiel ausgetragen werden, um den Meistertitel.
Für jene Play-offs, die in Wild Card Round, Divisional Round, Conference Championships und Super Bowl unterteilt sind, qualifizieren sich insgesamt exakt zwölf Teams, was wie folgt ermittelt wird: Aus jeder Conference kommen sechs Mannschaften in die Endrunde, darunter die vier Divisionssieger sowie die dann nächsten beiden Teams mit der jeweils besten Siegesbilanz. Innerhalb jeder Conference wird nun ausgesiebt, bis nach drei Play-off-Wochenenden nur noch ein Champion übrig bleibt. Das führt auch dazu, dass sich im Super Bowl immer die vermeintlich beste Truppe aus der AFC mit der vermeintlich besten Truppe der NFC misst.
Doch wie setzt sich die genaue Anordnung zusammen? Ganz einfach: Aus jeder Conference haben die zwei besten Divisionssieger in der ersten Runde (Wild Card) frei - und in der folgenden Woche (Divisional) definitiv ein Heimspiel. Sollte sich dabei immer das beste NFC-Team und das beste AFC-Team behaupten, haben diese beiden Truppen bis zum Super Bowl immer ein Heimspiel (zwei insgesamt).
In der Wild Card Round, der ersten Woche der Endrunde, haben sicher die anderen beiden Divisionssieger ein Heimspiel gegen die Nachrücker. Und hier kann es durchaus kurios werden, was ein Beispiel am aktuellen Szenario zeigt: Nach jetzigem Stand wären die Dallas Cowboys mit einer schwachen Bilanz Sieger der NFC East und könnten so am ersten Play-off-Wochenende Anfang Januar zu Hause (!) auf die eigentlich weitaus besser stehenden San Francisco 49ers oder Seattle Seahawks treffen. Denn einer diesen beiden starken Einheiten wird definitiv Zweiter in der NFC West werden und gilt somit nur als Nachrücker, was eine Teilnahme in der Wild Card Round zwingend nach sich zieht.
Genau dieser Umstand wird auch immer wieder bemängelt. So verlangen Kritiker, die mit der grundlegenden Festlegung, dass aus jeder der insgesamt acht Divisionen ein Team weiterkommen soll, einverstanden sind, dass wenigstens das Heimrecht ans von den Siegen besser stehende Team überreicht wird. Die NFL hat allerdings einmal mehr angekündigt, am aktuellen Prozedere nichts ändern zu wollen.
Aus den acht einzelnen Divisionen (AFC North AFC East, AFC South, AFC West, NFC North, NFC East, NFC South, NFC West) qualifiziert sich jeweils der Sieger automatisch für die Play-offs. Das macht acht Teilnehmer. Sowohl aus der AFC als auch aus der NFC rücken dann noch die jeweils besten Nachrücker nach - und treffen in der Wild Card Round auswärts auf die zwei schlechteren Divisionssieger.
mag