16.12.2019
NFL, Week 15, 19-Uhr-Spiele
Die Play-offs rücken näher - und so kann Week 15 für die Ambitionen einiger NFL-Teams (vor)entscheidend sein. Wichtige Siege holten unter anderem die Houston Texans und die Philadelphia Eagles, die New England Patriots setzten eine bemerkenswerte Serie fort. In Washington zog Adrian Peterson mit einer Legende gleich.

Einen enorm wichtigen Sieg um die Krone in der AFC South sicherten sich die Houston Texans. Mit jeweils 8:5 waren die Tennessee Titans und die Houston Texans in ihr erstes von zwei wohl entscheidenden direkten Duellen gegangen.
Die beiden zuletzt so starken Offensivreihen taten sich überraschend schwer, das erste Viertel endete ohne Punkte - und dann war es ein Defensive Play, das für den ersten Schlüsselmoment sorgte. Die Titans hatten sich bis kurz vor die Texans-Endzone vorgearbeitet, als ein Pass von Quarterback Ryan Tannehill abgefälscht wurde und in die Arme von Houstons Whitney Mercilus fiel. Der Linebacker marschierte mit dem Ball fast über das komplette Feld und wurde erst an der gegnerischen 12-Yard-Linie zu Boden gebracht. Von dort aus nutzte Texans-Quarterback Deshaun Watson dann Mercilus' Interception und sorgte mit einem Touchdown-Pass auf Kenny Stills für Houstons Führung. Noch vor der Halbzeit fing Stills einen weiteren Touchdown und erhöhte auf 14:0.
Im dritten Viertel setzten die Titans dann zum Comeback an: Durch einen Quarterback Sneak von Tannehill kam Tennessee zum Anschluss, beim darauffolgenden Drive der Texans gelang auch den Hausherren eine Interception in der Endzone, Linebacker Javon Brown fing einen abgefälschten Watson-Pass ab. Den daraus resultierenden Ballbesitz nutzte Rookie-Receiver AJ Brown mit dem Touchdown-Catch zum 14:14-Ausgleich.
Doch im Schlussviertel zog vor allem Houstons Offensive noch einmal richtig an, Watson sowie seine Star-Receiver DeAndre Hopkins und Will Fuller liefen heiß. Running Back Carlos Hyde brachte die Texaner mit einem 10-Yard-Lauf wieder in Führung, Kicker Ka'imi Fairbairn erhöhte mit einem Field Goal auf 24:14. Tennessees Offense konnte durch einen Touchdown von Running Back Dion Lewis nur noch verkürzen, bekam aber keine echte Chance mehr, noch etwas an der Heimniederlage zu ändern. Die Texans sind damit in der Pole Position auf den Divisions-Sieg, die endgültige Entscheidung wird aber wohl erst im Rückspiel in Texas am 29. Dezember fallen.
Einer Blamage nur knapp entgangen sind die Philadelphia Eagles. Der Super-Bowl-Sieger von 2018, der bereits seit Wochen nach seiner Form sucht, lag gegen die Washington Redskins noch kurz vor Schluss zurück, ehe No-Name-Receiver Greg Ward 26 Sekunden vor Ende den entscheidenden Touchdown fing. Beim anschließenden Hail-Mary-Pass leistete sich Washingtons Quarterback Dwayne Haskins einen Fumble, den Eagles-Linebacker Nigel Bradham in die Endzone der Redksins zurücktrug und damit das Endresultat noch auf 37:27 für Philadelphia schraubte.
Positiv für Washington: Running Back Adrian Peterson erlief den 110. Touchdown seiner Karriere und zog damit mit dem legendären Walter Payton auf Platz vier der ewigen Bestenliste gleich. Die Eagles hingegen halten durch den lange gefährdeten Erfolg ihre Play-off-Hoffnungen in der in diesem Jahr äußerst schwachen NFC East am Leben.
Wichtige Siege in Richtung Play-offs sammelten auch die Green Bay Packers und die Seattle Seahawks. Beide konnten sich dabei auf ihre Defensivreihen verlassen. Die Packers ließen im Spiel der "ältesten Rivalität der NFL" gegen die Chicago Bears nur 13 Punkte zu und siegten letztlich unspektakulär mit 21:13, mussten allerdings in den Schlusssekunden bei einem beinahe erfolgreichen Lateral-Play der Bears noch einmal zittern.

Bei den Seahawks ragten vor allem zwei routinierte Linebacker heraus: KJ Wright steuerte beim 30:24 über die Carolina Panthers gleich zwei Interceptions bei, eine weitere fing Bobby Wagner, der allerdings im vierten Viertel mit einer potenziell ernsten Verletzung das Feld verlassen musste. Den Panthers nutze es auch nicht, dass ihr Star-Running-Back Christian McCaffrey die magische Saisonmarke von 2000 Scrimmage Yards knackte - als erster Spieler in der Franchise-Geschichte.
Bereits sicher in den Play-offs sind seit Sonntagabend die New England Patriots. Zum elften Mal in Folge sicherten sich Tom Brady & Co. ein Ticket für die K.-o.-Runde - die längste derartige Serie in der NFL. Allerdings taten sich die Patriots beim 34:13 bei den Cincinnati Bengals (erst ein Saisonsieg) überraschend schwer und zogen nach ausgeglichener erster Hälfte erst im zweiten Durchgang davon. Ausschlaggebend war einmal mehr die bärenstarke Defensive New Englands, die gleich vier Pässe von Bengals-Quarterback Andy Dalton abfing. Star-Cornerback Stephon Gilmore ragte mit zwei Interceptions mal wieder heraus, eine davon trug er sogar zu seinem zweiten Pick Six der Saison zurück.
Den Kansas City Chiefs gelang ein wichtiger Sieg für die Setzliste der AFC-Play-offs. Bereits vor dem 23:3 über Divisionsrivale Denver waren die Chiefs für die Play-offs qualifiziert, gegenüber den Patriots könnte aber jeder Sieg wichtig sein, um der Wild-Card-Round zu entgehen. Bei heftigem Schneefall in Kansas City war geordnetes Offensivspiel nur schwer möglich, der amtierende MVP Patrick Mahomes konnte sich aber einmal mehr auf seine Playmaker verlassen: Wide Receiver Tyreek Hill fing zwei Touchdowns, Tight End Travis Kelce sammelte satte 142 Yards. Kelce ist damit der erste Tight End der NFL-Historie, der vier aufeinanderfolgende 1000-Yards-Saisons hinlegt.
In den beiden weiteren Spielen des frühen Fensters schlugen die Tampa Bay Buccaneers die Detroit Lions mit 38:17, Eli Manning siegte mit den New York Giants 36:20 über die Miami Dolphins.
mib