27.02.2020
Sechsmaliger Super-Bowl-Sieger steht vor neuer Herausforderung
In der NFL nähert sich der Beginn der Free Agency - und damit rückt auch die große Entscheidung rund um Tom Brady näher. Trennt sich der sechsmalige Super-Bowl-Sieger tatsächlich von seinen New England Patriots? Die Anzeichen verdichten sich.

Während des Super Bowls zwischen den siegreichen Kansas City Chiefs und den unterlegenen San Francisco 49ers (31:20) zeigte sich Tom Brady gut gelaunt im roten Smoking und scherzte etwas mit seinem früheren Rivalen Peyton Manning. Außerdem überraschte "TB12" die Fans mit einem kreativ zusammengesetzten Werbespot, an dessen Ende der ein oder andere zumindest für Sekundenbruchteile die Ankündigung seines Karriereendes erwartete. Doch dem war letztlich nicht so, Brady verkündete vielmehr: "Ich gehe nirgendwo hin!" Im Vorfeld hatte der sechsmalige Super-Bowl-Sieger außerdem schon nach dem diesmaligen Play-off-Aus mit seinen Patriots verraten: "Du kannst aus diesem Scheitern lernen, dich selbst mit neuem Enthusiasmus aufrichten und wieder in die Arena stellen. Und das ist dort, wo du mich finden wirst. Weil ich weiß, dass ich noch mehr zu beweisen habe."
So weit, so gut. Allerdings stellt sich seither doch eine große und essenzielle Frage: In welcher Arena wird Brady, der seit 2000 (Sechsrunden-Pick an 199. Stelle) die NFL mit seinem Team wie kein anderer Akteur geprägt hat (74.571 Yards, 541 Touchdowns, 179 Interceptions), auflaufen? Welches Trikot streift er sich in der Regular Season über? Mit welchem Franchise greift er nach seinem siebten Ring?
Seit geraumer Zeit gibt es Spekulationen, der inzwischen 42-jährige Altstar könne die Pats und damit auch seinen langjährigen Trainer-Gefährten Bill Belichick verlassen. Ganz aktuell schreibt "Sports Illustrated" davon, dass ein Abschied aus New England sogar wahrscheinlicher sei. Brady wolle die Free Agency austesten, sich Angebote verschiedener Team (Bears, Raiders, Chargers) anhören.
NFL-Reporterin Karen Guregian vom "Boston Herald" berichtet zudem, dass der erst 21-jährige Quarterback Jake Fromm von den Georgia Bulldogs beim NFL Combine Gespräche mit den Pats geführt habe. Er gelte als ähnlicher Spielertyp wie "TB12", sei intelligent und sicher bei kurzen Pässen. Auch Jordan Love, der Spielmacher der Utah State Aggies, wird gehandelt. Dieser hat jüngst offenbart: "Jeder Quarterback, der Brady folgt, hätte große Fußabdrücke auszufüllen. Aber es ist die Aufgabe eines jeden Quarterbacks, einspringen zu können."

Sicher ist derweil auch, dass sich New Englands Star-Receiver Julian Edelman einen Verbleib Bradys sehnlichst wünscht. Der 33-jährige dreimalige Super-Bowl-Champion, der seit 2009 kontinuierlich für die Patriots spielt (6507 Yards und 36 Touchdowns in 131 Regular-Season-Spielen), postet regelmäßig Bitten in Richtung seines Kollegen. Unter anderem Textbausteine wie "Baby come back" oder ein Bild, dass ihn und Brady wie einst die Miami-Heat-NBA-Superstars LeBron James und Dwyane Wade auf dem Feld zeigt.
Am 18. März (Ortszeit) 2020 beginnt in der NFL die sogenannte Free Agency, in der Spieler von den Teams analysiert, interviewt und verpflichtet werden können. Zu diesem Zeitpunkt laufen offiziell die Verträge der Athleten aus, die nicht über die Saison 2019 hinaus an ihre Franchises gebunden sind. Diese Profis werden von da an sogenannte Free Agents, die sich ihr nächstes Team selbst aussuchen dürfen.
In diesem Jahr richtet sich der Fokus auf die drei Top-Quarterbacks Tom Brady, Drew Brees (Saints) und Philip Rivers (Chargers) - oder auch auf vielversprechende Akteure wie Receiver A.J. Green (Bengals), Defense End Jadeveon Clowney (Seahawks), Receiver Emmanuel Sanders (49ers), Safety Devin McCourty (Patriots), Cornerback Aqib Talib (Dolphins), Defensive End Ndamukong Suh (Buccaneers), Spielmacher Teddy Bridgewater (Saints) sowie Tight End Eric Ebron (Colts).
Abseits von Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen haben die Teams dabei einige Hausaufgaben zu erledigen. So sind sie dazu verpflichtet, bis 16 Uhr New Yorker Zeit den Anforderungen des Salary Caps zu entsprechen. Das heißt: Kein Team darf zu diesem Zeitpunkt mehr Geld für seinen 53-Mann-Roster aufbrauchen, als es die neu angehobene Grenze zwischen 196,8 und 201,2 Millionen US-Dollar vorschreibt.
mag