06.04.2020
Keine "War Rooms" für die Teams
Der NFL-Draft Ende April ist eine der wenigen Veranstaltungen im Sportzirkus, die trotz der Corona-Pandemie am geplanten Datum über die Bühne gehen soll. Doch auch hier sorgt die Krise nun für ein Novum.

Wie Commissioner Roger Goodell in einem Schreiben an die 32 Teams mitteilte, wird der Auswahlprozess der College-Spieler vom 23. bis 25. April zum ersten Mal in der Liga-Geschichte komplett virtuell ausgetragen. Das bedeutet: Die Teams müssen ihre Einrichtungen weiterhin geschlossen halten, die Verantwortlichen sich an unterschiedlichen Orten aufhalten.
Normalerweise ist es üblich, dass die Manager, Besitzer, Trainer und Scouts eines Teams während des dreitägigen Drafts in einem Raum, dem sogenannten "Draft War Room" zusammensitzen, um die Auswahl der Spieler abzustimmen. Zunächst war von der NFL kolportiert worden, dass diese "War Rooms" trotz der Pandemie erlaubt werden sollen - mit weniger Menschen und erhöhtem Sicherheitsabstand. Diesem Plan erteilte Goodell nun doch eine Absage, die Verantwortlichen sollen stattdessen auf Telefon und Internet zurückgreifen. Die Entscheidung sei nach Rücksprache mit medizinischen Beratern alternativlos, heißt es in dem Schreiben.
Ursprünglich wollte die NFL mit dem diesjährigen Draft neue Maßstäbe setzen, was den Show-Charakter der Veranstaltung angeht: Die Talenteziehung sollte ursprünglich auf einer schwimmenden Bühne in einem künstlichen See vor dem Bellagio-Hotel in Las Vegas vonstatten gehen, die ausgewählten Spieler mit einem Boot dorthin gebracht werden. Die Corona-Pandemie, die in den USA mittlerweile die weltweit meisten Infizierten nach sich zog, hat diese Pläne nun durchkreuzt.
mib/sid