06.09.2020
Cuts in der NFL: Quarterback Smith nach 17 Operationen zurück
Die deutschen Footballer Mark Nzeocha (San Francisco 49ers), Equanimeous St. Brown (Green Bay Packers) und Jakob Johnson (New England Patriots) haben in der NFL wenige Tage vor dem Saisonstart die letzte Kaderverkleinerung überstanden. Dagegen kam für David Bada beim Washington Football Team, das dagegen einen zuletzt schwer verletzten Spielmacher zurückbegrüßte, das Aus.

Der Ansbacher Linebacker Nzeocha (30) ist der erfahrenste Akteur, der Mittelfranke spielt seit 2015 in der NFL - und unterlag in diesem Frühjahr den Niners im Super Bowl gegen die letztlich trotz Rückstand siegreichen Kansas City Chiefs (20:31).
Wide Receiver St. Brown (23), der nach einer starken Vorbereitung 2019 wegen einer Knöchelverletzung letztlich die komplette vergangene Spielzeit verpasst hatte und sich zuletzt aber ausgiebig auf sein drittes NFL-Jahr vorbereitete ("Ich fühle mich fitter"), hofft nun auf den Durchbruch in der Liga. Bislang stehen für den 23-jährige Deutsch-Amerikaner 21 Receptions für 328 Yards zu Buche, Konkurrenten im Team um Top-Quarterback Aaron Rodgers sind neben Star Davante Adams allen voran Marquez Valdes-Scantling sowie Allen Lazard.
Fullback Johnson (25) hatte es im Vorjahr über das International Pathway Program (IPP) für nicht-amerikanische Talente in den Kader der Patriots geschafft, der Stuttgarter geht beim früheren Seriensieger in seine zweite Saison. Nach einigen Einsätzen zuletzt hat er zudem gute Aussichten auf noch mehr Einsatzzeit, weil der jahrelange Fullback James Develin (seit 2012 in New England) aufgehört hat - und damit unter anderem neben dem zweimaligen Super-Bowl-Champion Eli Manning oder Luke Kuechly einer von vielen bekannten NFL-Rentnern 2020 ist.
David Bada fiel der Reduzierung des Kaders auf 53 Spieler derweil als einziger deutscher Profi zum Opfer. Der Defensive Lineman hatte wie Johnson über das Pathway Program eine Chance erhalten und Ende Juli seinen Rookie-Vertrag unterschrieben. Der Münchner, der in Deutschland für die Schwäbisch Hall Unicorns spielte, hat in Washington nun einen Platz im Practice Squad sicher und kann die komplette Saison mit den Profis trainieren.
Apropos Washington, wo zuletzt auch der fortan für die Detroit Lions auflaufende Adrian Peterson (neuer Einjahresvertrag) entlassen worden ist: Die Mannschaft mit dem aktuellen Beinamen Football Team (Redskins ist inzwischen nach jahrelangen Diskussionen gestrichen worden) haben einen altbekannten Spielmacher Alex Smith feierlich begrüßt.

Fast zwei Jahre nach seiner Horror-Verletzung und 17 Operationen mit lebensgefährlichen Komplikationen hat der Quarterback eine weitere große Hürde auf dem Weg zurück in die NFL genommen. Der 36-Jährige sicherte sich einen Platz im 53-köpfigen Kader des Washington Football Teams. Im November 2018 hatte Smith beim Spiel gegen die Houston Texans mehrere Frakturen des rechten Schien- und Wadenbeins erlitten - im Nachgang traten schwere Komplikationen auf. Smith musste zeitweise um sein Leben bangen, es drohte eine Amputation.
Vor Beginn der Vorbereitung hatte es wenig verwunderlich große Zweifel gegeben, ob Smith je wieder in der Lage sein würde, NFL-Niveau zu erreichen. Doch das Team hielt dem First Overall Pick von 2005 die Treue, es gelang ihm, den Stab um Cheftrainer Ron Rivera zu überzeugen. Smith wird in Washington wohl die Nummer drei auf der Spielmacherposition nach Dwayne Haskins und Kyle Allen sein, sein Vertrag läuft noch bis 2022.
mag/sid