17.09.2020
Lob für Seahawks-Quarterback Wilson
Den Super Bowl hat Pete Carroll bereits mit den Seattle Seahawks gewonnen, doch genug vom Football hat der Head Coach nicht. Ganz im Gegenteil: Der 69-Jährige möchte noch lange an der Seitenlinie stehen.

Seit 1984 arbeitet Pete Carroll nun schon als Trainer in der NFL, anfangs als Coach der Defensive Backs bei den Buffalo Bills. Es folgten Stationen bei den Minnesota Vikings, New York Jets und San Francisco 49ers, ehe der seit Dienstag 69-jährige Football-Experte seinen ersten Posten als Head Coach annahm - 1994 bei den New York Jets.
Zwischen 1997 und 1999 trainierte Carroll im Anschluss auch die New England Patriots (mäßig erfolgreich), ehe Bill Belichick übernahm und dieses Franchise zusammen mit Tom Brady zu sechs Super-Bowl-Titeln führte. Das Besondere nun: Beim kommenden Sunday Night Game (Montag, 2.20 Uhr MESZ) treffen die beiden routinierten Herrschaften direkt aufeinander.
Im Vorfeld merkte Carroll, nun schon seit 2010 für die Seahawks verantwortlich und in der Saison 2013/14 zusammen mit Star-Quarterback Russell Wilson Super-Bowl-Champion (43:8 gegen die Denver Broncos um Peyton Manning), nun an, dass er auch im 70. Lebensjahr noch lange nicht genug von diesem Sport und diesem Beruf hat.
"Ich fühle mich großartig. Ich habe einen Fünfjahresplan. In fünf Jahren will ich meine Situation neu bewerten", sagte Carroll in einer Medienrunde am Mittwoch. Der 1951 in San Francisco geborene Football-Fan verdanke diese Einstellung dem US-Journalisten David Brooks: "Er hat mir das vor einer Weile aufgezeigt. Warum sollte ich von Jahr zu Jahr denken? Warum nicht fünf Jahre im Voraus planen?" Die simple Erklärung dahinter: So bedeute "jedes Jahr fünf zusätzliche Jahre".
Auf die Frage, ob er selbst oder der 68-jährige Bill Belichick (seit 2000 bei den Patriots) zuerst aufhören würde, meinte Carroll nur: "Ich weiß es nicht. Fragen Sie ihn."

Wie Belichick darauf antworten würde, ist bislang zwar nicht bekannt. Dafür ließ sich der Head Coach New Englands, der nach dem Abschied von Brady Richtung Tampa Bay nun mit dem laufstarken und direkt äußerst erfolgreichen Cam Newton zusammenarbeitet, vor dem Aufeinandertreffen mit Seattle ein paar Worte über Hawks-Spielmacher Wilson entlocken. "Ganz ehrlich, ich denke, dass er in einer gewissen Art von Medien und Fans unterschätzt wird. Was ich erkenne, ist, dass es da draußen keinen besseren Spieler als ihn gibt. Er ist ein außergewöhnlicher Spieler."
Zahlen untermauern diese Sichtweise Belichicks, zumal der noch nie zum Regular-Season-MVP gekürte Star-Quarterback vergangene Woche beim NFL-Start 2020 schon wieder direkt vier Touchdown-Pässe geworfen hat. Wilson hat zum Beispiel seit 2017 stolze 104 TD-Pässe geworfen, annähernd so gut ist nur Brady mit 87. Außerdem ist der 31-Jährige der einzige NFL-Spielmacher, der in jeder der vergangenen drei Spielzeiten jeweils über 30 TDs erreicht hat. "Er kann einfach alles", findet Belichick - wohlwissend, diesen Akteur mit 4022 Career Rushing Yards und 30.056 Passing Yards im kommenden Sunday Night Game aufhalten zu müssen.
mag