08.11.2020
NFL, Week 9: Titans bezwingen die Bears
Die Buffalo Bills brachten Russell Wilsons Seattle Seahawks die zweite Saisonniederlage bei, Lamar Jackson rehabilitierte sich mit den Ravens bei den Colts. Spannend wurde es wieder mal bei den Chiefs - doch die Carolina Panthers trafen in der spielentscheidenden Szene letztlich die falsche Entscheidung.

Russell Wilson und seine beiden herausragenden Top-Receiver Tyler Lockett und Sophomore D.K. Metcalf (sieben Touchdowns an den ersten sieben Spieltagen) hatten bislang Ausrufezeichen an Ausrufezeichen gereiht, mussten nun allerdings bei den ebenfalls stark gestarteten Buffalo Bills ran, die ihrerseits den ersten AFC-East-Sieg seit 1995 anstrebten.
Und das unterstrichen sie schnell. Buffalo erwischte einen super Start, Isaiah McKenzie und Tyler Kroft trugen das Ei im ersten Viertel zum frühen 14:0 in die Endzone. Seattle schaltete danach zwar einen Gang höher, auch Russell Wilson (390 YDS, 2 TD, 2 INT) durfte einen Touchdown erlaufen, doch die Bills verteidigten den Vorsprung weiter. Am Ende des dritten Viertels war die Partie aber ein "One Possession Game", weil DeeJay Dallas erst auf 17:27 verkürzte und Seahawks-Kicker Jason Myers ein Field Goal zum 20:27 versenkte.
Der Start einer typischen Seahawks-Aufholjagd? Diesmal nicht. Die Bills blieben hartnäckig, Zack Moss und Quarterback Josh Allen (415 YDS, 3 TD) schafften es mit erfolgreichen Laufspielen in der Red Zone, nochmal 14 Punkte nachzulegen - 41:20. Zwar folgte die schnelle Antwort, David Moore hatten die Bills schlicht übersehen - der 55-Yards-Pass von Wilson saß perfekt. Doch nach einem Bass-Field-Goal und einem zu späten Touchdown von Metcalf stand ein 44:34 auf der Anzeigetafel. Buffalo steht nun auf 7-2, die Seahawks auf 6-2.
Baltimores Head Coach John Harbaugh hatte seinem Star-Quarterback Lamar Jackson, immerhin amtierender MVP, nach seinen zuletzt überschaubaren Auftritten (schon vier Interceptions und drei Fumbles) etwas Druck gemacht: "Er muss immer noch viel lernen, das Gute an ihm ist aber, dass er das weiß. Er muss einen Weg finden, seine Sinne für das Spiel zu schärfen."
Die heimstarken Colts (3-0) erwiesen sich aber für die auswärtsstarken Ravens (3-0) als der erwartet hartnäckige Gegner und gingen in Front, allerdings trug auch Baltimores Chuck Clark einen Fumble über 65 Yards zum 7:7 ins Ziel. Baltimores Defensive war ohnehin bestens aufgelegt. Während Indianapolis nur noch ein Field Goal gelang, legten Gus Edwards und Jackson im weiteren Verlauf nach, 128 Sekunden vor dem Ende schoss Kicker Justin Tucker das Ei zum 24:10 durch die Pfosten. Das reichte den Ravens (6-2) zum Triumph gegen die Colts (5-3), die in der zweiten Hälfte nicht mehr punkteten.
Titans-Laufwunder Derrick Henry hatte bis zu dieser Week 9 bereits 775 Rushing Yards - und damit die meisten der NFL - abgespult. Auch gegen die Chicago Bears lief viel über den Running Back (21 CAR, 68 Yards), Tennessee ließ die Bears erst im Schlussviertel beim Stand von 17:0 erstmals punkten (Field Goal von Cairo Santos aus 22 Yards). Mit dem Touchdown von Jonnu Smith zum 24:3 war die Partie aber zugunsten der Titans gelaufen, auch wenn Jimmy Graham eine Minute vor Schluss noch den Endstand von 17:24 herstellte.
Gewohnt wild ging's bei den Kansas City Chiefs zu. Carolinas Curtis Samuel brachte sein Team zwar im zweiten Viertel mit 14:3 in Front, doch die Chiefs holten nach und nach auf. Vor allem Quarterback Patrick Mahomes (372 YDS, 4 TD) und Wide Receiver Tyreek Hill waren bestens aufgelegt, 7:40 Minuten vor dem Ende stellte letzterer mit seinem zweiten Touchdown auf 33:24.
Christian McCaffrey ließ Carolina bei 1:53 Minuten mit seinen Punkten jedoch hoffen. Und tatsächlich: Die Panthers kamen nochmal an den Ball, doch die Chiefs-Defense ließ sie beim Stand von 33:31 nicht mehr in Field Goal Range kommen. Carolina versuchte es trotzdem: Joey Slye war aber nicht einmal knapp dran, das Field Goal aus 67 Yards zu verwandeln und damit einen neuen NFL-Rekord aufzustellen. Eine Hail Mary wäre wohl erfolgversprechender gewesen.
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