09.11.2020
NFL, Week 9, Späte Sonntagspiele: Pittsburgh bleibt makellos
Derartig deklassiert worden ist Tom Brady in seiner langen NFL-Karriere noch nie - 3:38 gegen Drew Brees und die New Orleans Saints!

Für den einen war es ein Statement-Sieg, für den anderen eine Riesen-Blamage: Drew Brees führte die New Orleans Saints zu einem in dieser Form nicht für möglich gehaltenen 38:3 gegen Tom Brady und die Tampa Bay Buccaneers. Die Saints (6:2) setzten somit im Kampf um den Titel in der NFC South ein dickes Ausrufezeichen - und auch in Sachen Super-Bowl-Ambitionen. Für den 43-jährigen Brady und die Bucs (6:3) wird das schöne Leben im Rentnerparadies Florida plötzlich unerwartet ungemütlich.
Deutlicher hat Brady, der mit seiner Offense bis ins vierte Viertel punktlos blieb und drei Interceptions fabrizierte (209 Yards), nach fast 300 Spielen in der Liga noch nie verloren. Der Super Bowl, der in Tampa Bay im Februar ausgespielt wird, wirkte nach dem enttäuschenden Auftritt so weit entfernt für den sechsmaligen Champion wie noch nie zuvor.
"Ich muss sicherlich viel besser spielen", sagte Brady. "Wir haben nicht gespielt, wie wir spielen können. Jeder muss besser werden, das beginnt bei mir." Sein Trainer Bruce Arians war richtig angefressen und beantwortete die Fragen auf der Pressekonferenz kurz angebunden. "Wir sind alle sauer. Aber das ist jetzt zu spät", grummelte er. "Wir haben ihnen dieses Spiel quasi übergeben."
Und Routinier Brees in der Saints-Schaltzentrale übernahm. Der 41-Jährige, der sich im Schlagabtausch mit Brady um die meisten Touchdown-Pässe in der Liga-Geschichte etwas Platz verschaffte (564:561), sammelte vier TDs gegen die Bucs, wurde am Ende sogar geschont (Jameis Winston durfte ran). Alvin Kamara steuerte mit einem kurzen Lauf zum 28:0 im zweiten Viertel den fünften bei. "Das war heute eine großartige Nacht", sagte Brees nach der Machtdemonstration - und in Bezug auf das Duell mit Brady: "Es war ganz besonders, außergewöhnlich. Wir spielen bereits seit 22 Jahren gegeneinander, es herrscht großer Respekt zwischen uns."
Bis zum Duell mit den Carolina Panthers am kommenden Sonntag muss indes Brady mit seiner Offensive die miserablen Statistiken verarbeiten und abhaken. Denn auch das Laufspiel fand gegen die Saints nicht statt, kam auf erbärmliche acht Yards in Summe! Nie zuvor in seiner Karriere ging Brady mit mehr als 30 Punkten Rückstand in die Halbzeitpause. Drei Interceptions in einem Spiel gab es in den vorausgehenden 146 Begegnungen nicht - in der Kombination mit auch noch keinem einzigen Touchdown-Pass erlebte er so etwas zuletzt vor 14 Jahren.
Die Pittsburgh Steelers dagegen sind erstmals in ihrer Geschichte nach acht Spieltagen in der NFL noch ungeschlagen und damit das einzige unbezwungene Team der Liga. Beim 24:19 gegen die Dallas Cowboys musste die Mannschaft von Quarterback-Routinier Ben Roethlisberger zwar bis zum letzten Spielzug zittern, geht aber mit enormen Rückenwind in die zweite Hälfte der Hauptrunde. "Big Ben" kam gegen die Cowboys auf 306 Yards und drei Touchdown-Pässe.
San Francisco 49ers - Green Bay Packers 17:34
Atlanta Falcons - Denver Broncos 34:27
Buffalo Bills - Seattle Seahawks 44:34
Indianapolis Colts - Baltimore Ravens 10:24
Jacksonville Jaguars - Houston Texans 25:27
Kansas City Chiefs - Carolina Panthers 33:31
Minnesota Vikings - Detroit Lions 34:20
Tennessee Titans - Chicago Bears 24:17
Washington Football Team - New York Giants 20:23
Los Angeles Chargers - Las Vegas Raiders 26:31
Arizona Cardinals - Miami Dolphins 31:34
Dallas Cowboys - Pittsburgh Steelers 19:24
Tampa Bay Buccaneers - New Orleans Saints 3:38
New York Jets - New England Patriots
aho/dpa