16.11.2020
New Orleans' Aushängeschild muss Vorsicht walten lassen
Das verdiente 27:13 gegen die San Francisco 49ers war bereits der sechste Sieg in Folge für das nun bei 7:2 stehende New Orleans. Diesen bezahlten die Saints aber für den Moment sehr teuer: Star-Quarterback Drew Brees hat sich schwer verletzt.

Mit 0:10 waren die Saints an diesem Sonntag denkbar schlecht gegen NFC-West-Vertreter San Francisco gestartet, ehe die Show von Running Back Alvin Kamara begann: Der 25-Jährige lief zweimal in Endzone und fing obendrein noch einen Touchdown-Pass von Drew Brees.
Jener Brees war es auch, der sich im vierten Spiel nacheinander keine Interception mehr erlaubte (zuvor drei in fünf Partien) - und allgemein den Trend bestätigte, nach anfänglichem Stotterbeginn immer mehr in altbewährte Form zu kommen. Doch dann der Schock, der in "The Big Easy" noch länger anhalten dürfte: Brees, der noch in der ersten Hälfte einen massiven Hit von Kentavius Street abbekommen und die restlichen acht Minuten fertig gespielt hatte, fühlte sich im weiteren Verlauf der Partie immer unwohler. Die Aktion wurde im Übrigen von den Referees mit "Roughing the Passer" geahndet. In der Folge ersetzte Ersatzmann Jameis Winston den gefeierten und in dieser Offseason nach Äußerungen auch kritisierten Routinier.
Brees' Kommentar nach Spielschluss - und noch vor den inzwischen duchgeführten Untersuchungen: "Ich nehme mir jetzt einfach Zeit, schaue von Tag zu Tag. Ich meine, nichts ist eine langfristige Sache. Und ehrlich gesagt weiß ich es wirklich nicht. Es ist nicht etwas, was ich in diesem Ausmaß erlebt habe."
Die Diagnose folgte einen Tag später: Der Super-Bowl-Sieger von 2010 (31:17 gegen die Indianapolis Colts) hat sich vor allem laut ESPN-Hinweisen drei Rippen an der linken Seite sowie zwei Rippen an der rechten Seite angebrochen. Auch eine kollabierte Lunge erlitt der Star-Quarterback, der sich mit seinen 41 Jahren ein Fernduell um die ewige Touchdown-Krone mit Tampa Bays Tom Brady (43) liefert. Das Ungewöhnliche dabei: Die Blessuren sollen sich schon vor zwei Wochen ereignet haben, womöglich sei nur die Schwere jetzt verstärkt worden. Das berichtet etwa ESPN-Insider Ed Werder.
Wie lange Brees (2196 Passing Yards, 18 Touchdowns, fünf Fumbles und nur drei Interceptions bislang in dieser Saison) jetzt ausfallen wird, ist unklar - es dürfte aber einige Zeit beziehungsweise ein paar Wochen dauern. Zumal ihm Ärzte dringend raten, gerade wegen der betroffenen Lunge einige Zeit langsam zu machen und zurückzustecken. Bis dahin werden die Saints versuchen (wie schon vergangene Saison nach einer Brees-Verletzung mit Ex-Spieler Teddy Bridgewater), das Schiff zu schaukeln. Neben dem veranlagten aber auch fehleranfälligen Spielmacher Winston (26), vor dieser Saison von den Buccaneers gekommen, steht natürlich dafür auch das Schweizer Quarterback-Taschenmesser Taysom Hill (30) zur Verfügung.
mag