10.11.2021
Star-Receiver nach Waiver-Prozess nun Free Agent
Zum ersten Mal in seiner NFL-Karriere kann sich Odell Beckham junior sein Team selbst aussuchen. In der Verlosung sind drei Teams.

Wie ESPN-Reporterin Dianna Russini unter Berufung auf ligainterne Quellen berichtet, zieht der 29 Jahre alte Beckham aktuell drei Teams in Betracht: die Kansas City Chiefs, die Green Bay Packers und die New Orleans Saints. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Beckham nach seiner von ihm selbst forcierten Entlassung bei den Cleveland Browns den Rest der Saison bei einem Super-Bowl-Anwärter verbringen möchte.
Das ist nun auch deshalb möglich, weil - wie am Dienstag bekannt wurde - keines der 31 verbleibenden Franchises einen sogenannten Waiver Claim eingereicht hatte, um Beckham nach seiner Entlassung zu den gleichen Konditionen seines aktuellen Vertrags zu verpflichten. Stattdessen ist Beckham nun offiziell Free Agent und kann erstmals in seiner Profi-Karriere selbst sein Team wählen, nachdem er 2014 von den New York Giants im Draft ausgewählt und 2019 nach Cleveland getradet worden war.
In mehrerlei Hinsicht Sinn ergeben würde für Beckham eine Unterschrift in New Orleans, da der hochtalentierte Passempfänger aus dem nicht weit entfernten Baton Rouge stammt. Zudem benötigen die Saints dringend Verstärkung auf seiner Position, nachdem bekannt geworden war, dass Star-Receiver Michael Thomas in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Sehr fraglich ist hingegen, ob die Saints in dieser Saison das von Beckham gewünschte Potenzial haben, den Super Bowl in Angriff zu nehmen, da auch für Starting Quarterback Jameis Winston die Saison gelaufen ist.
Die Packers hingegen stehen mit einer Bilanz von 7-2 von allen drei Teams am besten da und sind aktuell das wohl aussichtsreichste Team, wenn Beckham den schnellen Erfolg sucht. Allerdings war Green Bay in der Vergangenheit nicht gerade dafür bekannt, gemachte Superstars wie den dreimaligen Pro Bowler an Land zu ziehen. Und: Bei den Packers wäre Beckham nur Receiver Nummer zwei hinter Davante Adams - ein Status, der dem exzentrischen "OBJ" gar nicht schmecken dürfte.
Bliebe Kansas City, das nach einer äußerst holprigen ersten Saisonhälfte einen explosiven Playmaker durchaus gebrauchen könnte - auch wenn Beckham womöglich auch hier nur die zweite oder dritte Geige hinter Travis Kelce und Tyreek Hill spielen könnte. Coach Andy Reid sagte am Mittwoch nur, dass General Manager Brett Veach "immer seine Augen und Ohren offen hält".
Eine andere Option dürfte sich hingegen bereits zerschlagen haben. Bruce Arians, Coach von Super-Bowl-Sieger Tampa Bay, sagte am Mittwoch, er habe kein Interesse an Beckham und begründete dies scherzhaft mit einem Verweis auf seinen eigenen - charakterlich nicht immer einfachen - Receiver Antonio Brown: "Nein, zu viele Buchstaben. Ich habe schon AB. Ich brauche nicht noch OBJ."
mib